Ein One-Snowman-Job: Dieser spielbare Adventskalender wirbelt wie ein Schneesturm auf die Switch
Test
Packt die Steigeisen aus, ein Indie-Klassiker schneit in den Nintendo eShop! Das 2D-Jump-and-Run Mission in Snowdriftland hat den Sprung auf die Switch geschafft. Wir berichten, wie das Hüpfspiel auf der Konsole so läuft.
Das Leben eines Schneemanns ist schon hart. Chubby, der Protagonist des Spiels, wird nie einen Ausflug in die Karibik machen, kann nie seine Hände am Kaminfeuer wärmen und wird auf seiner Arbeit in der Video Game World von vorn bis hinten durch den kalten Kakao gezogen, weil heißer Kakao ihn zum Schmelzen bringen würde.
Um sich zu beschweren, marschiert er also zu UPIXO, einer Firma, die Videospiele organisiert und klagt der Empfangsdame sein Leid. Die Führungsetage dort hat aber ein ganz anderes Problem als schlechten Kundenservice: El Pix, ein Pinguin mit Programmierungsfehler, verschaffte sich Zugang zum Labor von UPIXO und tütete einen ganzen Sack voller Videospiel-Artefakte ein.
Damit setzte er sich ins sogenannte Snowdriftland ab, in dem es für die meisten Videospielhelden aber zu kalt ist. Verzweifelt wenden sich Geschäftsführer und sein Laborchef an Chubby, der in einer Rückholmission endlich beweisen darf, was in ihm steckt.
Eisblumen und Winterschläfer
Snowdriftland teilt sich in vier Gebiete auf, in denen Chubby durch jeweils sechs Jump-and-Run-Level navigieren muss. Wir müssen kein zweiter Einstein sein, um uns auszurechnen, dass sich dadurch 24 Level ergeben, die zufällig genau die Zeitspanne zwischen dem ersten Dezember und Heiligabend markieren.
Wer also mehr Geduld und Willensstärke als eines der Kinder in der berühmten Überraschungsei-Werbung in sich trägt, kann jeden Tag bis Weihnachten ein Level spielen. Oder wir spielen halt alles auf einmal (wie bestimmt auch die Kinder in der Ü-Ei -Werbung)!
Auch wenn die Gegend sich nicht umsonst Snowdriftland nennt, schließlich schlittern wir überall über Schneedecken und sammeln Schneeflocken, bietet das Ökosystem jedes Gebiets andere Gegebenheiten. Im See, der halb zugefroren ist, balancieren wir über Eisschollen und erklimmen Gletscher.
Dagegen mausern wir uns im Wald durch Baumstümpfe und klettern über Spinnennetze. Der Berg erinnert mit seinen Eiskappen wieder etwas an den See, gibt uns aber statt kippelnden Schollen hauchdünne Wolken zum Draufspringen, und in der Höhle kommt der Schneemann bei den Lavafontänen ganz schön ins Schwitzen.
Zur Belohnung bekommen wir nach jedem absolvierten Level eines der Artefakte wieder, die El Pix der UPIXO-Firma entwendet hat. Die zollen selbst jeweils einem bestimmten Titel aus der Videospiel-Geschichte Tribut. Wir sammeln beispielsweise ein Pixel-Alien, das stark an die herabsinkenden Space Invaders erinnert, und ein antikes Tennis-Set, das aus zwei parallelen Strichen und einem Punkt wie bei Pong besteht.
Quelle: PC Games
Zusätzlich zu den normalen Jump-and-Run-Levels steht Chubby am Ende jedes Gebiets auch einem passenden Endboss gegenüber, meist einer überdimensionierten Version der Gegner in den Welten, die unsere gebündelte Wut auf die Herzen zerstörenden Wichte abbekommen.
Am Ende seiner Artefakt-Jagd angekommen, steht Chubby El Pix gegenüber und muss ihm ein letztes Diebesgut abluchsen, indem er den kaputten Pinguin vom Festspeicher löscht.
Außerdem gibt es in den normalen Levels jeweils 24 Schneeflocken zu sammeln, die uns mit viel Geduld und Spucke einen großen Bonus-Level zugänglich machen.
Die Steam-Version hat bereits am 27. November 2024 ein Content-Update bekommen, dank dem jeder Level nun einen Geheimraum enthält, in dem wir ein zusätzliches Item sammeln müssen. Diese Zusatz-Items ermöglichen es Chubby dann, einen weiteren Bonus-Level zu besuchen. Auf der Switch wird dieser Inhalt aber erst ab Mitte Dezember veröffentlicht.
Easy to learn, hard to master
Auf seinem Weg durch Eis und Schnee, über Stock und Stein und in die unerforschten Tiefen der Video Game World, hat Chubby nicht viele Hilfsmittel zur Hand. Er kann nach links und rechts laufen, springen und wegen seines glatten Hinterns auf Schrägen hinabrutschen, mehr nicht.
Die simple Steuerung in Mission in Snowdriftland ist aber gut gelungen und funktioniert auch auf der Switch problemlos ... Na ja, zumindest ohne unbeabsichtigte Probleme. Das Spiel ist, nur weil die Steuerung nicht viel Verständnis erfordert, trotzdem teilweise recht herausfordernd.
Vielleicht sollte Chubby sich zu Weihnachten Stoppersocken wünschen, er rutscht nämlich auf jeder Oberfläche fröhlich erum. Wir müssen den kleinen Schneemann beim Laufen oft durch Richtungswechsel vor einem frühen Tod im Eiswasser bewahren und stehen selten still.
Quelle: PC Games
Dafür bekommen wir über die Sprungmechank überraschend viel Kontrolle. Weite, Höhe und Richtungswechsel in der Luft sind drin. Mit ein bisschen Übung können wir auch durch das Hüpfen auf Gegnerköpfe unsere Sprungkraft verdoppeln und bisher unmögliche Höhenflüge hinlegen.
Apropos Gegnerköpfe: Der einzige Verteidigungsmechanismus, über den Schneemänner in Video Game World verfügen, ist das Zertrampeln. Wir können nur von oben Schaden anrichten, und das auch nicht bei allen Gegnern. Die unkaputtbaren Widersacher sind leider nicht klar gekennzeichnet, und so müssen wir durch schmerzhaften Trial and Error lernen, wer eine tödliche Frisur trägt und auf wessen Kopf wir Samba tanzen dürfen.
Stille Wasser tun weh
Die tückischste Gefahr in Snowdriftland sind allerdings gar nicht die brennenden Glühwürmchen oder giftigen Spinnen, sondern Wasser. Es gibt keine Checkpoints in Levels, diese sind dafür recht kurz.
Fallen wir also den Wellen am unteren Bildschirmrand zum Opfer, müssen wir alles noch einmal von vorn machen, denn wir gehen sofort K.O. Sonstige Angriffe, seien es solche von wütende Pinguin-Mamas oder von griesgrämigen Bäumen, ziehen Chubby nur eines von zu Beginn drei, später mehr Herzen ab, wenn wir die jeweiligen Herz-Container in der Welt finden.
Bildergalerie
Was bei der Umgebung gut funktioniert, uns bei Gegnern aber oft zum Scheitern verurteilt hat, ist die gnadenlose Kollisionsabfrage. Es handelt sich um Nanometer, die wir am Kopf eines Gegners vorbeispringen, und Chubby fängt an, aufzublinken und die Herzanzeige wird um ein Herz blasser. Das fühlt sich manchmal etwas unfair an, besonders in Bosskämpfen mit größeren Gegnern. Bei den überdimensionierten Sprites sind die Hitboxen nicht immer gut erkennbar. Im Gesamtbild betrachtet ist das aber eine riesige Kritik.
