Metroid Prime

Test

Metroid Prime Innovative Steuerung
In Sachen Steuerung betritt Nintendo Neuland im 3D-Shooter-Bereich. Denn anders als bei herkömmlichen 3D-Shootern, setzt Nintendo bei Metroid Prime nicht auf das Dual-Analog-Kontrollschema. So dient der rechte Analogstick auch nicht zum Umschauen, wie gewöhnlich, sondern zum Wechseln der Waffen. Mit dem linken Analogstick geht ihr vorwärts sowie rückwärts und schaut nach rechts oder links. In Kombination mit der L-Taste könnt ihr strafen (= seitlich ausweichen). Ist ein Feind in der Nähe, könnt ihr diesen mit der L-Taste anvisieren und Zelda-like um ihn herumgehen, ohne ihn aus den Augen zu verlieren. Mit der R-Taste könnt ihr euch umschauen. Dieser ungewöhnliche Ansatz ist für Ego-Shooter-Veteranen zunächst ungewohnt, doch bereits nach kurzer Zeit geht einem die Steuerung in Fleisch und Blut über und man vergisst, dass man einen Controller in der Hand hält. A dient zum Feuern, mit Y aktiviert ihr eure Raketen, mit B wird gesprungen und mit X rollt sich Samus zu einem Ball zusammen. Den Morph-Ball kennen Metroid-Fans bereits aus früheren Abenteuern. Mit dieser Technik, kann sich Samus durch schmale Tunnel kugeln. Was in 2D relativ einfach zu realisieren war, ist in 3D umso schwerer. Doch die Entwickler haben einen fantastischen Job gemacht. Der Morph Ball ist nicht nur ein schmuckes Beiwerk, sondern Bestandteil zahlreicher Rätsel und für das Bestehen das Abenteuers unabdingbar.

Starke Technik
Metroid Prime ist die unumstrittene Technik-Referenz für den GameCube. Ladezeiten zwischen den Abschnitten existieren dank cleverem Datenstreaming im Hintergrund überhaupt nicht und auch grafisch ist der Shooter auf höchstem Niveau. Die Räume sind riesig und fantastisch texturiert. Gelegentlich werfen sich euch Horden von Feinden entgegen, ohne dass die Grafik dabei ins Stocken gerät. Vielmehr noch, läuft die Grafik stets mit unglaublich flüssigen 50 Bildern (im 50-Hertz-Modus) bzw. 60 Bildern (im 60-Hertz-Modus).
Die Darstellung der Gegner ist sehr abwechslungsreich und lässt zusammen mit der fantastischen Leveldarstellung inklusive Bäumen, Säulen oder Computerbildschirmen perfekte Science-Fiction-Stimmung aufkommen. Begeistern kann vor allem auch die Liebe zum Detail. So wirbeln die Gegner Staub auf, Regen perlt von Samus Visier ab, im Wasser schwimmen Fische fröhlich umher und am Himmel ziehen Vögel ihre Kreise. Es gibt nur wenige grafische Wermutstropfen. So hat man z. B. die Wasser- und Lavaeffekte auf dem GameCube schon besser gesehen (z. B. in Starfox Adventures) und leider unterstützt die Grafikengine auch kein Bump Mapping. Nichtsdestotrotz ist Metroid Prime ohne Zweifel eines der optisch beeindruckendsten Spiele der heutigen Konsolengeneration. Absolut grandios ist auch der Sound. Das verwundert kaum, stammt doch der Soundtrack von Altmeister Kenji Yamamoto, der schon die Musik zu den bisherigen Metroid-Spielen geschrieben hat. Die Songs sind unglaublich variantenreich, sehr atmosphärisch und passen sich perfekt der Umgebung und der Bildschirmaction an. Die Soundeffekte stehen dem hervorragenden Soundtrack nicht nach und krachen in Dolby Pro Logic II aus den Boxen. Nicht umsonst, betrachten die Dolby Laboratories Metroid Prime als die derzeitige Referenz in der Unterstützung des analogen Mehrkanal-Tonverfahrens. Zu kritisieren sind die gelegentlich langen Laufwege. Auch, dass die Gegner nach dem Verlassen eines Raumes wieder auftauchen, ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Allerdings sind das nur sehr kleine Kritikpunkte, die der Faszination und dem Spaß keinen Abbruch tun. Metroid Prime ist einfach ein verdammt geniales Spiel, das in keiner GameCube-Sammlung fehlen sollte.

Wertung zu Metroid Prime (GC)

Wertung:

94 /10

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