Im Zweispielermodus geht die Übersicht oft verloren.
Spielhallen-Gänger und Zocker, die seinerzeit einen NeoGeo besaßen, kennen das Prinzip von Metal Slug nur zu gut: ballern, ballern, ballern und - falls man am Automaten spielt - eine Münze nach der anderen einwerfen. Metal Slug ist nämlich schon immer eines dieser Arcade-Spiele gewesen, bei denen Sie mindestens ein Dutzend Continues brauchen, um den Abspann zu sehen. Mit der Konsolenvariante ist man da weitaus besser bedient. Man zahlt zwar einen relativ hohen Preis, diesen aber nur einmalig. Zu Hause darf man Continues nach Herzenslust verbrauchen, ohne einen Spielautomaten mit Münzen zu füttern. Mit einem Arcade-Stick ist die Illusion einer heilen Spielhallen-Welt dann perfekt!
So spassig wie simpel
Für den Fall, dass Ihnen Metal Slug kein Begriff ist: Mit einem von vier Söldnern ballern Sie in liebevoll gestalteten 2D-Bitmap-Welten gegnerische Soldaten über den Haufen, deren Ähnlichkeit mit Mitgliedern einer gewissen deutschen Großmacht des letzten Jahrhunderts nicht von der Hand zu weisen ist. Oft setzen Sie sich dabei auch hinters Steuer von verschiedenen Fahrzeugen wie Panzern und Kampfjets oder sogar auf Kamele. Eine Sprachbarriere gibt es dabei keine. Mit der X-Taste wird gesprungen, mit der Viereck-Taste geschossen und mit dem Kreis können Sie den Gegnern eine Granate vor die Füße werfen. Das war's. Metal Slug ist simpel gestrickt, macht aber gerade deswegen so viel Spaß. Auch wenn es dabei so wild zugeht, dass ein ernsthaftes Spielen oft unmöglich ist. Mit etwas Geschick ist das Spiel zwar gut zu meistern, doch häufig wird man mit Situationen konfrontiert, bei denen man sich einfach nur denkt: "Wie zur Hölle soll man das denn schaffen?" Besonders im Zweispielermodus geht die Übersicht völlig flöten. Doch bevor man das Pad ins Eck feuert, reißt man sich dann doch immer wieder zusammen und zockt weiter. Metal Slug übt eine fast schon perverse (in positiver Hinsicht) Faszination auf den Spieler aus - das unverkennbare Merkmal eines Spiele-Klassikers!
