Bei den gepanzerten Gegnern ist Flucht die beste Methode.
Eins muss man Konami lassen: Die japanischen Entwickler können nicht nur grandiose Spiele produzieren, sie wissen diese auch hervorragend zu vermarkten. Seit fast zwei Jahren gelang es ihnen, das Interesse an Metal Gear Solid 2 ständig wach zu halten. Jetzt ist es so weit. Das Spiel erfüllt die himmelhohen Erwartungen in fast allen Belangen. Solid Snake, der zum Kämpfer gezüchtete Agent, arbeitet für eine Organisation namens Philanthropy und infiltriert einen Tanker. Er schafft es zwar, doch das Schiff sinkt. Zwei Jahre später: Eine Bohrinsel soll an der Unglücksstelle die ökologischen Folgen der Tankerkatastrophe eindämmen. Wieder kommt es zum Schlimmsten: Die Terrorgruppe "Sons of Liberty" besetzen die Insel und nehmen das Personal als Geiseln. Besonders schlimm: Der Präsident der USA war gerade zu Besuch und gehört jetzt ebenfalls zu den Gefangenen. Da muss ein weiterer Super-Agent herhalten: Raiden, ein blonder Jüngling, der noch nie im Kampfeinsatz war. Diesen Grünschnabel steuern Sie die meiste Zeit des Spiels. Zugegeben: Viele der Handlungswendungen sind verwirrend, manche wirken auch an den Haaren herbeigezogen. Aber sie ergeben doch eine spannende und manchmal sehr humorvolle Geschichte, mit einer philosophischen Aussage über kulturelles Erbe. Kritik einstecken musste in amerikanischen Medien und deutschen Internetseiten die Erzählweise: Viel von der Handlung wird über Zwischensequenzen vermittelt, so dass die reine Spielzeit nur ungefähr 70 Prozent ausmacht. Das Spiel entschädigt aber dafür. Sowohl als Snake als auch als Raiden ist lautlose Infiltration angesagt. Am besten also: Gar nicht erst auffallen. Es gibt immer mehrere Wege an der Wache vorbei, ohne gesehen zu werden. Die meisten davon erfordern allerdings einige Geduld. Denn die Gegner sind nicht dumm, die künstliche Intelligenz ist sehr ausgereift. Sonst folgt das Spiel dem üblichen Action-Adventure-Aufbau. Es sind verschiedene Missionen zu erledigen, die dann irgendwann zu Zwischengegnern führen, bis am Schluss nur noch der Endgegner übrig bleibt. Die sind allesamt ungefähr gleich schwer zu besiegen wie im ersten Teil: Mit der richtigen Taktik geht es schon.
