Knockout City in der Vorschau: EAs großer E-Sports-Wurf? - jetzt auch mit Video!

Special Christian Fussy
Knockout City in der Vorschau: EAs großer E-Sports-Wurf? - jetzt auch mit Video!
Quelle: Electronic Arts

Passend zur Ankündigung des Third-Person-Multiplayer-Actionspiels Knockout City wurden wir von EA zu einem digitalen Preview-Event eingeladen. Dabei wurde uns das neueste Spiel aus dem Hause Velan Studios nicht nur ausführlich vorgestellt, wir hatten ebenso die Chance uns selbst in die wilden Völkerballschlachten zu stürzen.

Mit Knockout City bringen Velan Studios und Spielegigant Electronic Arts ihre etwas andere Variante eines Online-Multiplayer-Shooters auf PC und Konsolen. In einem digitalen Preview-Event hatten wir die Chance, mehrere Stunden mitsamt internationaler Kollegschaft und diversen Influencer*innen in den Action-Titel reinzuspielen und dem Entwicklerteam einige Fragen zu Knockout City zu stellen.

Bei Knockout City handelt es sich um ein Third-Person-Online-Actionspiel, bei dem sich die cartoonigen Figuren mit Völkerbällen abwerfen. Statt, wie bei der vor allem im Schulsport beliebten Sportart nur auf das eigene Feld beschränkt zu sein, gibt es in Knockout City eine ganze Stadt als Schauort. Insgesamt gibt es fünf Maps, in denen man sich frei bewegen und dem Gegenüber die Bälle um die Ohren hauen kann. Wo die Bälle auf der Spielkarte auftauchen, ist fest vorgesehen. An diesen Orten werden sie auch nachgeliefert, sollte einer vom Rand der Karte fallen oder zerstört werden.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Games without Frontiers

Knockout City erscheint gleichzeitig am 21. Mai 2021 für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC und läuft dank der Abwärtskompatibilität auch auf den aktuellen Microsoft- und Sony-Konsolen (Xbox Series X|S und Playstation 5).
Via Crossplay könnt ihr von jedem System aus an ein und demselben Spiel teilnehmen. Solltet ihr mehrere Versionen von Knockout City besitzen, könnt ihr auch euer Spielerprofil auf allen Endgeräten nutzen.

Die PC-Version kann mit Maus und Tastatur sowie Controller bedient werden. Die Tastenbezeichnungen richten sich nach dem jeweiligen Gerät. Spielt ihr beispielsweise mit einem Playstation oder Switch-Controller, werden die angezeigten Button-Prompts dem Controller-Layout angepasst.

Ducken, Deckeln, Dribbeln, Dotzen und Ducken

Ihr könnt Bälle frontal, in hohem Bogen oder mit einem seitlichen Spin auf Gegner werfen. Quelle: Electronic Arts Ihr könnt Bälle frontal, in hohem Bogen oder mit einem seitlichen Spin auf Gegner werfen. Einen Ball werft ihr mit dem rechten Trigger bzw. der linken Maustaste. Je länger die Taste gedrückt bleibt, desto mehr Wucht legt ihr in eurem Schuss. Zielen müsst ihr nicht manuell, es wird stets automatisch der nächstgelegene Gegner anvisiert. Mit E und Q bzw. X und Y (oder dem jeweiligen Äquivalent) gebt ihr dem Ball einen bestimmten Drall mit.

Mit dem linken Trigger oder der rechten Maustaste nehmt ihr hingegen kurzzeitig eine Fang-Position ein, mit der ihr den Wurf des Gegners nicht nur abwehren, sondern direkt wieder gegen ihn verwenden könnt. Bei jedem erfolgreichen Fang bekommt der Ball automatisch mehr Geschwindigkeit und wird somit schwerer zu erhaschen. Aus welcher Richtung ein Geschoss auf euch zufliegt, kann man gut mithilfe farbiger Markierungen am Bildschirmrand vorhersehen.

Spieler*innen können exakt einmal von einem regulären Ball erwischt werden, ohne auszuscheiden. Beim zweiten Mal gibt es einen Knockout mit anschließendem, leicht verzögerten Respawn. Mit Spezialbällen und anderen Tricks wie einem Rempler, der auch zum schnellen Wegducken und zur Ballabwehr genutzt werden kann, könnt ihr Gegner noch schneller ausschalten, indem ihr sie beispielsweise von der Karte stoßt und somit einen sofortigen Knockout herbeiführt. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, selbst zum Ball und in den Händen eines Mitspielers zum ultimativen Wurfgerät zu werden, das bei voller Aufladung gleich mehrere Gegner auf einmal ausknockt.

Die verschiedenen Aktionen und ihre Einsatzmöglichkeiten im Kopf zu behalten, um im richtigen Moment darauf zurückgreifen zu können, kann anfangs ein bisschen überfordernd sein. Sie zu meistern ist jedoch vor allem in der Defensive essenziell, um nicht als Kanonenfutter zu enden.

Geballter Spaß in drei Spieltypen

In der Beta seid ihr zu dritt oder zu viert im Team unterwegs. Im fertigen Spiel soll es auch einen Jeder-gegen-Jeden-Modus geben Quelle: Electronic Arts In der Beta seid ihr zu dritt oder zu viert im Team unterwegs. Im fertigen Spiel soll es auch einen Jeder-gegen-Jeden-Modus geben Die drei Spielmodi, die wir bereits einen Abend lang ausprobieren durften und die auch in der geschlossenen öffentlichen Beta am 21. Februar 2021 enthalten sein werden, sind 3 vs. 3 Team KO, 3 vs. 3 Diamond Dash und 4 vs. 4 Ball up Brawl. Neben dem für ein gelegentliches schnelles Spiel geeigneten Streetplay-Modus und einem Wettkampfmodus mit verschiedenen Rängen wird es auch die Option geben, private Spiele zu starten. Ein Offline-Modus ist weder vorhanden noch geplant - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt.

Im Team KO Modus tretet ihr in zwei Gruppen, Rot und Blau gegeneinander an. Für jeden erzielten Knockout gibt es einen Punkt für eurer Team. Das Team, das zuerst 10 Punkte erreicht hat, gewinnt die Runde. Kann ein Team zwei Runden für sich entscheiden, wird es für siegreich erklärt und das Match ist vorbei. Auf jeder Map befinden sich neben den normalen Bällen auch noch Spezialbälle von genau einer Sorte, die zu Beginn des Matches zufällig bestimmt wird. Darunter Käfig-Bälle, mit denen getroffene Figuren zu Bällen zusammengequetscht werden und ihr sie ohne Probleme von der Karte schmeißen könnt, verschiedene Bomben-Bälle, die nach einem abgelaufenen Countdown oder bei Berührung explodieren und Mond-Bälle, die euch höher springen und Gegner bei einem Treffer von der Weltkarte katapultieren lassen. Insgesamt soll es sechs verschiedene Balltypen geben.

Marginale Veränderungen an diesem Spielprinzip gibt es im Diamond Dash Modus. Hier lassen ausgeknockte Gegner Diamanten fallen, die es einzusammeln gilt, um zusätzliche Punkte zu gewinnen. Geht eine Kameradin neben euch zu Boden, könnt ihr die Diamanten schnell aufklauben, um Schlimmeres zu verhindern. Fällt eine Spielfigur allerdings von der Weltkarte, werden dem gegnerischen Team automatisch die vollen Punkte zugeschrieben. Es gilt, 30 Diamanten zu verdienen, um eine Runde zu gewinnen.

Die letzte und konzeptionell unterschiedlichste Spielvariante war dann der Ball up Brawl. In diesem Modus spawnen nämlich keine Spielbälle, weshalb ihr darauf angewiesen seid, eure Mitspieler*innen zu werfen oder in Ball-Form von ihnen geworfen zu werden. Ihr seid also gezwungen, euer Schicksal buchstäblich in die Hände eurer Teammitglieder zu legen. Das fördert nicht nur Teamwork, sondern auch Chaos und sorgte zumindest in den rund fünf Stunden, die wir mit dem Spiel verbachten, für die meiste Unterhaltung.

It's a Knockout

Wer von der Karte fliegt, verliert sofort beide Lebenspunkte und spendiert dem Gegner auch ohne dessen Einwirken einen Punkt. Quelle: Electronic Arts Wer von der Karte fliegt, verliert sofort beide Lebenspunkte und spendiert dem Gegner auch ohne dessen Einwirken einen Punkt. Das simple Spielprinzip ist motivierend und einem Gegner den Ball auf die Schnauze zu knallen, fühlt sich einfach jedes Mal befriedigend an. Dennoch gibt es auch ein paar Kritikpunkte, die wir bei unserer Spielsession vermerkt haben.

So gibt es an der grafischen Qualität zwar wenig zu beanstanden, der leicht cartoonige Look, den derzeit fast jedes Online-Spiel von Apex Legends bis Valorant zu haben scheint, ist allerdings auf Dauer doch recht eintönig. Zumal die namensgebende Stadt in der Kreativität ihrer Architektur Welten hinter anderen Fantasie-Städten wie Gotham City oder der offensichtlich als Inspirationsquelle genutzten Grind City aus Jet Set Radio zurückbleibt.

Neben ästhetischen Beanstandungen gibt es auch am Gameplay ein paar kleinere Macken. So fällt es vor allem mit einem größeren Monitor extrem schwer, die Indikatoren an den Seiten des Bildschirms im Auge zu behalten, die einen vor nahenden Bällen warnen, während man sich auf das Spielgeschehen in der Mitte des Frames konzentriert. Weil solide Defensivarbeit ohnehin schon der anspruchsvollste Teil des Spiels ist, ist es absolut notwendig, dass die Hilfen auch als solche genutzt werden können. Auch der Radius des Superangriffs, der immer dann ausgeführt werden kann, wenn jemand einen Schuss mit einem menschlichen Ball komplett aufgeladen hat, ist durch die minimalistischen Anzeigen nur schwer zu erkennen. Hier sollte sich Velan Studios vielleicht noch weitere Darstellungs-Optionen überlegen.

In unserer Spielsession monierten außerdem viele Stimmen im Chat das Fehlen einer Statistik-Anzeige im Spiel. So ist erst am Ende eines Matches und nur für die jeweilige Person ersichtlich, wie viele Knockouts sie verteilt hat. Wir fanden diesen Ansatz eigentlich sehr erfrischend und förderlich für den Spielspaß, gehen jedoch davon aus, dass Velan hier bald Abhilfe für die statistikhungrige Zockerschaft schaffen wird. Zumindest können wir uns nicht vorstellen, dass der Wettkampfmodus ohne diese Option an den Start gehen wird.

Dressing up in costumes, playing silly games

Ihr könnt eure Spielfigur in 17 Slots mit verschiedenen Anpassungen ausstatten. Darunter Handschuhe, Frisuren und Posen für Sieg und Niederlage. Quelle: Electronic Arts Ihr könnt eure Spielfigur in 17 Slots mit verschiedenen Anpassungen ausstatten. Darunter Handschuhe, Frisuren und Posen für Sieg und Niederlage. Dadurch, dass der Gameplay-Fokus auf Timing statt auf Zielsicherheit liegt, dürften Gelegenheitsspieler*innen und Multiplayer-Neulinge weniger überfordert mit den Abläufen eines Matches sein als das beispielsweise bei einem Overwatch oder Counter Strike der Fall sein dürfte. Allerdings ist Knockout City trotzdem ein Skill-basiertes Spiel, das beherrscht und optimiert werden will. Nur, wer zusammenarbeitet, sich koordiniert und Situationen richtig einschätzen kann, hat am Ende Erfolg. Bereits in der kurzen Zeit, die wir mit dem Spiel verbrachten, hingen Sieg und Niederlage häufig davon ab, welche Spieler*innen bestimmte Mechaniken verinnerlicht hatten und welche nicht. So ist es essenziell, sich mit dem Zeitfenster genauestens vertraut zu machen, in dem ein Ball bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefangen werden kann. Außerdem hilft es natürlich, sich mit dem Layout der verschiedenen Maps und den dort möglichen Spielzügen vertraut zu machen, weshalb wohl nur Leute, die wirklich regelmäßig zocken im Wettkampfmodus hohe Ränge erreichen werden.

Neben diesen gibt es in Knockout City zudem ein Leveling-System sowie verschiedene tägliche und wöchentliche Challenges, mit deren Abschluss die Ingame Währung "Holobux" verdient wird. Mit dieser können dann Kostüme, Frisuren, Accessoires und Gesten für eure Spielfiguren freigeschaltet werden. Die Holobux, die es auch für echtes Geld im Item-Shop zu kaufen geben wird, sollen die einzige Währung im Spiel sein und auch lediglich durch Gameplay zusammengetragen werden können. Alle freischaltbaren Objekte seien laut den Entwicklern nur kosmetisch und hätten keinen Einfluss auf Stats oder Gameplay. Außerdem soll die Vollversion von Knockout City, die 19,99 US-Dollar bzw. Euro kosten wird, bereits zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung enthalten, ohne dass dafür zusätzliches Geld, ob virtuell oder echt, investiert werden müsse. So könnt ihr beispielsweise eine Crew mit bis zu 32 Personen gründen und für diese einen einheitlichen visuellen Stil festlegen, der zwar von den einzelnen Mitgliedern angepasst werden kann, sich jedoch genug ähnelt, um eine Zugehörigkeit zu zeigen.

Beim Fangen ist Timing gefragt. Wer zu früh auf den Knopf drückt, ist danach schutzlos gegen Angriffe. Quelle: Electronic Arts Beim Fangen ist Timing gefragt. Wer zu früh auf den Knopf drückt, ist danach schutzlos gegen Angriffe. Auf unsere explizite Nachfrage, ob es Lootboxen im Spiel geben wird, antwortete Velan-CEO Karthik Bala mit einem entschiedenen "Nein" und versprach, dass es auch in Zukunft keine solchen Mechaniken in Knockdown City geben wird. Auch ein Battle Pass ist bisher nicht geplant. Dennoch wäre es schwachsinnig zu denken, dass sich Velan noch keine Gedanken über eine langfristige Monetarisierung gemacht hat. Ansonsten wäre der Plan, das Spiel nach Launch über einen bisher unbegrenzten Zeitraum ständig weiter mit neuen Inhalten zu beliefern, ja auch zu altruistisch für einen großen Publisher wie EA. Man kann also damit rechnen, dass es im Item-Store mehr Gegenstände zu kaufen geben wird, als man sie jemals auf kostenlosem Wege freispielen kann. Nach Launch soll im Abstand von neun Wochen regelmäßig neuer Content nachgeliefert werden. Diese neun Wochen bezeichnet der Entwickler als eine Season.

Die neue Spielvarianten und Bälle, die diese Seasons mit sich bringen, müssen nicht extra bezahlt werden. Daneben soll es aber auch Events geben, die sich möglicherweise hinter einer Paywall verbergen. Alles deutet darauf hin, dass EA und Velan darauf abzielen, Knockout City zu einem Service-Game zu machen, das von der E-Sports-Szene angenommen und den Unternehmen für längere Zeit Geld in die Kassen spülen wird.

Meinung

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk