Captain-Baseballbat-Boy hat diesmal einen großen Auftritt.
Geiles Spiel?
Das klingt doch alles so richtig toll, wo ist also der Haken? Nun, Max Payne 2 ist in Sachen Leveldesign ein zweischneidiges Schwert. Weitläufige Passagen ermöglichen dem Spieler die volle Kontrolle über das Geschehen und machen richtig Spaß. Enge, verwinkelte Gänge machen der Kamera Probleme und schnell geht die Übersicht verloren. Schlimmer sind allerdings die vielen Stellen im Spiel, die man schlicht auswendig lernen muss. Man betritt einen neuen Raum, orientiert sich, ein Skript wird ausgelöst und Max wird beispielsweise unter einem tonnenschweren Regal begraben. "Game over, bitte laden Sie Ihren letzten Spielstand!" Gegenüber dem Vorgänger wurden diese Stellen zwar verringert, sind aber immer noch vorhanden und stören. Ebenfalls belastend für das Nervenkostüm sind einige Hüpfpassagen. Hier wirkt die Spielmechanik ziemlich ungeeignet für präzises Spielen und so fragt man sich dann, ob es diese Hopsereien wirklich gebraucht hätte. Nicht zuletzt dank der albernen Sprung-Animation von Max und Mona wäre hier weniger mehr gewesen. Diese Kritikpunkte würden aber eigentlich gar nicht so schwer wiegen, wenn da nicht das Speichermanagement auf der PS2 wäre. Auf dem PC oder der Xbox sichert man seinen Fortschritt
in Sekundenschnelle mit einem Tastendruck, auf Sonys schwarzem Kasten braucht es eine Menge Geduld. Ein Speichervorgang kostet alles in allem ungefähr 20 Sekunden, was angesichts der eigentlich notwendigen häufigen Sicherungen den Spielfluss erheblich hemmt. Natürlich dauert auch der Ladevorgang nach einem Ableben seine Zeit und so gibt es haufenweise Stellen im Spiel, an denen man kaum noch etwas vom Spiel mitbekommt und in erster Linie das schicke Menü und Ladebildschirme anglotzt. Diesen Malus kann man den Entwicklern aber nicht einmal besonders vorwerfen. Die Memory Card ist und bleibt nun mal ein sehr langsames Speichermedium, eine Festplatte ist hierzulande für die PS2 noch nicht erhältlich. Anders wäre es nicht realisierbar gewesen und der reine Zugriff auf die Speicherkarte ist für ein PS2-Spiel gar nicht mal ungewöhnlich lang. Dennoch: Ein echter Spielfluss will sich einfach nicht einstellen. Wer nicht speichert, stirbt trotzdem tausend Tode und spielt eben längere Passagen nochmals. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch der benötigte Speicherplatz für einen Spielstand: 1.140 kByte sollten schon frei sein.
Unschön
Vorwürfe müssen sich die Entwickler aber dennoch gefallen lassen. Während das erste Drittel des Spiels zwar nicht übermäßig, aber zumindest weitestgehend konstant flüssig und damit noch ordentlich spielbar ist, wird Max Payne 2 ab dem zweiten Drittel zu einer Tortur. Die Bildrate sackt häufig drastisch in den Keller und ist deshalb einfach nicht akzeptabel. Konvertierung hin oder her, solche Ruckelorgien sind für keinen Spieler zumutbar. Die Tour de Force gipfelt in einem Endkampf, der alle Kritikpunkte des Spiels noch einmal in sich vereint. Die PlayStation 2 mag für diesen Titel nicht die geeignetste Plattform sein, dennoch beweisen zahlreiche andere Spiele, dass weit mehr aus der Konsole zu holen ist. Neben der grausigen Framerate ist nämlich auch die generelle Optik der Umgebungen und Charaktere alles andere als eine Augenweide. Grobe Texturen bestimmen das Bild und von der auf dem PC noch so betörenden Optik ist nicht mehr viel übrig. Grafisch spielt Max Payne 2 in der gleichen Liga wie Enter the Matrix, nur läuft Letzteres fast durchgehend mit 60 Frames pro Sekunde. Das gibt einem zu denken.
