gamescom-Vorschau zu Marvel's Avengers: Wir durften endlich selbst Hand anlegen!

Special Christian Dörre
gamescom-Vorschau zu Marvel's Avengers: Wir durften endlich selbst Hand anlegen!
Quelle: Square Enix

Helden, Haue, hakelige Kämpfe - auf der gamescom 2019 in Köln durften wir das Superhelden-Abenteuer erstmals selbst spielen und waren davon etwas enttäuscht.

Wer heutzutage noch nichts von den Avengers gehört hat, lebt wohl entweder mit geschlossenen Augen und den Fingern in den Ohren in einer Höhle auf dem Mond oder gehört zur Altersklasse CDU-Wähler. Marvels mächtigste Helden sind seit Jahrzehnten ein Grundpfeiler der Comic-Industrie und seit Endgame auch die Protagonisten des erfolgreichsten Films aller Zeiten. Nun versammeln sich die Avengers auch endlich auf der Konsole. Wurde auf der diesjährigen E3 nur ein Gameplay-Trailer zu Marvel's Avengers (jetzt kaufen ) enthüllt, der jede Menge Action versprach, durfte man nun auf der gamescom 2019 in Köln auch endlich selbst zocken.

Mehr zum Thema: Marvel's Avengers auf der E3 2019: Vier Freunde sollt ihr sein!

So ganz vom Hocker gehauen hat uns die Superheldensause jedoch nicht.

Auf der Messe auf die Fresse

In der Stadt des (bald wieder) zweitklassigen Geißbocks durften wir die ersten 30 Minuten von Avengers spielen, die bereits im E3-Trailer als Gameplay zusammengeschnitten waren. Der Taskmaster und seine Gehilfen verüben einen Terroranschlag auf die Golden Gate Bridge in San Francisco und da können die ruhmreichen Rächer natürlich nicht tatenlos zusehen. Der Auftakt dient natürlich als Tutorial, in dem einem die Eigenschaften der jeweiligen Charaktere näher gebracht werden. Zunächst kloppen wir uns als Thor mit ein paar Fieslingen, lernen den Blitzschlag und werfen natürlich Mjölnir gegen Gangster-Köpfe. Anschließend übernehmen wir die Kontrolle von Iron Man.

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Dabei fliegen wir hinter mit Jetpack bestückten Taskmaster-Jüngern her und schießen diese mit den Repulsoren von Tony Starks alter Ego vom Himmel. Danach verwandelt sich Bruce Banner in den Hulk und wir dürfen mit dem grünen Grobian über das berühmte Wahrzeichen der Bay Area walzen. Selbst einen Panzer zerpflücken wir mühelos. Als Nächstes ist dann Captain America an der Reihe. Auf dem Shield-Helicarrier hauen wir auf Fieslinge ein und werfen ihnen unseren Schild in die Visagen bis wir schließlich Black Widow übernehmen, die sich direkt mit dem Taskmaster anlegt und so einen kleinen Bosskampf vom Zaun bricht. Wir verfolgen den fliegenden Stinkstiefel, pflücken ihn unsanft aus der Luft, weichen seinen Attacken aus und schießen ihm mit unseren Pistolen ein paar blaue Bohnen entgegen.

gamescom-Vorschau zu Marvel's Avengers: Wir durften endlich selbst Hand anlegen! (2) Quelle: Square Enix gamescom-Vorschau zu Marvel's Avengers: Wir durften endlich selbst Hand anlegen! (2) Das ist alles super rasant und richtig spektakulär inszeniert, spielte sich jedoch nicht so dynamisch, wie es sich vielleicht anhört. Abgesehen von Black Widow spielen sich alle Figuren etwas schwerfällig. Beim Hulk ist das natürlich nachvollziehbar, aber auch Thor steuert sich wie ein Panzer. Zudem wirkten die Kombos bestehend aus leichten und schweren Angriffen immer irgendwie etwas behäbig. Selbst beim Flugabschnitt mit Iron Man macht das Spielgeschehen keinen sonderlich schnellen Eindruck. Überhaupt scheint der Milliardär in der eisernen Maske das Problemkind der Heldentruppe zu sein. Nach dem Verfolgungsabschnitt wird Iron Man von bewaffneten Gegnern gestellt, woraufhin der Kampfablauf recht unbeholfen aussieht. Tony Stark schwebt ziemlich behäbig dahin und wenn man mal etwas weiter in die Lüfte aufsteigt und getroffen wird, sinkt Iron Man direkt wieder zu Boden. Das sah unfreiwillig komisch aus. Wir wollen jetzt allerdings auch nicht zu negativ klingen. Die Präsentation ist klasse und auch das Gameplay nicht schlecht. Es macht eigentlich auch Spaß, aber irgendwie fehl das gewisse Etwas. Bei der Technik muss sich bis zum Release am 15. Mai 2020 aber definitiv noch etwas tun. Der Titel ruckelte teilweise sehr auffällig auf der PS4 Pro.

Alleine oder im Team?

Neben ersten Hands-on-Eindrücken rückten Publisher Square Enix und Entwicklerstudio Crystal Dynamics auch neue Informationen zum Koop-Modus heraus. Nach dem E3-Trailer waren viele Leute skeptisch, ob das dort gezeigte Gameplay mit einem Multiplayermodus vereinbar ist. Doch nun wird klar, das Spiel hat ein ganz anderes Konzept. Nach dem sogenannten A-Day, eben jenem Tag, als bei dem Kampf gegen den Taskmaster viele Unschuldige verletzt wurden, setzen sich die Avengers zur Ruhe, Superhelden werden geächtet und der Konzern AIM reißt mit seinen Kampf-Androiden viel Macht an sich, um ein Unrechtsregime aufzubauen. Die ehemaligen Avengers wollen dabei irgendwann nicht mehr zusehen und führen nun eine Art Guerillakrieg gegen AIM.

gamescom-Vorschau zu Marvel's Avengers: Wir durften endlich selbst Hand anlegen! (3) Quelle: Crystal Dynamics gamescom-Vorschau zu Marvel's Avengers: Wir durften endlich selbst Hand anlegen! (3) Daher gibt es auch eine Kriegskarte. Dort wählt ihr dann zwischen Hero- und Warzone-Missionen. Hero-Missionen sind reine Singleplayer-Story-Quests, welche die Geschichte weitererzählen und auf einen speziellen Avenger ausgelegt sind. Beispielsweise Fluglevels für Iron Man und Abschnitte, in denen viel zu Bruch geht, für den Hulk. Warzone-Missionen sind hingegen für einen bis vier Spieler ausgelegt. Hier darf der Held frei gewählt werden. In Warzone-Quests erhält man zusätzliche Erfahrungspunkte, Outfits, Ausrüstungsgegenstände und Informationen zur Story. Warzone soll über mehrere Jahre mit neuen Helden und weiteren kostenlosen Inhalten unterstützt werden. Zudem machten die Entwickler klar, dass bei ihnen die Charaktere im Fokus stehen - sowohl im Hero-Modus als auch bei Warzone-Missionen. Jede Figur habe eigene Motivationen und Wege, um mit dem Unglück des A-Days umzugehen.

Des Weiteren sollen Spieler über das Skill und Perk-System selbst festlegen können, welche Spielweise sie bei den Avengers passend finden. Dies erklärt man uns am Beispiel von Thor. Möchte man ihn zum starken Nahkämpfer machen, der mächtig austeilt, viel einstecken kann und immer an vorderster Front zu finden ist, soll das genauso möglich sein wie ein Donnergott, der sich eher aus dem Kampfgetümmel fernhält, weil er nach ein paar Treffern bereits umkippt, aber dafür aus etwas Entfernung Blitze auf die Gegner schleudert. Das klingt ziemlich interessant. Trotz der oben genannten Kritik am Spiel, sind wir sehr gespannt, wie sich Marvel's Avengers in den kommenden Monaten bis zum Release entwickelt. Genügend Potenzial für ein starkes Spiel ist jedenfalls vorhanden.

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