E3-Vorschau zu Manifold Garden: Puzzlespiel mit Stil und Substanz

Special Lukas Schmid Matti Sandqvist
E3-Vorschau zu Manifold Garden: Puzzlespiel mit Stil und Substanz
Quelle: William Chyr Studio

Manifold Garden nimmt einen nicht an die Hand. Es wirft einen ohne Vorbereitung in seine pastellfarbene, texturlose Welt und sagt einfach "Mach mal!". Also haben wir das auf der E3 2019 halt mal gemacht. Was? Nun, Rätsel gelöst, um durch die sich endlos wiederholende, einzigartige Welt zu gelangen und ihr ihre Geheimnisse zu entlocken. In unserer Vorschau verraten wir, was wir dabei erlebt haben.

Was würde geschehen, würde sich die Welt in einer unendlichen Spirale befinden, in der man in einen Abgrund springen könnte und wieder dort landen, wo man heruntergehüpft ist? Nun, man würde sich im besten Fall die Beine brechen, im wahrscheinlicheren aber wohl als roter Fleck in der Landschaft enden. Dankenswerterweise hat unser namenloser Protagonist in Manifold Garden Knöchel aus Stahl. Nein, einen Game-Over-Screen gibt es in dem Ego-Ansicht-Puzzler nicht, dafür aber Geometrierätsel, die unser logisches Denken und auch unseren Magen ganz schön auf die Probe stellen.

Die Frage nach dem Warum

Worum geht's? Keine Ahnung! Eine echte Handlung ist in Manifold Garden (noch) nicht auszumachen, zumindest innerhalb der ersten etwa 45 Minuten, die wir auf der Messe spielen konnten. Alles, was wir wissen - und das auch nur, weil Chefentwickler William Chyr es uns gesagt hat -, ist, dass wir Leben in die sterile Spielwelt zurückbringen müssen. Und steril ist sie allerdings, wenn auch keineswegs unansehnlich. Wir finden uns in einer fast untexturierten, von Linien und einfachen Formen bestimmten Welt wieder, nicht unähnlich einem Gemälde M.C. Eshers. Dessen Bilder sind auch tatsächlich eine der Inspirationen hinter dem Spiel.
Manifold Garden in der E3-Vorschau. (4) Quelle: William Chyr Studio Manifold Garden in der E3-Vorschau. (4) Das zeigt sich auch daran, wie wir unserer Aufgabe nachgehen - im Grunde gilt es lediglich, voranzukommen. Stehen wir neben einer Wand, drücken wir einfach den rechten Schulterknopf respektive die Maustaste und wechseln dadurch die Gravitation. Was Wand war, ist nun Boden und wenn wir einen weiteren Wechsel machen, stehen wir auf einmal Kopfüber da. Das können wir mit absolut jeder Fläche im Spiel machen. Zwar passt sich die Ausrichtung des Bildes immer unserer Position an, allerdings ist davon auszugehen, dass dieser sehr verwirrende Wechsel bei den ersten paar Malen noch Spielern mit Neigung zu Motion Sickness gehörig auf den Magen schlagen wird.

Es geht abwärts

Manifold Garden in der E3-Vorschau. (3) Quelle: William Chyr Studio Manifold Garden in der E3-Vorschau. (3) Das zweite Rätselelement haben wir ja schon erwähnt: Die Welt befindet sich in einem unendlichen Loop. Springen wir von einer Klippe in den scheinbar unendlichen Abgrund, so landen wir in Wahrheit einige Sekunden später wieder dort, wo wir angefangen haben. Mit diesen beiden Spielelementen, deren innere Logik man sich angesichts nicht vorhandener Tutorials selbst erschließen muss, wissen wir über die wichtigsten Inhalte Bescheid - zumindest im Rahmen dessen, was wir gespielt haben. Mit diesem Wissen im Gepäck gilt es Schalter zu finden und zu betätigen, um Türen zu öffnen. Ebenso sollen wir Blöcke platzieren, um weiterzukommen und dabei immer ein Auge auf die Umgebung zu haben. Manchmal ist die Lösung lediglich einen gewaltigen Sprung in die unendlichen Tiefen entfernt.

Starker Puzzler

Was Manifold Garden beeindruckendes gelingt: Im wahrlich sattsam bedienten Genre der Ego-Puzzler sticht es hervor und bleibt im Gedächtnis. Einerseits wegen seines einzigartigen Grafikstils, andererseits wegen der Spielidee, die wir so noch nirgends gesehen haben. 2019 soll der Titel nach fast sieben Jahren Entwicklungszeit und einem Team, das von nur einem Mann zu zwölf Personen angewachsen ist, endlich erscheinen. Wir freuen uns schon drauf!

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