Life is Strange: Before the Storm - Lebewohl, der bittere Abschied von Arcadia Bay
Special
Mit der Lebewohl-Bonus-Episode zu Life is Strange: Before the Storm finden die Geschichten rund um Arcadia Bay ein Ende. Ein letztes Mal erleben wir die Freundschaft zwischen Chloe und Max. Und noch einmal laufen die Autoren zur Höchstform auf und liefern einen emotionalen Abschied, wie er kaum stärker möglich ist.
Nun ist es also vorbei. Vorbei mit Arcadia Bay, vorbei mit Max, mit Chloe und all den anderen Charakteren aus der verträumten kleinen Küstenstadt von Oregon. Mit der Farewell-Bonus-Episode zu Life is Strange: Before the Storm (jetzt kaufen ) müssen Fans nun zumindest für die absehbare Zukunft tatsächlich Lebewohl sagen. Die zweite Staffel von Life is Strange, die sich bei Dontnod Entertainment bereits in der Entwicklung befindet, wird sich mit völlig neuen Figuren und Schauplätzen beschäftigen. Man soll zwar niemals nie sagen, aber für Max, Chloe und Rachel war es das nun erstmal.
Nach dem Abschluss der drei Episoden von Before the Storm kurz vor Weihnachten haben die Fans von Life is Strange diesem letzten Wiedersehen entgegengefiebert. Wobei entgegengefiebert vermutlich der falsche Ausdruck ist. Denn vielen war von vornherein klar, dass es sehr emotional und traurig werden würde. Es geht bei "Lebelwohl" nämlich nicht nur um den Abschied von Max und Chloe von den Fans, sondern auch voneinander. Wir schlüpfen in die Rolle der 13-jährigen Max, die kurz davor steht, mit ihren Eltern nach Seattle zu ziehen.
Piraten-Abenteuer
Wie an so vielen Tagen in ihrem Leben verbringen die beiden Freundinnen die Zeit miteinander, albern rum und haben Spaß. Zwischen all dem versucht Max den Mut zu finden, ihrer besten Freundin zu sagen, dass sie bald weg sein wird. Wie schwer ihr das fällt, schwingt in fast jeder Aussage
Quelle: PC Games
Max und Chloe erinnern sich an ihre jüngeren Selbst und begeben sich auf ein letztes Piraten-Abenteuer.
des schüchternen Mädchens mit. Und so wird der Abschied des Spielers vom Haus der Price Familie auch der langsame Abschied von Max vom vertrauten Umfeld ihrer Kindheit. Ein letztes Mal verwandeln sich Chloe und Max in Captain Bluebeard und Long Max Silver, die als Piraten den Hinterhof unsicher machen und sich auf die Schatzsucher nach einer Zeitkapsel begeben.
Während die beiden in Erinnerungen an ihre jüngeren Ichs schwelgen, schwebt das kommende Schicksal wie ein Damokles-Schwert über so gut wie jeder Szene. So ist die Episode nicht nur gefüllt mit jeder Menge liebevollem Fan-Service. Überall gibt es Momente der Vorahnung, sogenanntes Foreshadowing, die auf kommende Ereignisse verweisen. So schön die Momente der Freundschaft zwischen Max und der noch sehr unbeschwerten Chloe sind, so hart holt einen das Spiel auch wieder in die Realität zurück. Es wäre nicht Life is Strange, wenn es nicht jede sich bieten Gelegenheit nutzen würde, den Spieler an metaphorische dunkle Orte zu schicken. Und die Entwickler von Deck Nine machen dabei keine halben Sachen.
Abschied in vielerlei Hinsicht
Spätestens wenn es dem Spieler dämmert, welchen Tag im Leben der beiden Mädchen er gerade erlebt, wird klar, dass der Titel Lebewohl in Bezug auf diese Episode mehr als nur zwei Bedeutungen besitzt.
Quelle: PC Games
Die ganze Episode ist nicht nur mit Fanservice gefüllt, sonder auch mit düsterem Foreshadowing.
Nicht nur für Max, denn die kurze Story macht auch mehr als deutlich, warum Chloe im späteren Leben das Mädchen geworden ist, als das wir sie kennen gelernt haben. Von vielen wurde sie während der ersten Staffel als zu aufdringlich, exzentrisch und unhöflich empfunden. Lebewohl macht einen fantastischen Job aufzuzeigen, wie diese Charakterzüge entstanden sind.
Es ist zwar die kürzeste Episode, die es in Life is Strange jemals gab, es ist aber zugleich auch eine der emotional stärksten. Weil es kaum Leerlauf gibt und auch weil die großartig geschriebenen Dialoge und Gedanken wieder hervorragend von Hannah Telle und Ashly Burch zum Leben erweckt werden. Es ist nachvollziehbar, dass der Aufpreis von rund acht Euro für eine nicht einmal zweistündige Bonus-Episode nicht jedem schmeckt. Wem Max und Chloe in den vergangenen drei Jahren aber an Herz gewachsen sind, wird sich diesen emotionalen Abschied nicht entgehen lassen wollen. Auch wenn er sich darauf einstellen muss, das es schmerzhaft wird.
