Let's Sing 2021 im Test: Ideal, um die Nachbarn in den Wahnsinn zu singen
Test
Ein neues Jahr beginnt - wir alle wissen, was das heißt. Richtig: Von sämtlichen Tanz-, Sport- und Karaokespielen erscheint ein neuer Teil! Hier im Test: Let's Sing 2021.
Wenig Überraschungen bei Let's Sing 2021 mit deutschen Hits: Wie schon im guten alten Singstar zeigen vorüberlaufende Balken in der Bildschirmmitte Tonhöhe und Silbenlänge an, eure Stimmlage lest ihr daran ab, ob sich der Marker genau über den Balken befindet (dann singt ihr richtig), darüber oder darunter. Spielt ihr alleine, stehen über den Balken auch die Liedtexte (in sehr kleiner Schrift), bei vier Spielern hingegen muss man sich dafür nach unten an den Bildschirmrand orientieren, sodass man die Anzeige der Noten leicht aus den Augen verliert.
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Anstatt unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zum Einstellen sind die 35 enthaltenen Songs per Sternewertung in unterschiedliche Anspruchsstufen eingeteilt, von simpel (Dance Monkey) bis hin zu kompliziert (Kiss from a Rose). Allgemein kann man aber festhalten, dass Let's Sing keine gnadenlosen Urteile über die Gesangskünste der Teilnehmer fällt, man fährt sehr schnell Erfolgserlebnisse ein und bekommt meist auf Anhieb die Silber- und Goldauszeichnungen hinterhergeworfen.
Punkte scheffelt man auch auf Wunsch ganz einfach - erfahrene Gesangsmuffel wissen das - durchs Summen ins Mikrofon oder Smartphone. Zusatz-Hardware ist nicht zwangsläufig zum Spielen nötig, ihr könnt auch euer Handy mit der dazugehörigen App zweckentfremden. Bei allen Songs, auch den ganz alten Schinken, läuft im Hintergrund das Original-Musikvideo, allerdings lässt die Qualität einiger Aufnahmen sehr zu wünschen übrig, gerade in dunklen Bildbereichen wimmelt es vor Artefakten. Aber beim leidenschaftlichen Singen hat man dafür meistens ohnehin kein Auge.
Ein Strauß Modi
Quelle: PC Games
Das Musikvideo ist Kult – allerdings ist Take On Me von a-ha DLC-Ware, für die ihr extra löhnen müsst. Wir haben Nintendo-Goldpunkte für das Paket eingelöst.
Auch die Modi kommen ohne große Überraschungen aus: Im Classic-Modus singt ihr alleine oder mit anderen (oder der unfähigen KI) einzelne Songs, ihr duelliert euch online, erstellt Mixtapes mit jeweils fünf handverlesenen Songs, nutzt den Party-Modus mit Team-basiertem Gameplay, trällert Duette, hört die enthaltenen Lieder im Jukebox-Bereich oder besiegt Computergegner im Legends-Part des Spiels. Ihr steigt währenddessen stetig im Level auf, wodurch ihr neue Kostüme für die Avatare freischaltet. Die Tracks hingegen sind alle von Anfang an auswählbar und das Aufsteigen geht flott vonstatten - da kann sich die Musikspielkonkurrenz Fuser gerne eine Scheibe von abschneiden. Die Kalibrierung der Mikros ist in einem gesonderten Punkt bei den Optionen einstellbar.
Mageres Buffet
Quelle: PC Games
Ihr könnt mehrere Mixtapes mit jeweils fünf Songs erstellen, die ihr dann
aufeinander folgend zum Besten gebt. Die Präsentation ist recht hübsch!
Ein Karaokespiel steht und fällt mit der Liedauswahl. Natürlich ist dies eine sehr subjektive Angelegenheit, auf jeden Fall lässt sich aber festhalten, dass sich Let's Sing 2021 (jetzt kaufen 34,99 € ) an das jüngere Publikum richtet mit all seinen (Deutsch-)Pop-Songs - wenn euch die Namen Justin Bieber, Mark Forster, Ariana Grande, Dua Lipa und Lizzo nichts sagen oder gar abschrecken, ist dieses Spiel nichts für euch. Insgesamt auffällig ist die große Menge an Songs für hohe Stimmlagen. Mit 35 Tracks ist die Auswahl nur marginal größer als beim allerersten Singstar aus dem Jahre 2004 und um 12 Tracks geringer als beim ersten Guitar Hero von 2006. Nachkaufen dürft ihr natürlich auch bei Let's Sing: Online stehen aktuell 11 DLC-Pakete mit jeweils fünf weiteren Liedern für einen Preis von jeweils circa 5 Euro bereit - ein Euro pro Song also.
Quelle: PC Games
Meist ist es sehr einfach, auf Anhieb tolle Punktzahlen abzusahnen. Die KI hingegen tut sich schwer, sie ist niemals wirklich Konkurrenz.
Einzelkäufe sind jedoch nicht möglich. Oder ihr entscheidet euch für den Komplettzugang, der mit etwa 45 Euro zu Buche schlägt und damit mehr kostet als das Spiel an sich. Auch bei den DLCs ist die Songauswahl durchwachsen und teilweise amüsant - wer denkt bei dem Paketthema "Legendary Rock" denn bitte an The Rasmus? Ein Ärgernis stellt nach wie vor die Unmöglichkeit dar, auf Songs der vorangegangenen Spieleausgaben komfortabel zuzugreifen. Wenn man Lieder aus den Vorgängern zum Besten geben möchte, muss man nach wie vor die Cartridges wechseln, beziehungsweise die Software beenden und die alte starten. Das ist im Jahre 2021 nicht mehr zeitgemäß und nervt gerade in großen Runden. Außerdem schreckt das zusätzlich davon ab, Geld für DLCs auszugeben, wenn man die Lieder doch beim Nachfolger nächstes Jahr nicht ohne Weiteres auch benutzen kann.
Eine Frage des Geschmacks
Ihr solltet vor der Kaufentscheidung die Trackliste lesen, denn im Grunde ist Let's Sing 2021 beinahe das gleiche Spiel wie im Jahr zuvor, nur eben mit einer neuen Musikbibliothek. Technisch funktioniert das Spiel reibungslos, die Ladezeiten könnten kürzer sein, aber vor allem in geselliger Runde ist dieser Umstand kein Beinbruch. Die Mikrofone leisteten gute Dienste, durch die großzügige Punktevergabe des Spiels an die Sänger und die musikalisch unfähige KI verläuft die Gesangskarriere selbst für weniger begabte Naturen motivierend. Was Let's Sing fehlt, ist eine Möglichkeit, die Liedersammlung ohne Sonderzahlungen zu erweitern, zum Beispiel mit Songs, die man in den Vorgängern gekauft hat.
Let's Sing 2021 ist für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.
