Je mehr Erfahrung, desto mehr Pfeile, sprich Hiebe, haben Sie.
Es gibt "überholte" Spiele, bei denen hat man das Gefühl, sie wurden aus Überzeugung so altmodisch entwickelt. Das macht sie sympathisch. Und es gibt welche, die einem nur ein Wort entgegenzuschreien scheinen: Faulheit! Dazu gehört Legaia 2. Anstelle von Genesis-Bäumen suchen Sie mit Ihrer Dreier-Party diesmal magische Steine, die von verderbten "Mystics" geklaut wurden; Geschöpfe, die unter dem Schutz von Elementar-Geistern stehen - so genannter "Origins". Immerhin handelt es sich bei unserem (austauschbaren) Protagonisten und seinen (austauschbaren) Freunden ebenfalls um Mystics, die ihre eigenen Origins anweisen dürfen, (austauschbare) Gegner zu plätten oder bei Rätselvorrichtungen zu helfen. Ohne Aufleveln geht natürlich nichts, also stapfen Sie Stunde um Stunde durch (austauschbare) Berge, Wälder und Verliese, handeln mit Tonnen von (austauschbarer) Ausrüstung und legen sich mit großspurigen Endgegnern an. In den Rundengefechten lösen Sie - neben Zaubern, Heilaktionen etc. - Angriffe über die Richtungstasten aus. Die langsam wachsenden Pfeil-Combos erlernen Sie im Lauf der Handlung oder müssen Sie durch Probieren herausfinden. Manche Combos dürfen Sie aneinander fügen, ebenso wie Besitztümer zu Neukreationen verschmelzen. Dieses einfache System, das einem mit der Zeit immer komplexere Möglichkeiten eröffnet, rettet den Titel vor dem Versumpfen im Unauffälligkeits-Matsch. Das Landschaftsdesign wechselt zwischen "genießbar" und "detailarme Pixelwüste"; die Effekte wirken platt und abwechslungsarm; die groben Polygon-Figuren bewegen sich wie Roboter, auf Mimik hat man weitgehend verzichtet. Aus den Boxen pfeift das gewohnte RPG-Türilü, Sprachausgabe gibt's nur im Kampf und einigen Videos. Außerdem: Wer nicht halbwegs Englisch lesen kann, sollte sich den Kauf eh sparen - Übersetzt wurde nämlich nur das Handbuch.
