Wie KI für Ruhe sorgt: Algorithmen gegen toxische Spieler
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KI macht in der Gamingwelt immer mehr von sich reden, kommt im Hintergrund aber schon seit Jahren zum Einsatz.
Nachdem Ubisoft bereits im März angekündigt hatte, dass man intern eine KI namens "Ghostwriter" als Tool für die Entwickler nutze, um bessere Skripte, Quests und Dialog zu schreiben, zieht Microsoft nun nach. In einer Kooperation mit Inworld will der Xbox-Konzern solche KI-Werkzeuge massenmarkttauglich machen und auch anderen Studios zur Verfügung stellen. Dabei hilft KI nicht nur schon längst beim Schreiben von Dialogen, sondern ersetzt sie in manchen Spielen bereits ganz, wie wir es beim Early-Access-Titel Cygnus Enterprises unter die Lupe genommen haben.
Von Spieleinhalten, die rein auf der Rechenleistung von KI basiert, kann man halten, was man will und die Meinungen könnten nicht unterschiedlicher sein; zwischen Befürchtungen vor Einheitsbrei bis hin zu Hoffnungen auf Innovation ist alles vertreten. Aber auch abseits der kreativen Entwickler-Federn findet KI Einsatzgebiete im Gaming, die weniger kontrovers diskutiert werden - auch, weil kaum jemand um sie weiß. Im Interview mit Maria Laura Scuri, VP of Product bei den ESL Faceit Group Laps, erfahren wir, dass die Matchmaking-Plattform schon seit Jahren auf KI setzt, um Spieler-Chats zu moderieren - die erste Implementierung fand 2019 statt. Faceit ist vor allem bekannt dafür, dass man darüber hochrangige Counter-Strike-Matches spielen kann und 2018 haben sie ein offizielles Turnier mit einem Preisgeld von einer Million Dollar gehostet.
Auch andere Spiele findet man in ihrem Portfolio, etwa Rocket League, Splatoon 3, Valorant und FIFA - bei so einer Menge an Auswahl finden sich so auch zahlreiche Spieler zusammen, die viele Nachrichten austauschen. Wie man das Internet kennt, fallen die Chats selten durch ihre ausgeprägte Freundlichkeit auf, eine Moderation ist also unabdingbar.
Die findet zum Teil durch Menschen statt, allerdings nur zur Unterstützung der moderierenden KI Minerva, die monatlich rund zehn Millionen Nachrichten kontrolliert. Ein ganzer Haufen also, der ohne Algorithmen gar nicht mehr zu überblicken wäre.
Und ohne Menschen im Hintergrund würde es auch gar nicht gehen, denn der Algorithmus braucht viel Pflege. Mit einmal Aufsetzen der KI ist es in direkter Maschine-Mensch-Kommunikation nämlich nicht getan, wie Maria erklärt, dafür sind die dahinter liegenden Systeme einfach zu komplex.
Die Erfindung eines Moderators
Wenn man eine KI damit beauftragt, menschliche Nachrichten zu moderieren, muss man ihr verschiedene Sprachebenen näherbringen. Allerdings funktionieren künstliche Intelligenz nur dann wirklich gut, wenn sie nur eine einzige Sache können müssen.
Laut Maria braucht es für komplexe Aufgaben mehrere KIs, die man hintereinander schaltet. Eine ist dann zum Beispiel darauf trainiert, in Voice-Chats Gespräche von zum Beispiel Musik zu unterscheiden, eine andere erkennt Rassismus.
Die einzelnen Algorithmen finden dann auf einer zweiten Ebene zusammen und müssen erneut trainiert werden. Da geht es laut Maria darum, dass die KI lernt, dass es einen Unterschied macht, wie die Spieler in Matches gelangen. Betreten Gruppen zusammen ein Match, handelt es sich vermutlich um Freunde, die sehr viel bissiger miteinander umgehen können, ohne dass die KI als Moderator eingreifen soll.
