Schurken, Spieler und andere Spießgesellen: Die besten Gaunerkomödien - Teil 2
Special
Robert Redford verabschiedet sich mit einer letzten Gangster-Geschichte. Am 28. März erschien "Ein Gauner & Gentleman",ein Film über einen alten schlitzohrigen Sympathen, gespielt von Redford. Das haben wir schon letzte Woche zum Anlass genommen, euch die liebsten Genre-Filme der Redaktion vorzustellen. Da es einfach zu viele großartige Gangsterfilme gibt, haben wir uns dafür entschieden, das aktuelle Special auf zwei Wochen aufzuteilen. Deshalb kommt diese Woche - wie versprochen - der zweite Teil mit den Filmen, die nach "Der Clou" gedreht wurden. Unter anderem mit dabei: Filme von Monty Python-Mitglied John Cleese, Quentin Tarantino und Steven Spielberg. Viel Spaß im zweiten Teil des Specials mit 10 weiteren Gangster-Must-Sees nach "Der Clou"!
1973 wurde die Schurkenkomödie "Der Clou" veröffentlicht und sorgte unter anderem mit zehn Oscar-Nominierungen und letztendlich sieben Gewinnen ordentlich für Aufsehen. Bisher hat es kein Film des Genres geschafft, diese Marke zu knacken. Dennoch gab es da weitere Werke, die in die Filmgeschichte Einzug gefunden haben. Besonders nennenswert ist hier wohl das Schaffen von Quentin Tarantino, der mit seinem ersten Film "Reservoir Dogs" 1992 direkt in die Gangsterthematik einstieg (sein eigentlicher erster Film "My Best Friend's Birhtday" von 1987 verbrannte beim Entwickeln).
1994 wurde dann der zweite Tarantino veröffentlicht. "Pulp Fiction" ist seither nicht nur eine der besten Gangster-Komödien, sondern auch zu einem absoluten Kult-Hit geworden. Der achte Platz auf dem IMDb-Ranking der 250 besten Filme bestätigt das nur. Mit "Once Upon a Time in Hollywood" wagt sich Tarantino dieses Jahr an seinen nächsten Ganoven-Coup, über den er selbst sagte, er würde "Pulp Fiction" unter allen bisherigen Filmen am ähnlichsten sein. Nun aber zu den weiteren Top-Filmen nach "Der Clou".
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Die Glücksritter (1983)
Aufgrund einer Wette tauschen Bettler Billy (Eddie Murphy) und der schwerreiche Louis Winthorpe III (Dan Aykroyd) ihre Lebensweise. Die Comedy von John Landis hat viel Charme und bezieht sich gleichermaßen auf Goethes Faust wie auf Charles Dickens. Nur eben in lustig.
Quelle: Paramount
Szenenbild aus "Die Glücksritter"
Ein Fisch namens Wanda (1988)
Regisseur Crichton (Das Glück kam über Nacht) legte mit dieser Comedy sein Meisterstück vor, nach einem Drehbuch von Monty-Python-Mitglied John Cleese. Dieser spielt den spröden britischen Anwalt Archie Leach (übrigens der bürgerliche Name von Cary Grant), dessen wohlsortiertes Leben durch einen Juwelenraub, eine Femme fatale (Jamie Lee Curtis), einen schießwütigen Ami (Kevin Kline), einen fanatischen Tierliebhaber (Michael Palin) und einen Fisch namens Wanda gehörig aus den Fugen gerät. Bis heute einer der witzigsten Filme, die es je gab.
Quelle: Fox
Szenenbild aus "Ein Fisch namens Wanda"
Zwei hinreißend verdorbene Schurken (1988)
Michael Caine spielt einen Hochstapler, der wie die Made im Speck an der Côte d'Azur lebt und reiche alte Frauen aufs Kreuz legt. Dann taucht Steve Martin in der Rolle eines sehr uncoolen Amerikaners auf und auf einmal ist es aus mit dem ruhigen Leben.
Quelle: Fox
Szenenbild aus "Zwei hinreißend verdorbene Schurken"
Sneakers - Die Lautlosen (1992)
Der große Robert Redford spielt Marty Bishop, einen Profi-Einbrecher, der zusammen mit seinem Team im Auftrag reicher Kunden bei selbigen eindringt, um ihre Sicherheitssysteme einem Stresstest zu unterziehen. Doch sein neuer Auftraggeber ist etwas gefährlicher als geahnt: die NSA! Eine charmante, spannende und überraschend vorausschauende Krimi-Komödie. Mit Dan Aykroyd, Sidney Poitier und River Phoenix in kleineren Nebenrollen.
Quelle: Universal
Szenenbild aus "Sneakers - Die Lautlosen"
Pulp Fiction (1994)
Mit Pulp Fiction erfand Regisseur und Autor Tarantino das Gangster-Genre noch einmal neu und streckenweise sehr witzig. Es werden die ältesten Kamellen der Filmgeschichte bemüht und diverse Urtypen ausschweifend zitiert, so zum Beispiel der fiese Gangsterboss, seine schmollmündige Braut oder der desillusionierte Boxer. Durchgehend cool. Eine Klasse für sich.
Quelle: Studiocanal
Szenenbild aus "Pulp Fiction"
Bube, Dame, König, grAS (1998)
Der Brite Guy Ritchie wäre ohne Tarantinos Vorarbeit vielleicht heute noch arbeitslos. Aber seit Pulp Fiction kann sich jeder in schräge Geschichten über kleine Gauner einfühlen und um nichts anderes geht es in Ritchies Filmen: Seine Charaktere sind zum Leben erwachte Comicfiguren. Der Nachfolger Snatch (2000) bietet das Gleiche - nur dazu noch Brad Pitt.
Quelle: Universal
Szenenbild aus "Bube, Dame, König, Gras"
Out of Sight (1998)
Dann wäre da noch Kultregisseur Soderbergh (Traffic), der nach einem Roman von Elmore Leonard mit Out of Sight eine elegante Krimi-Komödie und zauberhafte Liebesgeschichte inszeniert hat, die an das Goldene Zeitalter Hollywoods erinnert. George Clooney spielt einen Bankräuber, der aus dem Knast ausbricht und dabei eine sexy Gesetzeshüterin entführt.
Quelle: Universal
Szenenbild aus "Out of Sight"
Schmalspurganoven (2000)
Eine eher unterbewertete Komödie von Woody Allen, in der das Ehepaar Winkler (Woody Allen und Tracy Ullman) einen Bankraub begehen will, indem es einen Tunnel in den Tresorraum einer Bank gräbt. Um den Tunnel zu tarnen, eröffnet Mrs. Winkler eine Plätzchen-Bäckerei, die völlig unerwartet zum Erfolg wird - was man von dem Bankraub hingegen nicht behaupten kann.
Quelle: EuroVideo
Szenenbild aus "Schmalspurganoven"
Ocean's Eleven (2001)
George Clooney und diverse andere Filmstars wie Matt Damon, Brad Pitt und Julia Roberts treten in die Fußstapfen des Rat Packs. Dabei ist Ocean's Eleven so grundlegend anders als das Original, dass man es kaum noch als Remake bezeichnen kann, eher als eine Variation zum Thema "Wie raube ich ein Casino aus?" Sei's drum, Ocean's Eleven und die beiden Fortsetzungen Ocean's Twelve (2004) und Ocean's Thirteen (2007) sind coole, spaßige und elegante Kino-Unterhaltung, wie man sie nur selten zu sehen bekommt.
Quelle: Warner
Szenenbild aus "Ocean's Eleven"
Catch Me If You Can (2002)
Einer der humorvollsten und hintersinnigsten Filme von Steven Spielberg. Catch Me If You Can basiert auf der (angeblich) wahren Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale (Leonardo DiCaprio), der sich offensichtlich jahrelang unter diversen Tarnnamen und mit falschen Identitäten durchs Leben gemogelt hat, unter anderem als Chirurg und als Pilot. Dabei war er dem FBI-Agenten Carl Hanratty (Tom Hanks) lange Zeit einen Schritt voraus. Aber eben nicht ewig! Eine süffisant-leichte Komödie mit viel Charme und Herz.
Quelle: Universal
Szenenbild aus "Catch Me If You Can"
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