Putsch im Tropenparadies und Sie sind mittendrin!
Von der stimmungsvollen und ansehnlichen Grafik ist auf der PS2 wenig übrig geblieben.
BILD: PLAYZONE
Das Pilotprojekt eines neuen Entwicklerteams ist immer eine heikle Angelegenheit. Wenn man sich auch noch dazu entschließt, einen GTA-Klon zu programmieren, vervielfachen sich automatisch die Erwartungen an das Produkt. Avalanche Studios haben viele gute Ansätze, Ideen und vor allem eine eigens für ihr Erstlingswerk Just Cause erstellte Grafikengine in petto, um zu zeigen, dass sie es draufhaben. Im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten GTA San Andreas oder True Crime: New York City ist Just Cause aber nicht überwiegend in einer Großstadtkulisse angesiedelt.
Urlaub ist gestrichen
Der Hauptschauplatz von Eidos' Actiontitel ist der fiktive Tropeninselstaat San Esperito. Hier treibt der "leicht" größenwahnsinnige Diktator Salvadore Mendoza, der plötzlich beginnt Massenvernichtungswaffen herzustellen, sein Unwesen. Der globale Anstandswauwau USA schickt deshalb den CIA-Agenten Rico Rodriguez in das politisch instabile Inselarchipel, um das Staatsoberhaupt zu stürzen. Natürlich darf bei der Operation nicht der Eindruck entstehen, dass die CIA in diese Aktion verwickelt ist.
Aus diesem Grund entziehen Sie, in der Rolle von Rico, der Regierung Bezirk für Bezirk die Kontrolle über das Land. Zum Glück gibt es mehrere Parteien in dem Inselstaat, die mit der aktuellen Gesamtsituation unzufrieden sind und deren Energien Sie sich zunutze machen können. Die Guerillas lehnen sich recht aggressiv gegen das Regime auf und kämpfen offen gegen die Staatsgewalt.
Nachdem Sie den Boss der heißblütigen Revoluzzer aus einem Gefängnis befreit haben, sorgen Sie für die Rebellen unter anderem für Unruhen in einigen Dörfern oder töten gezielt Regierungsbeamte. Durch solche Aktionen steigt Ihr Ansehen und Ihnen stehen immer bessere Waffen und Fahrzeuge an den Rebellenstützpunkten zur Verfügung. Dasselbe Prinzip greift bei der Kooperation mit dem Rioja-Drogenkartell. Allerdings steht hier mehr der Kampf gegen ein anderes Kartell im Vordergrund.
Neben Aufträgen für diese beiden Gruppierungen müssen Sie auch noch CIA-Missionen erledigen. So wird von Ihnen etwa verlangt, den Polizeichef auf seiner fetten Yacht zu eliminieren, oder die größte Koka-Plantage des Drogenkonkurrenten zu zerstören. Wie Sie das machen, bleibt vollkommen Ihrer Fantasie und den Mitteln, die Sie finden, überlassen. Durch fair gesetzte Checkpoints, auch innerhalb der Missionen, bleiben die Aufträge überwiegend frustfrei.
Etliche Bonusaufgaben bringen zusätzlich etwas Abwechslung. Sammeln Sie zum Beispiel zehn Kisten mit Zielfernrohren ein und Sie werden mit einer Extraportion Prestigepunkten belohnt. Glücklicherweise ist die Position dieser besonderen Gegenstände auf der Karte eingezeichnet, denn sonst wäre es nahezu unmöglich, die kleinen Kisten in dem über 1.000 km² großen Gebiet zu finden. Leider ist die Kartenfunktion insgesamt nicht so funktional wie bei GTA, und umständliches Navigieren im PDA-Menü zur vernünftigen Orientierung stört oftmals den Spielfluss.
