Daniel Craigs erster Bond-Einsatz endete mit einem Cliffhanger: Nachdem seine geliebte Vesper starb, jagte er ihren Auftraggeber Mr. White bis zu dessen Haus. Genau an dieser Stelle setzt auch der gleichnamige Ego-Shooter ein. Doch wer nun hofft, die Story des 22. Bond-Films nachspielen zu können, wird enttäuscht. Schon nach drei Levels startet eine Rückblende und ihr erlebt Casino Royale aus der Ich-Perspektive. Von der atemberaubenden Verfolgungsjagd auf den Kränen in Madagaskar bis hin zur Vergiftung Bonds während des Poker-Turniers - es ist alles dabei.
Ein Quantum Call of Duty
Als Grundgerüst von Ein Quantum Trost nutzt Entwickler Treyarch die Call of Duty 4-Engine. Zwar gibt es hin und wieder einige hässliche Texturen, die meisten Objekte und die Levelarchitektur sehen jedoch gut aus. Vor allem Daniel Craig wirkt verblüffend real. Doch nicht nur grafisch erinnert vieles an den oben genannten Shooter.
Die 15 Levels beschäftigen euch etwa fünf Stunden lang, dann flimmert bereits der Abspann über den Bildschirm. Der Levelaufbau erweist sich nach kurzer Zeit als immer gleich. Ihr durchlauft ein Areal, in dem eine gewisse Zahl an Schurken auf euch wartet. Habt ihr alle ins Jenseits befördert, startet ein Skript oder eine Zwischensequenz und hetzt euch weiter. Eure Gegner dienen auch eher als Kanonenfutter. Zu leicht lässt sich ihr Handeln vorhersehen, da es fast immer ein paar wenige Deckungspunkte gibt, welche die Finsterlinge stets aufsuchen. Genau wie in der Call of Duty-Reihe nervt diese Vorhersehbarkeit, wobei CoD 4 dies immerhin dank seiner drastischen Erzählweise locker wettmachte.
Ein Quantum Abwechslung
Die einzigen Momente, in denen bei Ein Quantum Trost die Erzählweise den Spielspaß deutlich hebt, sind die interaktiven Nahkampfsequenzen. Zwar stellen auch diese Szenen keine große Herausforderung dar, da ihr schnell genug auf den angezeigten Knopf drücken müsst, dafür inszenierten die Entwickler sie filmreif.
Treyarch versucht mit Schleichpassagen und Stellen, an denen ihr Schlösser und Kameras hackt, Abwechslung zu schaffen. Die einzige Belohnung für Vorsichtige besteht aber darin, dass sie es mit weniger Ganoven zu tun bekommen. Das Hacken geht außerdem viel zu leicht vonstatten. Was bleibt, ist ein durchaus passabler Shooter.
