Insurmountable im Test: Virtuelles Bergsteigen im Angesicht des Todes

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Insurmountable im Test: Virtuelles Bergsteigen im Angesicht des Todes
Quelle: ByteRocker's Games

Hoch hinaus und dabei besser nicht runterschauen! Das Adventure-Roguelike Insurmountable führt uns ab dem 29. April 2021 beim virtuellen Bergsteigen in eisige Höhen. Wie weit können wir klettern, ohne den erbarmungslosen Bedingungen zum Opfer zu fallen? Bevor ihr einen Versuch wagt, könnt ihr in unserem Test einen ersten Eindruck von Insurmountable gewinnen.

Einmal wie Promi-Bergsteiger Reinhold Messner die Gipfel dieser Erde erklimmen. Aber bitte zu Hause vom Rechner aus, anstatt auf steilen Pässen in der klirrenden Kälte. Diese oder ähnliche Gedankengänge werden vermutlich dem Entwickler ByteRocker's Games bei der Erstellung des Adventure-Roguelikes Insurmountable durch den Kopf gegangen sein. In einem stetigen Kampf gegen die Kräfte der Natur können wir in diesem Spiel unerbittliche Gebirge bezwingen. Ab dem 29. April 2021 soll das fröhliche Klettern beginnen, und zwar mit einem Debüt auf Steam.

Im Sechseck vom Fleck weg

Die unberührte Schönheit majestätischer Berge. Verschneite Riesen, die dem Himmel emporwachsen. Und erst ihre einzigartige Aufteilung in Sechsecke, einfach überra... Moment mal! Doch, war schon richtig so, in Insurmountable (jetzt kaufen 17,99 € ) kommen wir nämlich nur Sechseck für Sechseck dem Ziel näher.

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Optisch macht das zwar nicht so viel her, wie eine natürlichere Darbietung es vielleicht würde, aber für das Spielprinzip ist dieser Teil beinah unentbehrlich. Immerhin zählt auf dem Weg die Entscheidung über jedes nächste Feld und darum muss eine eindeutige Orientierung gewährleistet sein. Wählen wir ein Ziel per Mausklick aus, so generiert das Spiel für uns eine Route, die wir entweder sofort begehen, oder durch das manuelle Setzen von Zwischenstopps anpassen können. Es gibt dabei verschiedene Terrains und Höhenunterschiede zu beachten, welche den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten können. In einem Schneegebiet lauern beispielsweise Lawinen auf uns, während wir im Eis schnell mal abrutschen. Von einem solchen Unglück wird uns dann in Form von textbasierte Events berichtet, denen wir sonst auch auf Ereignisfeldern begegnen.

Erreichen wir eines dieser wahllos in der Welt verteilten Ereignisfelder, können wir uns durch interaktive Erzählungen klicken, wobei unsere Entscheidungen oft unvorhergesehene Konsequenzen haben. Neben Begegnungen mit anderen Wanderern oder Einheimischen stoßen wir in diesen Events auch auf wilde Tiere oder erkunden geheimnisvolle Höhlen. Sechsy! So sieht eure Umgebung in Insurmountable typischerweise aus. Quelle: ByteRocker's Games Sechsy! So sieht eure Umgebung in Insurmountable typischerweise aus. Wenn wir Glück haben, springt am Ende etwas Loot für uns raus. Wenn nicht, werden im schlimmsten Fall unsere Statuswerte mentale Gesundheit, Körpertemperatur, Energie oder Sauerstoff in Mitleidenschaft gezogen. Zusätzlich dazu verlieren wir auch durch die allgemeinen Strapazen des Aufstiegs und diversen Umweltbedingungen wie todbringendem Wetter einiges an Punkten. Ausrüstungsgegenstände und konsumierbare Items sind in diesem Fall unsere besten Freunde, vorausgesetzt wir können sie mit viel Glück beschaffen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass wir in einen kritischen Zustand geraten. Sollte dieser Fall eintreten, laufen wir Gefahr, dass unsere generelle Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen wird und wir schließlich sterben. Dann heißt es Game Over, denn nach guter Roguelike-Manier ist hier nichts mit Speichern. Ein kurzer Blick auf den erzielten Score und schon kann die nächste Besteigung starten. Da die Level prozedural generiert werden, müssen wir uns auch wieder neu zurechtfinden.

Pick your poison

Zu Beginn einer Runde haben wir mehrere Möglichkeiten unser Spielerlebnis anzupassen. Es besteht die Wahl zwischen den drei Charakteren Abenteurer, Wissenschaftler und Journalist, die jeweils unterschiedliche Storys und Skillsets haben. Im Laufe des Runs lassen sich zusätzliche Fähigkeiten bei einem Level-Up erlernen. So gibt es zum Beispiel einen aktiven Skill, der Energie für Körpertemperatur opfert oder einen passiven, der die Zeitkosten auf allen Terrains dauerhaft verringert. Die Entscheidung darüber, was uns davon gerade am nützlichsten sein könnte, lässt Schweißtropfen auf der Stirn erscheinen.

Außerdem können wir aus drei Schwierigkeitsgraden wählen: Normal, Schwierig und Insurmountable. Zu Anfang steht jedoch nur der normale Modus zur Verfügung. Als letzte Entscheidung fehlt nur noch der Pfad, auf dem wir die erste Bergspitze erklimmen wollen. Manche Routen bieten beispielsweise schwere Schneestürme, aber guten Halt auf steinigen Boden, während andere auf den ersten Blick mit milderem Wetter locken, jedoch bitterkalte Nächte für uns bereithalten. Hier müssen wir also nach eigener Strategie abwägen. Das Angebot an Optionen und Modi ist ein angenehmer Komfort und lädt zur Komplettierung ein.

Würfel mal auf sterben

Insgesamt drei Gipfel gibt es pro Durchlauf zu erreichen. Dabei müssen wir auch jedes Mal brav wieder runterklettern, nach dem wir voller Stolz unser Fähnchen gesetzt haben. Vorausgesetzt wir haben es überhaupt so weit gebracht. Denn es kann wirklich so einiges schiefgehen.

Eine kritische Situation. Die Energie ist vollkommen aufgebraucht und nun finden wir uns bei diesem unheilvollen Event wieder.  Quelle: ByteRocker's Games Eine kritische Situation. Die Energie ist vollkommen aufgebraucht und nun finden wir uns bei diesem unheilvollen Event wieder.  Ab einer gewissen Höhe gelangt man in die Todeszone und der Sauerstoff wird knapp. Dagegen lässt sich vor allem mit dem Einsatz von Sauerstoffflaschen vorgehen. Aber was, wenn wir keine in die Finger bekommen? Sind mal keine Ereignisfelder in Reichweite, durch die wir an wertvolle Vorräte kommen, sieht es auf einmal ganz duster für uns aus. Und selbst wenn doch, dann kann es gut sein, dass wir nach fünf Versuchen nur ein nutzloses Kraut und eine zu geringe Körpertemperatur mitnehmen. Im Klartext: nur noch mehr Probleme. Statt ausgewürfelter Textevents wäre gezieltere Beschaffung von Ressourcen sinnvoll, um den strategischen Aspekt besser hervorzuheben. Jeder Neuanfang geht mit dem Gedanken "Mal schauen, ob ich diesmal Glück habe" einher. Und das bringt durchaus Spannung mit sich, da der Ansporn einmal tatsächlich ein Level abgeschlossen zu haben einen nicht loslässt. Trotzdem bleibt der Ärger, wenn wir glauben alles richtig gemacht zu haben, aber das Schicksal uns einfach nicht wohlgesonnen ist. Der Handlungsspielraum fühlt sich einfach sehr begrenzt an.

Einsame Spitze oder flachgefallen?

Was ebenfalls etwas zu kurz kommt, ist die Dynamik des Spiels. Wir klicken uns so durch die Landschaft und starren unseren Charakter an, während dieser sich in gefühltem Zeitlupentempo fortbewegt. Gut, dass es einen Zeitraffer gibt. Nur leider lässt sich unser gemächlicher Bergsteiger auch dadurch nicht gerade hetzen und wird nur geringfügig schneller. Die Kletteranimation zu beobachten ist sicher nicht der aufregendste Teil des Spiels, weshalb man wenigstens anbieten könnte, sie teilweise zu überspringen.

Generell wirkt alles an Insurmountable ein wenig steif. Wollen wir einen gesetzten Weg zwischendrin abbrechen, da wir uns eine cleverere Route überlegt haben oder eine kurze Rast machen möchten, dann geht das mit einem Button im Interface oder als Shortcut per Tastatur. Unpraktischer Weise fehlt hier aber das Feedback über erfolgreichen Abbruch, weshalb wir beim Antesten vor lauter Paranoia über einen vermeidbaren Tod immer wieder auf den Knopf gehämmert haben, was wiederum eher bewirkt, dass der Charakter in seiner Verwirrung doch weiter läuft. Offensichtlich kein großer Kritikpunkt, trotzdem könnte man dem Spieler in dieser Sache noch ein wenig entgegenkommen.

Die Texte enthalten keine vernünftige Lore oder sonstige wertvolle Informationen. Sie sind Mittel zum Zweck, um uns im Endeffekt zu vermitteln, ob wir Schaden oder ein neues Item erhalten haben. Da ist die Verlockung groß, immer öfter zu überspringen. Nach den ersten Sätzen erkennen wir so oder so, welches der Events wir erwischt haben. Fairerweise wirbt Insurmountable aber auch nicht damit, ein Spiel mit ausgefuchster Story zu sein.
Eine Leiche wurde entdeckt! Doch statt Spannung zu erzeugen, weckte dieses Event in uns die Hoffnung darauf, möglicherweise endlich eine Sauerstoffflasche zu finden.  Quelle: ByteRocker's Games Eine Leiche wurde entdeckt! Doch statt Spannung zu erzeugen, weckte dieses Event in uns die Hoffnung darauf, möglicherweise endlich eine Sauerstoffflasche zu finden. 
Aber nun zur wichtigsten Frage: macht Insurmountable Spaß? Die Antwort lautet unbefriedigender Weise "Jein". Wer am liebsten alles ausblendet, um ein paar Stunden der Zweisamkeit mit einem Videospiel zu verbringen, der könnte hier schnell gelangweilt und frustriert sein. Insurmountable bräuchte mehr Fülle und Flow, wenn es die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Spieler haben möchte. Vielleicht ist das aber auch gar nicht der Anspruch des Spiels und der Platz auf dem zweiten Bildschirm genügt. Denn an dieser Position glänzt es und konnte zumindest uns für lange Zeit Freude bereiten. Ein kurzer Schwenk mit der Maus zum Auswählen eines Wegs durch die eisigen Höhen und so wird es einem auch nicht leidig, immer neue Versuche zu starten. Im Gegenteil, hier kommt eher der Ehrgeiz zur Geltung, den eigenen High-Score zu schlagen.

Ihr findet Insurmountable ab dem 29. April 2021 für schlanke 20 Euro auf Steam. Wer direkt in der ersten Woche zugreift, zahlt gar nur 18 Euro.

Eure Welt sind die Berge, aber ihr habt mehr Lust auf hautnahe Kletter-Action in VR, als auf ein Adventure-Roguelike? Dann könnte The Climb etwas für euch sein. Und wenn ihr statt an halsbrecherischen Extremsport beim Thema Berge eher an winterliche Resorts denkt, könnt ihr gerne unseren Test zum Winter Resort Simulator lesen.

Meinung

Wertung zu Insurmountable (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Anspruch hochGut für nebenbeiAnsporn den eigenen High-Score zu knackenWahl aus mehreren Modi lockt zur Komplettierung
strategisches Vorgehen nur begrenzt möglichSelbst im Zeitraffer noch langsamkein EntdeckerdrangErfolg ist teilweise Glück
Fazit

Insurmountable ist ein simples Spiel mit Raum für Verbesserungen, aber definitiv ein adäquater Zeitvertreib für nebenbei.

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