Heroes of Might and Magic: Olden Era - Ist es so gut wie in den alten Zeiten?

Special Matthias Dammes
Heroes of Might and Magic: Olden Era - Ist es so gut wie in den alten Zeiten?
Quelle: Unfrozen/Ubisoft

Heroes of Might and Magic: Olden Era startet in den Early Access und überzeugt dabei mit tollem Gameplay und mit einem sehr ordentlichen Umfang.

Es ist endlich so weit: Heroes of Might and Magic: Olden Era startet am 30. April auf dem PC in den Early Access. Nach über zehn Jahren kehrt damit die legendäre Reihe zurück, die das Genre der Strategierollenspiele geprägt hat wie kaum eine andere. Der Titel Olden Era ist dabei nicht nur ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Prequel handelt, das vor allen bisherigen Serienteilen angesiedelt ist.

Er steht auch dafür, dass die Entwickler mit dem Spiel an die glorreiche Zeit eines Heroes of Might and Magic 3 anknüpfen wollen, das für viele als der Höhepunkt der Reihe gilt. Wir haben die Early-Access-Version von Olden Era bereits ausführlich gespielt und geben euch in dieser Vorschau einen Überblick, was euch alles erwartet.

Kampagne mit Story-Schwächen

Herzstück des Spiels ist die Story-Kampagne, von der im Early Access der erste Akt spielbar ist. Dieser umfasst bereits einige Missionen, für die ihr gut zwölf Stunden veranschlagen könnt. Dabei wird in gezeichneten Story-Sequenzen eine Geschichte über eine mysteriöse Bedrohung erzählt, der sich das Triumvirat von Alvar entgegenstellt. Ein Großteil der Story wird in Dialogen im Visual-Novel-Stil erzählt, von denen leider nur wenige vertont sind.

Umso wichtiger ist es, dass die Entwickler noch einmal über die deutschen Texte gehen. Die sind nämlich noch stark verbesserungswürdig. Dieser Umstand war auch nicht hilfreich, um der teils doch recht wirren Story zu folgen. Als Prequel setzt das Spiel zwar keine Vorkenntnisse voraus, macht aber auch wenig Anstalten, seine Hintergründe zu erklären. Entsprechend fiel es uns schwer, aus den sich zutragenden Ereignissen schlau zu werden.

Die Story der Kampagne wird im Visual-Novel-Style erzählt. Die deutschen Texte sind dabei aber noch verbesserungswürdig. Quelle: PC Games Die Story der Kampagne wird im Visual-Novel-Style erzählt. Die deutschen Texte sind dabei aber noch verbesserungswürdig. Unser Abenteuer beginnt in jedem Fall mit dem ersten Held Gunnar, einem Minotaurus der Dungeon-Fraktion. Im Auftrag des Triumvirats soll er Berichten über ein mysteriöses, unlöschbares Feuer in einem Dorf nachgehen. Eine noch recht entspannte Einstiegsmission ohne eigene Stadt, in der wir uns ganz auf die Erkundung der Spielwelt konzentrieren können.

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Im weiteren Verlauf versucht die Kampagne immer mal wieder, den Anschein zu erwecken, sie würde nicht linear verlaufen, indem wir aus zwei Missionen auswählen können. Mit dieser Entscheidung priorisieren wir aber lediglich die Reihenfolge der Aufträge, weil wir ohnehin beide spielen müssen, damit es weitergeht.

Echte Auswirkungen haben nur gelegentliche Entscheidungen, die wir beim Start bestimmter Missionen treffen müssen. Bei der ersten dieser Gelegenheiten stehen wir zum Beispiel vor der Wahl, ob wir mit den Menschen der Templer-Fraktion oder mit den Untoten der Nekromanten-Fraktion zusammenarbeiten wollen. Das hat direkte Auswirkungen auf die nächste Mission, in der wir eine jeweils andere Ausgangslage, andere Einheiten und Ziele vorfinden. Aber auch darüber hinaus gibt es je nach gewählter Fraktion immer wieder kleine Unterschiede im Verlauf der Kampagne.

Kämpfe finden auf separaten Hex-Schlachtfeldern in bester Rundentaktik-Manier statt. Quelle: PC Games Kämpfe finden auf separaten Hex-Schlachtfeldern in bester Rundentaktik-Manier statt.

Auf der Suche nach dem Katzenparadies

Neben der Kampagne hat die Early-Access-Version von Heroes of Might and Magic: Olden Era (jetzt kaufen 39,99 € ) noch jede Menge anderen Inhalt zu bieten. Wer gänzlich neu im Genre ist, kann sich in zwei kleinen Tutorial-Missionen die Grundlagen des Kampfsystems, der Bewegung auf der Oberweltkarte und der Stadtverwaltung draufschaffen.

Eine Art fortgeschrittener Tutorials bieten die Herausforderungen. Dabei handelt es sich im Grunde um kleine Puzzles, die auf einen ganz bestimmten Aspekt des Spiels zugeschnitten sind. Dabei erlernt ihr die Feinheiten wie Geländenachteile oder Ressourcenhandel sowie einige Kniffe des Kampfsystems. Diese Herausforderungen sind in wenigen Minuten gespielt. Sie sind aber auch ziemlich knackig, sodass ihr womöglich mehrere Versuche benötigt.

Herausforderungen sind im Grund kleine Puzzles auf sehr engen Karten, bei denen wir tiefes Verständnis der Spielmechaniken beweisen müssen. Quelle: PC Games Herausforderungen sind im Grund kleine Puzzles auf sehr engen Karten, bei denen wir tiefes Verständnis der Spielmechaniken beweisen müssen. Wer etwas länger als ein paar Minuten gefordert werden will, kann sich an den Szenarien versuchen. Dabei handelt es sich um in sich geschlossene Story-Karten, die eigene kleine Geschichten erzählen. Da geht es um die Suche eines Maunzerichs nach dem Katzenparadies oder eine Heldin, die ihren Spaß an der Nekromantie entdeckt. Acht Szenarien auf kleinen und mittleren Karten sind bisher im Spiel enthalten.

Große Kartenvielfalt im freien Spiel

Wer einfach nur drauflosspielen will, ohne Story oder sonstige Vorgaben, kann sich auf das Freie Spiel stürzen. Über den Schnellstart wählt ihr Karte, Fraktion und Held aus und schon geht es los. Wer sein Spiel genauer anpassen will, wählt das normale Spiel-Setup.

Die wichtigste Entscheidung in beiden Fällen ist die Wahl der Karte. Genauer gesagt wird dabei eine Art Blaupause für die Kartenstruktur ausgewählt, die eigentliche Map wird dann anhand dieser Struktur prozedural generiert. Sehr löblich ist dabei, dass die Early-Access-Version schon eine gewaltige Auswahl an Kartentypen bietet. Ganze 54 Vorlagen stehen zur Auswahl. Diese unterscheiden sich in ihrer Größe, der Zahl der vorgesehenen Spieler, den Siegbedingungen und dem Spielmodus.

Über 50 Kartenvorlagen sind für Multiplayer und Freies Spiel bereits enthalten. Spielspaß für viele Stunden. Quelle: PC Games Über 50 Kartenvorlagen sind für Multiplayer und Freies Spiel bereits enthalten. Spielspaß für viele Stunden. Gespielt wird entweder klassisch bis zur Vernichtung der Gegner, in einem Turniermodus oder durch Halten einer Stadt für eine festgelegte Zahl an Runden. Es wird zudem unterschieden, ob die Partie traditionell mit mehreren Helden bestritten werden kann, oder ob es im Einzelhelden-Modus zur Sache geht. Dazu können der Schwierigkeitsgrad für Wirtschaft und Gegnerstärke, das Niveau der KI-Spieler und das Animationstempo den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Wer möchte, kann eine Zeitbegrenzung für Runden und Kämpfe einrichten.

Spielbar sind im freien Spiel alle sechs bisher für Olden Era vorgestellten Fraktionen. Im Tempel erwarten euch Menschen und Greifen, die Dungeon-Fraktion besteht aus Dunkelelfen, Drachen und anderen Untergrund-Kreaturen. Der Hain vereinigt Feen und andere Naturwesen, während die Untoten der Nekropole selbsterklärend sind. Dann gibt es noch den Schwarm mit seinen insektoiden Geschöpfen und das Schisma mit Kultisten und Abscheulichkeiten. Für jede Gruppierung stehen ein gutes Dutzend an Heldenfiguren zur Verfügung. An Abwechslung mangelt es also schon jetzt nicht.

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