Je mehr Kreise Sie durchfliegen, desto schneller wird der Quidditch-Besen.
Dachten sich offenbar EA Games, ließen jegliche Erklärungen um Dobby, Hogwarts oder diesen bebrillten Typen in der Hauptrolle kurzerhand beiseite und kommandieren uns statt dessen gleich in den Weasley-Garten zum Gnome-Jäten ab. Es folgt ein Einkaufsbummel durch die Winkelgasse, bis es uns schließlich auf Umwegen in Harrys Zauberschule verschlägt, wo gut und böse gesinnte Mitschüler, Zauberprüfungen, Quidditch-Turniere und dunkle Geheimnisse warten ... Die Videospiel-Fassung von Die Kammer des Schreckens ist ganz offensichtlich für Eingeweihte des Harry Potter-Universums gedacht. Und angesichts der etwas gelangweilt rezitierenden Kinder-Sprecher, der geringen Handlungsfreiheit und des linearen, mit Hinweisen gespickten Aufbaus eindeutig für Jüngere. So müssen Sie Harry in der Regel lediglich per Anlogstick vorwärts bewegen, die sehr wenigen verwendungsfähigen Umgebungsobjekte mit der X-Taste anklicken und mit den drei übrigen Aktionstasten Zaubersprüche oder Gegenstände aktivieren. Im Kampf gegen Geister, Gargylen und andere Fieslinge dient eine Schultertaste als Zielfunktion für Magie-Angriffe, leider macht jedoch die kaum justierbare Kamera gelegentlich Zicken und gerät - sehr viel weniger gelegentlich - heftig ins Stottern. Zudem scheint man die Grafiker etwas zu früh von dem kalkulierten Weihnachts-Verkaufsschlager abgezogen zu haben, denn während viele Innenräume wie die prunkvollen Schlosshallen ganz ansehnlich geraten sind, läuft man im Freien häufiger durch grob gebastelte, hässlich texturierte Areale und sieht sich stellenweise flackernden oder sich überlappenden Grafikbausteinen gegenüber. Zudem kommt es - nach lächerlich kurzen Wegstücken, Videoschnipseln und selbst Menübesuchen - zu Ladezeiten von rund 30 Sekunden. Und das zerrt ganz schön an den Nerven.
