Harry Potter und der Orden des Phönix

Test David Martin

Harry Potter und der Orden des Phönix Harry Potter ist ein Phänomen. Nicht nur, dass er seiner Autorin Joanne K. Rowling zu Ruhm und Ehre verhalf, er verzauberte Leser jeden Alters und begeistert seine Fans neben Buch auch auf der Leinwand und im Videospiel.

DER KAMPF GEGEN DIE DUNKLEN MÄCHTE

In Harry Potter und der Orden des Phönix tritt Harry Potter sein fünftes Jahr an der Zauberschule in Hogwarts an. Und wie sollte es auch anders sein, erwartet den populären Zauberlehrling und seine gesamten Schulklasse eine böse Überraschung: eine neue, äußerst drakonische Lehrerin. Die ältere Dame heißt Dolores Umbridge, unterrichtet ab sofort Verteidigung gegen die dunklen Künste und hält den vom Ministerium anerkannten Lehrplan für defensive Zauberei strikt ein. Doch Harry Potter ist komplett anderer Meinung: die Schüler würden in keiner Weise auf die Gefahren durch die dunklen Kräfte vorbereitet. Daraufhin nimmt der forsche Magier das Zepter selbst in die Hand und bringt heimlich einer kleinen Gruppe von Schülern die Künste gegen die dunklen Mächte bei. Damit ist der Orden des Phönix geboren.

Als Spieler übernehmt ihr in dem Game-Boy-Titel die Steuerung von Harry und erkundet auf eigene Faust die große Schule, dunkle Verliese und andere Orte, die Kennern von Film und Buch bekannt vorkommen dürften. Prinzipiell läuft es im gesamten Spiel darauf hinaus, neue Schüler für eine Armee gegen die finsteren Mächte zu rekrutieren und Gegenstände von A nach B zu bringen. Zwischendurch warten allerlei Rätsel und Geheimnisse auf euch. So gilt es beispielsweise, ein Utensil in die richtige Position schweben zu lassen oder Einrichtungen zu reparieren. Realisiert wird dies mit dem nötigen Zauberspruch wie "Wingardium Leviosa", der jedem noch so schweren Objekt Flügel verleiht, oder "Reduktio", dank dessen in Windeseile gesamte Einrichtungen zerstört respektive repariert werden können. Die Steuerung fällt im Vergleich zur Nintendo-DS-Fassung bodenständiger aus. Lassen sich die Zaubersprüche auf dem DS bequem per Touchpen verwirklichen, löst ihr bei dem Game-Boy-Pendant nervenzerreißende Geschicklichkeitsaufgaben. Mit Hilfe des Schulterbuttons und Steuerkreuzes muss ein Cursor entlang eines vorgegebenen Symbols navigiert werden, was sich als harte Geduldsprobe erweist.

NEUER HARRY, ALTE TECHNIK

Story-Elemente, die aufgrund der immens umfangreichen Buchvorlage schlicht fehlen, versuchen die Entwickler mit kleinen Spielereien und unnötigen Gesprächen Wett zu machen. Minispielchen wie Knallpoker und Schokofrösche hören sich zwar vielversprechend an, entpuppen sich jedoch als langatmige Spaßbremsen und sprechen vom Spielprinzip her nur die Jüngeren unter euch an.

Grafisch präsentiert sich der Titel in einem anständigen 2D- und 3D-Mix. Zwar steht das Spiel seinen Vorgängern optisch nicht nach. Allerdings fehlt es dem GBA-Ableger an jeglicher Dynamik. Die Charaktermodelle sowie die recht detaillierten Umgebungen schauen schick aus, hinterlassen aber dennoch einen leblosen und müden Eindruck. Während im DS-Pendant eine Vielzahl verschiedenster Charaktere zum Interagieren auf euch warten, durchquert ihr in der GBA-Fassung größtenteils menschenleere Gegenden. Auch musikalisch dürft ihr keine Meisterleistung erwarten. Zwar sind die technischen Möglichkeiten des Handhelds sehr begrenzt, doch die eintönigen Sounds bleiben auch dahinter weit zurück.

Wertung zu Harry Potter und der Orden des Phönix (GBA)

Wertung:

62 /10
Pro & Contra
umfangreiche Spielwelt
technisch unausgereiftlangweilige Interaktionen
Fazit

Solide, aber technisch unausgereifte Umsetzung des Films. Aufgrund langatmiger Aufgaben und trister Interaktionen geht dem Spiel schnell die Puste aus.

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