Die Altersfreigabe
Die Gerüchte haben sich bewahrheitet. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist Halo 3 tatsächlich erst für Spieler ab 18 Jahren erhältlich. Dabei waren die beiden ersten Teile noch mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen. Wir haben das Spiel jetzt zwei Mal durchgespielt und ehrlich gesagt haben wir keine einzige Szene gesehen, die diese Einstufung durch die Prüfbehörde gerechtfertigt. Da wir die Arbeit der USK jedoch nicht in Misskredit bringen wollen und möglicherweise ja auch etwas übersehen haben, werden wir die Gründe für diese Einstufung im Laufe der kommenden Woche in Erfahrung bringen. Unsere Theorie für die Einstufung "Keine Jugendfreigabe": An einer Stelle im Spiel kämpfen auch Zivilisten an der Seite des Master Chief. Zudem zerplatzen einige Flood-Gegner bei Beschuss in ihre Einzelteile. Außerdem kullern auch Arme und Beine der Flood in der Gegend herum. Dies sieht häufig aber eher albern und nicht brutal aus.
Die Spieldauer
Quelle: Bungie
Geübte Spieler beenden auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad das Ende schon nach sechs, sieben Stunden. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist es nach acht bis zehn Stunden soweit, dass Sie wissen, wie die Welt endet. Aber selbst das Entwickler-Studio Bungie ließ im Vorfeld der Veröffentlichung verlauten, dass Halo 3 seine wahren Fähigkeiten erst ab dem dritten Schwierigkeitsgrad "Heldenhaft" entfaltet. Und wenn Sie auf diesem Niveau zocken, sitzen Sie ungefähr zwölf Stunden davor.
Für zusätzliche Motivation sorgen 49 sehr gelungene Erfolge, für die Sie angemessene Gamerscore-Punkte erhalten. Schließen Sie beispielsweise die Einzelspieler-Kampagne in den höchsten drei Schwierigkeitsgraden ab, gibt es jeweils 125 Punkte, für den Schwierigkeitsgrad "Anfänger" nicht. Zudem können Sie in einigen Missionen sehr gut versteckte Totenköpfe finden und erhalten dafür ebenfalls Gamerscore. Es lohnt sich also durchaus, sich häufiger in den Kampf zu stürzen und sich genau umzusehen.
Das Leveldesign
Ein Kritikpunkt, den sich in erster Linie das erste Halo-Abenteuer und teilweise auch Teil zwei gefallen lassen mussten, war, dass sich etliche Innenlevels häufig in ihrem Aufbau glichen, wie ein Ei dem anderen. Dies ist in Halo 3 nicht mehr der Fall, auch so genanntes Backtracking (auf dem gleichen Weg wieder zurück), ist nur ganz selten notwendig. Sämtliche Levels sind sehr abwechslungsreich gestaltet und Sie erwarten grundverschiedene Schauplätze an unterschiedlichen Orten mit verschiedenen landschaftlichen und klimatischen Gegebenheiten. Welche Levels genau, dürfen Sie selbst herausfinden. Nur eins sei verraten: Die Entwickler von Bungie haben offensichtlich genau darauf gehört, welche Schauplätze in den ersten beiden Teilen den besten Eindruck bei den Spielern hinterlassen haben.
Die Grafik
Bungie hat in Halo 3 ein Grafik-Feuerwerk versprochen und hat auch Wort gehalten. Sie dürfen allerdings keinerlei Eye-Candy am laufenden Band wie in BioShock oder rasiermesserscharfe und super detaillierte Texturen wie im allseits bekannten Epic-Shooter erwarten. Halo 3 setzt dafür auf sehr viel Abwechslung in den Levels, dies gilt sowohl für die Lichtverhältnisse als auch für die Landschaften in den Arealen. Positiv ins Auge fielen uns die exzellenten Wassereffekte, die hervorragende Darstellung von Gitterflächen oder Laubbäumen sowie erstklassige Partikeleffekte wie langsam wabernde Staubwolken, die vom durch die Baumwipfel brechenden Sonnenlicht beschienen werden. Vor allem die Lichteffekte überzeugen vollends und das Zusammenspiel von Helligkeit und Dunkelheit ist sehr realistisch. Verlassen Sie beispielsweise eine Höhle, blendet Sie das Tageslicht kurz und erst nach Sekundenbruchteilen gewöhnt sich das Auge an die Helligkeit. Dieser realistische Grafikeffekt ist ein echtes Highlight des Spiels. Absolut atemberaubend ist in den Außenlevels zudem die Sichtweite, vor allem wenn der Blick in die Ferne riesige Gebäude erkennen lässt.
In den Innenlevels verwöhnen dafür ähnlich schicke Leucht- und Glanzeffekt wie in BioShock das Auge, allerdings nicht so zahlreich. In dieser Hinsicht sieht der Shooter von Irrational Games daher doch ein wenig schicker aus. In den Flood-Levels ist in Halo 3 die Darstellung von schleimigen Oberflächen dafür wirklich ekelerregend.
Sämtliche Areale sind in Halo 3 hingegen sehr schön und vor allem abwechslungsreicher texturiert als in BioShock. Dies gilt auch für alle Charaktere im Spiel. Vor allem mit den Hauptcharakteren und den Brutes hat sich Bungie die größte Mühe gegeben. Letztere sehen viel furchterregender als in Halo 2 aus, können aber in puncto Grusel-Faktor nicht ganz mit den Locust aus einem anderen bekannten Shooter mithalten.
Im Spielgeschehen erwarten Sie zudem hervorragende Explosions- und Feuereffekte sowie schicke Schadensmodelle der Fahrzeuge. Diese zerplatzen nun bei schweren Kollisionen sogar sehr effektvoll in unzählige Einzelteile. Dies gilt auch für die Mitglieder der Flood-Gegner, wenn Sie diese unter Beschuss nehmen. Noch nie haben sich diese so unappetitlich in ihre Einzelteile aufgelöst wie in Halo 3.
Das Schöne an der grafischen Umsetzung: Das Spiel läuft zu jeder Zeit absolut flüssig und die Bildrate kommt nicht ins Stocken. Die Kehrseite der grafischen Umsetzung: Halo 3 funktioniert nur im 60-Hertz-Modus. Beherrscht Ihr TV-Gerät diesen nicht, gucken Sie im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre. Dafür wird aber immerhin sogar die Full-HD-Auflösung 1080p unterstützt.
Bildschön sehen zudem die Zwischensequenzen aus. Diese kommen diesmal außerdem auch ohne das peinliche verspätete Nachladen von Texturen aus, wie noch die Filmsequenzen in Halo 2.