Der erste Xbox-Titel von Rare im Test: Was taugt dieses Spiel aus der Xbox-Originals-Reihe?
Quelle: Computec Media AG
Xbox 360 - Grabbed by the Ghoulies - In den meisten Räumen müsst ihr sämtliche Monster unschädlich machen.
Wie schnell doch die Zeit vergeht. Im September 2002 verfielen Nintendo-Fans weltweit in kollektive Trauer. Der Grund: Microsoft hatte sich exklusiv die Dienste des Entwicklerstudios Rare gesichert, nachdem dieses zuvor jahrelang ausschließlich Nintendos Konsolen mit Top-Titeln versorgt hatte. Es sollte jedoch über ein ganzes Jahr dauern, ehe das englische Studio die Xbox mit Grabbed by the Ghoulies mit einem ersten Spiel beglückte. Und im Nachhinein muss selbst Rare zugeben: Die Premiere war leider kein voller Erfolg. Über Microsofts Online-Service Xbox Live könnt ihr euch Grabbed by the Ghoulies seit geraumer in der Rubrik Xbox Originals für 1.200 Microsoft Points (14,40 Euro) auf eure Xbox 360 herunterladen.
Bereits die Hintergrundgeschichte von Grabbed by the Ghoulies strotzt nicht gerade vor Einfallsreichtum. Als der Teenager Cooper nämlich mit seiner Freundin spazieren geht, wird die holde Maid urplötzlich von einer Horde koboldähnlicher Monster - den sogenannten Ghoulies - in das Schloss Ghoulhaven verschleppt. Ihr schlüpft daraufhin natürlich in Coopers Rolle und startet eine übermütige Rettungsaktion.
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Xbox 360 - Grabbed by the Ghoulies - In der Eiskammer begebt ihr euch auf rutschiges Terrain.
SIMPLES GEKLOPPE
Ihr betretet dazu im Schloss einen Raum nach dem anderen und jedes Mal knallen die Türen hinter euch zu. Erst wenn ihr eine bestimmte Aufgabe erfüllt, wird der Weg ins nächste Zimmer frei. Meistens laufen die Aufgaben aber nur darauf hinaus, sämtliche Gegner auszuschalten. Das wiederum geht im Prinzip recht simpel von der Hand, denn ihr vermöbelt eure Widersacher mit dem rechten Analogstick. Ihr müsst diesen einfach in jene Richtung drücken, in der sich ein Gegner befindet. Obendrein dürft ihr auch diverse Gegenstände benutzen. Beispielsweise zieht ihr den Feinden auch Stühle über die Rübe oder beschießt sie mit Wasserpistolen. Aufgrund seiner Schlichtheit birgt das Kampfsystem leider aber auch einen Nachteil: Es ist extrem eintönig. Ihr bewegt lediglich den rechten Ministick in die jeweilige Richtung, das war's. Angriffe zu Kombos zusammenzufügen, ist leider nicht möglich. Taktisches Vorgehen ist auch nicht gefragt. Zusammen mit dem einfältigen Leveldesign und den sich ständig wiederholenden Aufgaben kommt daher in Grabbed by the Ghoulies schnell Langeweile auf.
Zudem müsst ihr euch in den Räumen an Regeln halten. Mal dürft ihr Monster nur unter der Zuhilfenahme von Gegenständen plätten, mal keinen Schaden anrichten und mal nur eine bestimmte Art von Feinden ausschalten. Darüber hinaus sind manche dieser Regeln extrem unfair und sorgen für Frust pur. Als hilfreich erweisen sich dafür diverse Power-ups.
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Xbox 360 - Grabbed by the Ghoulies - Wird Cooper erschreckt, heißt es, die angezeigten Tasten schnellstmöglich zu drücken.
SCHRÄGE GEGNER
Immerhin hat aber das Charakterdesign etwas Abwechslung zu bieten. Ihr bekommt es unter anderem mit Skeletten, Zombiepiraten, Vampirhühnern und verhextem Mobiliar zu tun.
Für zusätzliche Abwechslung soll obendrein ein Minispiel sorgen, das immer genau dann startet, wenn Hauptdarsteller Cooper von einem Schlossbewohner besonders heftig erschreckt wird. Daraufhin erscheint eine Tastenkombination auf dem Bildschirm, die ihr in Windeseile nachdrücken müsst. Verpatzt ihr die Tastenfolge, erstarrt der Teenager für einige Sekunden zur Salzsäure und ist Freiwild für sämtliche Feinde. Gemein? Ja! Unterhaltsam? Nicht die Bohne! Dieses Spielelement wird euch garantiert in Rekordzeit auf den Senkel gehen. Rätsel oder Sprungpassagen hätten definitiv für mehr Kurzweil gesorgt, allerdings wartet ihr darauf vergeblich.
Abgesehen vom Gameplay reißt auch die Präsentation des Spiels keine Bäume aus. Die Grafik versprüht zwar einen gewissen Charme, war aber selbst zu Zeiten der Xbox 1 nicht referenzwürdig. Lediglich das Charakterdesign und die Animationen sind für den einen oder anderen Schmunzler gut. Sehr enttäuschend fiel auch die Sounduntermalung aus. Die Sprachausgabe setzt in erster Linie auf alberne Comic-Laute, die Musik hört sich sehr zweckmäßig an.
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