Gears of War: Reloaded: Das Remaster vom Remaster im Test

Test Felix Schütz
Gears of War: Reloaded: Das Remaster vom Remaster im Test
Quelle: PC Games

Macht das 19 Jahre alte Gameplay überhaupt noch Spaß? Unser Fazit und Wertung zu Gears of War: Reloaded

In manchen Punkten zeigt das Spieldesign aber auch deutliche Alterserscheinungen. Etwa bei der umständlichen Suche nach fallengelassener Munition oder Waffen, die in der Spielgrafik gerne mal untergehen.

Oder bei den Checkpoints, die teilweise arg weit auseinander liegen oder vor langen Dialogen platziert wurden, während denen Marcus nicht rennen kann. Oder die Gegner-KI, die sich oft nicht entscheiden kann, ob sie geschickt von der Seite angreifen oder doch lieber fröhlich ins Sperrfeuer rennen will. 2006 konnte man darüber noch locker hinwegsehen, heute wirken solche Schnitzer aber leider aus der Zeit gefallen

Mehr Spaß zu zweit

Eine zeitlose Stärke von Gears of War sind aber die ständigen Begleiter. Dom steht euch während der kompletten Singleplayerkampagne zur Seite, kommentiert das Geschehen und kämpft automatisch mit - das allerdings oft eher schlecht als recht, von der KI braucht man da keine große Hilfe erwarten. Weshalb es sogar eigenes Befehlsmenü gibt, mit dem man Dom und anderen Begleitern simple Kommandos zubrüllen kann, werden wir darum nie verstehen: Die tun ohnehin, was sie wollen.

Das Lancer-Gewehr verfügt über eine eingebaute Mini-Kettensäge - sehr nützlich im Nahkampf! Quelle: PC Games Das Lancer-Gewehr verfügt über eine eingebaute Mini-Kettensäge - sehr nützlich im Nahkampf! Trotzdem liefert Dom als ständiger Begleiter echten Mehrwert, denn dank ihm könnt ihr die gesamte Kampagne auch im Koop-Modus erleben. Das spiegelt sich auch im Leveldesign wider: Hin und wieder gibt es da zum Beispiel kleine Abschnitte, in denen sich die beiden Helden trennen und für einen von zwei Wegen entscheiden müssen. Ein Spieler gibt dann beispielsweise aus einer höheren Position Feuerschutz, während sich der andere zu einem feindlichen Geschütz vorarbeitet.

Auch in anderen Levels zeigen sich gute Ideen, zum Beispiel ein Level bei Nacht, in dem wir von einer Lichtquelle zur nächsten hechten, um nicht von den fliegenden Monstern gefressen zu werden. Und in einer Szene müssen sich Don und Fenix sogar mit einem Scheinwerfer gegenseitig Deckung geben - daraus hätte man ruhig noch mehr hätte machen können!

Das gilt auch für die Bosskämpfe, da bleibt das erste Gears of War noch unter seinen Möglichkeiten. Ein paar anständige Viecher haben es aber trotzdem ins Spiel geschafft, zum Beispiel ein unverwundbarer Fleischberg, der wütend auf uns zustürmt. Ihn müssen wir erst mal unter freien Himmel locken, bevor wir ihn dann mit unserer Hammer-of-Dawn-Orbitalkanone zerbröseln können. Klar, heutzutage hat man schon Aufregenderes erlebt! Doch für die damalige Zeit waren das gute Einfälle, die den Spielablauf hin und wieder auflockern.

Und das ist auch nötig, denn abgesehen von Ballern, Deckung suchen und Munition aufsammeln gibt's einfach erstaunlich wenig zu tun. Nur selten entdeckt ihr auch mal Erkennungsmarken von verstorbenen Soldaten. Wenn ihr genug davon gefunden habt, schaltet ihr damit im Hauptmenü Seiten aus einem digitalen Comic frei, ein cooles Extra.

Der Mehrspielermodus kann nicht mehr mit modernen Shootern mithalten, macht aber immer noch Spaß. Quelle: PC Games Der Mehrspielermodus kann nicht mehr mit modernen Shootern mithalten, macht aber immer noch Spaß. Abgesehen davon gibt's aber einfach keinen Grund, die Umgebungen sorgfältig zu erkunden, denn Upgrades, Rätsel oder Bonusziele hat man sich komplett gespart. Meistens genügt es, von A nach B zu latschen, die spawnenden Gegner wegzuputzen und dann zum nächsten Abschnitt zu marschieren. Ist das nun wunderbar altmodisch und unkompliziert - oder ganz einfach langweilig? Da entscheidet der persönliche Geschmack.

Bildergalerie

Multiplayer Reloaded

Neben Kampagne und Koop enthält die Reloaded-Edition auch das volle Mehrspielerpaket. Es gibt sieben Varianten, die ihr privat, öffentlich oder als Ranglistenspiele zocken könnt, darunter Klassiker wie Team Deatmatch oder King of the Hill. Die machen auch heute noch eine ganze Weile Spaß, aber auch hier gilt: Es ist ein 19 Jahre altes Actionspiel! Da darf man einfach nicht den Funktionsumfang oder den Langzeitspaß eines modernen Online-Shooters erwarten. Die Reloaded-Edition bringt einfach das klassische Gears-of-Wars-Erlebnis zurück - und das ist für ein Remaster auch vollkommen ausreichend.

Meinung

Wertung zu Gears of War: Reloaded (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Gears of War: Reloaded (PS5)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Gears of War: Reloaded (XSX)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Solide und (hoffentlich) endgültige Neuauflage für einen Action-Klassiker, der sein hohes Alter aber nicht verbergen kann.

Natürlich haben die späteren Gears-of-War-Teile im direkten Vergleich aber einfach mehr zu bieten. Mehr Umfang, Abwechslung, Waffen und Maps, dynamischere Action, eine bessere Story, spannende Skriptsequenzen. Gerade deshalb finden wir es schade, dass The Coalition nicht den gleichen Weg gegangen ist, den schon die Halo-Serie genommen hat. Da wurden nach Teil 1 nämlich auch gleich die Nachfolger überarbeitet und dann Stück für Stück in einer schönen Collection veröffentlicht.

Genau das wünschen wir uns auch für Gears of War! Bleibt also zu hoffen, dass die Entwickler jetzt Lust bekommen haben, auch den Rest der Reihe rauszuputzen und daraus ein tolles Gesamtpaket zu stricken, von Judgement bis zum fünften Teil. Eine bessere Einstimmung auf Gears of War: E-Day, das im nächsten Jahr erscheinen soll, könnten wir uns jedenfalls nicht vorstellen.

Gears of War: Reloaded ist für PC, Xbox Series S/X und PS5 erhältlich. Der Preis liegt bei 40 Euro. Das Spiel ist auch im Game Pass enthalten. Wer auf PC und Xbox One bereits die Gears of War: Ultimate Edition besitzt, erhält Gears of War: Reloaded kostenlos als Download. Auf Metacritic hat Gears of War: Reloaded einen Schnitt von 79 Punkten erreicht.

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