Gears of War: Reloaded: Das Remaster vom Remaster im Test

Test Felix Schütz
Gears of War: Reloaded: Das Remaster vom Remaster im Test
Quelle: PC Games

Wie spielt sich Gears of War: Reloaded auf der PS5? Und warum ärgern sich derzeit so viele Käufer über die PC-Fassung?

Gears of War: Reloaded auf der PS5

In die PS5-Umsetzung ist Mühe geflossen: Das Spiel läuft absolut flüssig und der Dualsense-Controller wird voll unterstützt, inklusive haptischer Trigger, Tonausgabe und allem, was dazugehört. Gears of War: Reloaded (jetzt kaufen 39,99 € ) ist sogar für PS5 Pro optimiert, mit noch schärferen Schatten, feineren Spiegelungen und anderen Detailverbesserungen. Das ist zwar alles nicht weltbewegend, aber auch nicht selbstverständlich für ein Spiel, das fast 20 Jahre lang ein Xbox-Exklusivtitel war.

Raytracing gibt es allerdings in keiner Version und auch einen FOV-Slider hat man sich leider gespart. Außerdem gibt es auf jeder Plattform einen unschönen Beleuchtungsfehler bei zerstörbaren Objekten, etwa Stühlen oder Sesseln - die werden manchmal deutlich zu hell dargestellt und stechen dann wie Fremdkörper aus der Umgebung raus. Bitte patchen!

Immerhin: Auch auf der PS5 könnt ihr euch mit eurem Microsoft-Konto verbinden, Cross-Save und Cross-Play werden auf allen Plattformen unterstützt. Dadurch können Käufer aller Fassungen miteinander spielen, egal ob PC, Xbox oder PS5. Auch der beliebte Splitscreen-Koop-Modus, mit dem ihr das gesamte Abenteuer zu zweit an einem Bildschirm spielen könnt, ist auf der PS5 enthalten.

Neue Texturen, hohe Framerate, schönere Beleuchtung: Gears of War: Reloaded präsentiert sich als verbesserter 4K-Port von Gears of War: Ultimate Edition. Quelle: PC Games Neue Texturen, hohe Framerate, schönere Beleuchtung: Gears of War: Reloaded präsentiert sich als verbesserter 4K-Port von Gears of War: Ultimate Edition.

Gears of War: Reloaded auf dem PC

Auf dem PC sieht es leider anders aus. Dort hatte man eigentlich einen Splitscreen-Koop versprochen, doch der Hinweis wurde kurz vor Release von der Steam-Seite gestrichen. Und tatsächlich fehlt das Feature auf dem PC komplett, also genau wie schon in der Ultimate Edition. Und so ist es kein Wunder, dass die PC-Fassung derzeit von vielen Käufern auf Steam ordentlich verhauen wird: Ein User-Score von gerade mal 54 Punkten spricht jedenfalls Bände.

Andere Kritikpunkte, die häufiger genannt werden, betreffen eine unzuverlässige Treffererkennung im Mehrspielermodus oder Probleme beim Spielstart, wenn gewisse Grafikeinstellungen vorgenommen wurden. Beides Fehler, die uns erspart geblieben sind. Manche Spieler klagen allerdings auch über Verbindungsprobleme mit dem Microsoft-Account, das ist uns gleich zwei Mal passiert.

Auf dem PC hat Gears of War: Reloaded also keinen guten Start hingelegt, da müssen die Entwickler nochmal ran. Schon die Gears of War: Ultimate Edition hatte seinerzeit ein paar technische Mängel, doch The Coalition zeigte leider wenig Interesse daran, die Probleme zu lösen. Mit Gears of War: Reloaded muss das Team nun zeigen, dass es auch anders geht.

Gears of War: Reloaded unterstützt Cross-Play. Die PC-Fassung macht bei der Anmeldung mit dem Microsoft-Konto manchmal noch Probleme. Quelle: PC Games Gears of War: Reloaded unterstützt Cross-Play. Die PC-Fassung macht bei der Anmeldung mit dem Microsoft-Konto manchmal noch Probleme. Ein Pluspunkt der PC-Fassung ist aber die ordentliche Optimierung für Handheld-Geräte. Auf dem Steam Deck lässt sich Gears of War: Reloaded überraschend anständig bei niedrigen bis mittleren Details spielen. Die Framerate schwankt zwar tüchtig, bewegte sich in unserer Spielzeit aber immer in einem akzeptablen Rahmen. Gears of War: Reloaded ist direkt ab Launch für das Steam Deck verifiziert.

Vergleich: Original vs. Remaster
Grafikvergleich: Gears of War (Xbox 360, aufgenommen auf Series X)
Grafikvergleich: Gears of War (Xbox 360, aufgenommen auf Series X) Grafikvergleich: Gears of War: Reloaded (PS5)

Lese-Tipp: Während PS5-Käufer sich über Gears of War: Reloaded freuen, bekommen Xbox-Fans dafür Helldivers 2 serviert. Hier geht's zu unserem Test!

Muskeln, Trash und dicke Knarren

Sieht man vom Grafikupgrade, der 4K-Auflösung und den hohen Frameraten ab, bekommt ihr das gleiche Spielerlebnis wie in der Ultimate Edition. Im Grunde spielt ihr also immer noch das 19 Jahre alte Gears of War von der Xbox 360! Die neue Fassung wirkt dank neuer Farbpalette zwar nicht mehr so trist und grau wie das Original, doch am Gameplay ändert sich praktisch nix.

Ihr erlebt also wieder mal die Geschichte von Marcus Fenix und Dominic Santiago, die als grimmige Elite-Soldaten gegen die bösen Locust-Invasoren kämpfen. Der Plot war schon damals kein großer Wurf und ist im Laufe der Jahre auch nicht besser geworden. Auch das muskelbepackte Charakterdesign mit seinen breitschultrigen Helden, die sich steuern wie aufgepumpte Kleiderschränke, wirkt heutzutage eher albern als cool. Und die flachen Dialoge, in denen sich die Soldaten meistens Befehle oder Beleidigungen zuknurren, haben außer einem hohen Trash-Faktor wenig zu bieten. Das gilt besonders für die deutsche Sprachausgabe, in der Betonung und Übersetzung oft gründlich daneben gehen.

Pralle Muskeln, fette Wummen, Kettensägen und jede Menge hohle Sprüche: Das Charakterdesign trieft nur so vor Testosteron. Quelle: PC Games Pralle Muskeln, fette Wummen, Kettensägen und jede Menge hohle Sprüche: Das Charakterdesign trieft nur so vor Testosteron. Aber: Das ist eben Gears of War, so wie wir's schon damals gespielt haben, brutal, prollig und manchmal ziemlich hohl. Und so soll es bitte schön auch bleiben.

In Würde gealtert

Das Gleiche gilt auch fürs Gameplay: Euch erwartet ein streng linearer Third-Person-Shooter der alten Schule, ein acht- bis zehnstündiger Ballerspaß, der sich voll und ganz auf seine Deckungsmechanik verlässt. Meistens hockt man da hinter einer Säule oder Wand, lässt die Feinde einfach heranstürmen oder versucht, von Deckung zu Deckung zu hechten und den Gegnern in die Flanke zu fallen.

Allein oder zu zweit: Dank Dom als ständigem Begleiter könnt ihr die komplette Kampagne auch im Koop-Modus erleben. Auf dem PC fehlt allerdings der Splitscreen-Modus. Quelle: PC Games Allein oder zu zweit: Dank Dom als ständigem Begleiter könnt ihr die komplette Kampagne auch im Koop-Modus erleben. Auch weil sich Marcus ziemlich träge steuert, spielen sich die Kämpfe weder schnell noch sonderlich dynamisch. Kein Vergleich zu den späteren Serienteilen! Hat man sich aber erst mal daran gewöhnt, fühlt sich die Action trotzdem noch erstaunlich gut an. Auch das aktive Nachlade-System macht sich hier positiv bemerkbar. Denn das belohnt euch, wenn ihr im richtigen Moment die Nachlade-Taste drückt. Die Mechanik ist simpel, verleiht den eher statischen Gefechten aber ein bisschen mehr Tempo.

Wenn feindliche Truppen dann noch aus ihren Erdlöchern klettern, Marcus von Deckung zu Deckung hetzt und dazu die starke orchestrale Musik lospeitscht, wenn wir Locust-Kämpfer mit unserem Lancer-Gewehr zersägen oder Minibosse mit einem orbitalen Laser wegbrutzeln, dann macht das fast noch so viel Spaß wie vor 19 Jahren!

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