In London zu randalieren ist nicht so schön, wie es sich vielleicht anhört.
Die Fahrpassagen können auch unabhängig vom Hauptspiel gezockt werden. BILD: PLAYZONE
Man sollte meinen, dass Sonys Entwicklerstudio in London aus dem Presseecho gelernt und sich Kritik für weitere Ableger der Getaway-Serie zu Herzen genommen hätte. Bereits beim ersten Anspielen von Gangs of London machte sich allerdings Ernüchterung breit. Die Steuerung der Charaktere zu Fuß ist nach wie vor hakelig, das Missionsdesign wiederholt sich schnell und künstliche Intelligenz fehlt bei Freund und Feind gleichermaßen. Wirklich verbessert wurde der Titel hingegen in Sachen Präsentation.
In coolen Comicsequenzen wird die Geschichte um einen Bandenkrieg in London weitererzählt. Jede Gang zeichnet sich durch ihren besonderen Stil aus und die englischen Sprecher verpassen jeder Figur einen eigenen Akzent, wodurch die Herkunft der Figuren noch unterstrichen wird. Die Kanes bestechen durch einen ziemlich dreckigen Cockney-Dialekt, die Mitglieder der jungen EC2-Crew sind hingegen jamaikanischer Abstammung und klingen eher hip. Die Ganoven, die Ihnen am ehesten zusagen, dürfen Sie durch den Bandenkrieg begleiten.
Jux und Tollerei
Die Story wird in solchen Comicpanels erzählt und kommt cool rüber.
BILD: PLAYZONE
Auch der Umfang ist eigentlich recht ordentlich. Neben dem Hauptspiel dürfen Sie sich in über einem Dutzend Minigames austoben. Neben dem typischen Freie-Fahrt-Modus, in dem Sie einfach durch London cruisen oder vor der Polizei flüchten, können Sie im Gangschlacht-Modus kurzweilige Strategie-Scharmützel austragen oder im 4-Weeks-Later-Szenario, eine Anspielung auf den Film 28 Days Later, die Londoner Innenstadt von Zombies säubern.
Im Pub warten zwei Pool-Billard-Tische, eine Kegelbahn, ein Dart-Spiel und ein witziges Old-School-Videospiel. Klingt gut? Für kurzweilige Unterhaltung ist es das auch. Aber das Hauptspiel wird eben nicht durch eine große Auswahl an Minigames aufgewertet. Da hätten sich die Entwickler schon um das Gameplay kümmern müssen.
