Grand Theft Auto Double Pack

Test Uwe Hönig

In dem Tank sind Sie auch vor der Polizeimacht relativ sicher. In dem Tank sind Sie auch vor der Polizeimacht relativ sicher. Wer noch nichts von GTA III oder Grand Theft Auto: Vice City (dt.) gehört hat, der hat wohl die letzten zwei Jahre bei der Fremdenlegion oder auf einem anderen Planeten verbracht. Über 20 Millionen Exemplare der Gangster-Epen sind nämlich seit dem ersten 3D-Auftritt der Action-Serie weltweit über die Ladentheken gewandert. Xbox-only-User hatten aber bisher durch einen Exklusiv-Deal der GTA-Macher Rockstar mit Sony das Nachsehen. In Europa gilt das Abkommen noch dieses Jahr, weshalb pünktlich Anfang Januar der Grand Theft Auto-Doppelpack auch hierzulande erscheint. Zum Preis eines normalen Xbox-Spiels erhalten Sie dann zwei zugegebenermaßen nicht ganz taufrische Titel, die aber immer noch das Maß aller Dinge sind - vor allem, wenn es um das Spielprinzip einer frei befahrbaren Metropole geht.

Das volle Programm
In der Rolle des lockeren Ganoven Tommy Vercetti starten Sie in beiden Abenteuern eine Verbrecherkarriere, bei der Sie eine Vielzahl von witzigen Missionen (insgesamt etwa 200 Aufträge bei beiden Spielen) bestreiten sollen. Zwischendurch dürfen Sie (je nach Spielfortschritt) eine komplette Großstadt frei befahren und terrorisieren. So können Sie beinahe alle Arten von Vehikeln klauen, um nicht wie ein armer Penner andauernd durch die Gegend rennen zu müssen. Besonders perfektioniert ist in die-sem Zusammenhang die Stadt Vice City. Hier gibt es neben Autos aller Klassen (nur an Originalwagen angelehnt) auch Motorräder, Boote und sogar Fluggeräte wie Helikopter zu mopsen. Mehrere Ansichten, darunter auch die klassische "Von oben"-Perspektive (nur bei GTA III), sorgen dabei immer für die nötige Übersicht und durch die zahlreichen Verbesserungen bekommen Xbox-Fans eine - bis auf die Auflösung - der PC-Version ebenbürtige technische Umsetzung.

GTA in schön!
So wurde die Sichtweite ein ganzes Stück weiter nach hinten gesetzt, als es noch bei der PS2 der Fall
war. Unfälle durch plötzlich auftauchende Fahrzeuge gibt es nun höchstens noch auf einem schnellen Bike bei Höchstgeschwindigkeit. Natürlich ist nach wie vor der Grafik-Aufbau am Horizont erkennbar, was aber während des Spielens überhaupt nicht stört. Beide Städte erstrahlen auf der Xbox in einem neuen Glanz, was man ruhig wörtlich nehmen darf. Geniale Spiegelungen auf Fahrzeugen, wunderschöne Lichteffekte abends in Vice City und eine diesige Großstadtatmosphäre im an New York angelehnten Liberty City sowie grandiose Wettereffekte machen Freude. Vor allem, da die Framerate recht gut mitspielt. Während beim PS2-Doppelpack oftmals Ruckelorgien das Erscheinungsbild bestimmen, bekommt man auf Microsofts Konsole weitgehend flüssige Optik geboten. Lediglich bei hohem Verkehrsaufkommen oder schnellen 180°-Turns geht die Grafik-Engine auch mal in die Knie. Ob Sie bei den Grafikoptionen lieber mit angeschalteten "Grails" (Unschärfe-Effekt) spielen, hängt dabei einzig und allein von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Wir empfehlen, beide Varianten auszuprobieren.

Steuerung mit kleinen Komplikationen
Für die Gegebenheiten eines Xbox-Controllers wurde die bekannte GTA-Steuerung bestmöglich umgesetzt. Schmerzlich vermisst man allerdings das zweite Paar Schulterknöpfe des PS2-Controllers. Der Waffenwechsel wird nun mit dem digitalen Steuerkreuz durchgeführt, was aber etwas umständlich ist, wenn Sie gleichzeitig rennen wollen. Grobmotoriker bemängeln außerdem das hakelige Feuern, wenn Sie durch Bewegen des rechten Ministicks in den "Fire by"-Modus wechseln. Um so seitlich aus einem Fahrzeug zu schießen, müssen Sie gleichzeitig neben der gewünschten Richtung auch auf den Ministick drücken. Das sind aber nur geringe Mängel einer ansonsten absolut gelungenen Steuerung. Besonders cool ist das Cruisen mit den genialen Motorrädern. Dank analoger Gasannahme auf der rechten Schultertaste kommen mit etwas Übung spektakuläre Wheelie-Fahrten durch Vice City zustande. Helikopterfliegen kann zwar tückisch sein, wenn man sich zu lässig durch Hochhausschluchten schraubt. Insgesamt sind aber auch die Flugeinlagen tadellos steuerbar.

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