Tja, da hat der Konkurrent vor uns wohl die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren.
Nach mehreren Terminverschiebungen ist es nun endlich so weit: Microsoft veröffentlicht seinen Rennspielhit Forza Motorsport. Die Erwartungen an den Titel sind hoch: "Rennspiel des Jahres", "Realistischstes Rennspiel aller Zeiten" und natürlich "Gran Turismo 4-Killer" - die Vorfreude kannte weltweit keine Grenzen. Ob das ambitionierte Projekt seinen Vorschusslorbeeren gerecht wird, soll unser ausführlicher Test zeigen.
Realismus pur
Bereits nach wenigen Spielminuten merkt man, dass die Programmierer mit ihrem Versprechen, ein sehr realistisches Rennspiel zu entwickeln, nicht übertrieben haben. Forza Motorsport ist eine richtige Rennsportsimulation: Nur wer die Bremspunkte der Strecken genau kennt, gefühlvoll mit Gas und Bremse umgehen kann und sein Fahrzeug perfekt beherrscht, wird unversehrt durch die Kurven kommen. Wer ein solch realistisches und anspruchsvolles Rennspiel programmiert, läuft natürlich immer Gefahr, die Gelegenheitsspieler schlichtweg zu überfordern und selbst erfahrenen Spielern eine (zu) lange Einspielphase abzuverlangen.
Intelligente Fahrhilfen
Glücklicherweise hat Microsoft hier alles richtig gemacht. Dank optionaler Fahrhilfen (Antiblockiersystem, Traktionskontrolle, Stabilitätskontrolle) kann man bei Forza Motorsport den Realismusgrad so herunterschrauben, dass auch unerfahrene Spieler stets die Kontrolle über ihre Boliden behalten. Besonders erwähnenswert ist die zuschaltbare Ideallinie, die dem Fahrer anzeigt, wie er die Strecken am besten abfährt. Der Clou: Anhand einer unterschiedlichen Farbdarstellung zeigt sie dem Spieler nicht nur die ideale Fahrspur an, sondern auch die für die aktuelle Position optimale Geschwindigkeit: Grün bedeutet, dass der Fahrer noch etwas schneller fahren könnte, Gelb, dass er etwas zu schwungvoll unterwegs ist, und Rot, dass er sich deutlich über dem optimalen Tempo befindet und schleunigst bremsen sollte. Netter Nebeneffekt an der Ideallinie: Nicht nur Anfänger profitieren von ihr, sondern auch gestandene Spieler sollten sie zumindest dann aktivieren, wenn sie neue Strecken ausprobieren und noch nicht wissen, wo sich die Bremspunkte der einzelnen Kurven befinden.
Viel Auswahl, viel Abwechslung
Doch selbst die beste Steuerung und das realistischste Fahrverhalten sorgen kaum für Spielspaß, wenn sich alle Autos gleich fahren und wenig Abwechslung mit sich bringen. Deswegen ließ man sich bei den Microsoft Game Studios nicht lumpen und integrierte insgesamt 231 lizenzierte Originalfahrzeuge. Von Ferrari über Honda bis hin zu Volkswagen: Es gibt kaum einen renommierten Hersteller, der nicht mit mindestens einem Fahrzeug vertreten ist. Je nachdem, ob es sich bei den Autos um gewöhnliche Straßenfahrzeuge oder um aufgemotzte Rennboliden handelt, fahren sie sich unterschiedlich. Die Antriebsart (Front-, Heck- oder Allradantrieb), das Gewicht und die Fahrwerksabstimmung der Autos spielen natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle und damit fährt sich bei Forza Motorsport wirklich kein Auto wie das andere.
