Fire Emblem Engage im Test: Anime-Overkill - nur für Fans? + Video - Seite 3
Test
Fire Emblem Engage erscheint exklusiv für Nintendo Switch und liefert mal wieder strategische Rundenkämpfe, Dating-Sim-Elemente und viel Fan-Service. Ob es sich bei Engage um einen Pflichtkauf für eure Switch handelt, verrät unser Test mit Video.
Glücklicherweise haucht die englische Synchronisation den vielfältigen Figuren viel Leben ein, was bei der Menge an NPCs wirklich erstaunlich ist. Trotz aller Liebe fällt aber eine Entwicklung bei Fire Emblem auf, die Fans schon länger beschäftigt: Die Charakter-Designs bedienen sich immer mehr bei Anime-Klischees und Pop-Kultur.
Immer, wenn ein neuer Charakter vorgestellt wird, schießen uns die Worte "Genshin Impact" und "VTuber" durch den Kopf. Besonders, wenn sich so viele jugendlich oder kindlich aussehende Spielfiguren unserer Gruppe anschließen, stellt sich uns die Frage: warum? Es ist nicht so, als hätten diese Figuren keine ausgeprägten Persönlichkeiten oder interessante Hintergrundgeschichten, aber Kinder in den Krieg zu schicken, ist, wenn man mal kurz darüber nachdenkt, ziemlich fragwürdig.
Trotzdem bereitet es Spaß, die verschiedenen Einheiten in Dialogen besser kennenzulernen. Fast alle Spielfiguren interagieren untereinander und mit uns und die meisten Unterhaltungen sind liebevoll vertont. Nervig ist allerdings, dass uns jeder Charakter durchgehend mit Wyrmgott anspricht und uns die meisten Begleiter von Anfang an zu Füßen liegen.
Quelle: Nintendo
Fire Emblem Engage im Test: Anime-Overkill im Switch-Game - nur für Fans der Serie? (5)
Vielleicht ist das nur unser Problem, aber sich mit einem Gott zu identifizieren, ist gar nicht so einfach. In der englischen Synchronisation hören wir statt Wyrmgott "Divine Dragon", was die Sache nicht unbedingt besser macht. Wie immer fesselt Fire Emblem aber nicht mit einer besonders ausgefeilten Story, sondern mit der schieren Masse an einzigartigen Charakteren. Vorausgesetzt, wir lassen uns auf die volle Ladung Anime ein.
Und die Embleme?
Inwiefern sind die Embleme nun bei alldem relevant? Um es auf den Punkt zu bringen: sie dienen in erster Linie als Waffen. Wir können uns zwar mit ihnen unterhalten und in der Hauptgeschichte bekommen sie immer wieder Momente im Rampenlicht, so vielschichtig wie andere Charaktere sind die Helden jedoch nicht. Wir verbringen schlichtweg nicht genug Zeit mit ihnen, um eine Bindung aufzubauen.
Als Kampfmechanik lassen sie jedoch so viel Personalisierung zu, dass es viel Spaß bereitet, die Emblem-Ringe Einheiten zuzuweisen. Dazu gehört immer eine aktive Fähigkeit, die an den Protagonisten aus dem jeweiligen Spiel angelehnt ist. Die flüssigen Kampfanimationen zusammen mit den Geistern der Embleme, die an unserer Seite kämpfen, sehen beeindruckend aus.
Ob das Fans der Vorgänger (und deren Helden) reicht, muss jeder selbst wissen. Wir finden: Die Embleme erweitern die taktischen Auseinandersetzungen sinnvoll genug, um die Einbindung der alten Helden zu rechtfertigen. Fans freuen sich bestimmt über die alten Bekannten, für Neulinge sind die Helden jedoch einfach Fremde, zu denen sie keinerlei Bezug haben.
Jeder mag's auf seine Weise
Das Schöne an Fire Emblem und entsprechend an Engage ist, dass wir uns aussuchen können, auf welche Aspekte des Spiels wir uns fokussieren möchten. Genau wie im ganzen Spiel geht es darum, die Spielerfahrung selbst anzupassen: Wir können theoretisch gar keine Zeit mit einzelnen Charakteren verbringen und alle Zwischensequenzen überspringen, um nur Kämpfe auszutragen.
Meinung
Genauso können wir eine Stunde lange eine Mission spielen und uns anschließend mindestens genauso lange mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten beschäftigen. Somit empfehlen wir Engage jedem, der taktische Kämpfe mag, aber auch jedem, der komplett in eine fremde Welt voller bunter Charaktere abtauchen möchte. Sofern er oder sie dem Anime-Stil etwas abgewinnen können. Fire Emblem Engage erscheint am 20. Januar 2023 exklusiv für Nintendo Switch!
