WIE DIE LEMMINGE
Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates - Nintendo DS
Ebenfalls ärgerlich gestaltet sich der niedrige Schwierigkeitsgrad des Titels. Meistens steht ihr nach einer halben Stunde bereits an einem Savepoint und kurz darauf vor einem der pompösen Bossgegner, die auch im Alleingang relativ unkompliziert ausgeschaltet werden können. Wer auf Teamwork Wert legt, sollte vor allem in diesen Fights seine Kameraden so oft wie möglich mit der L-Taste hinter sich befehligen. Die KI der CPU-Charaktere bietet nämlich auch etwas Grund zur Kritik. Streng gesagt, sind die Kerle sind ab und an einfach doof wie drei Meter Feldweg. Vor allem im Kampf gegen die Endgegner, die allesamt über eine mächtige Frontalattacke verfügen, fällt dieser Makel stark ins Gewicht. Während ihr in aller Ruhe die schwache Rückseite des Obermotzes bearbeitet, laufen eure Mitstreiter geradewegs in ihr Verderben. Springt ihr mit Nashe per Doppelsprung über einen Absprung, könnt ihr immer wieder beobachten, wie mindestens ein Partymitglied hinterher springt und gezielt seine Energieleiste schmälert. Des Weiteren bleiben eure Freunde oft irgendwo hängen und können manchmal erst nach mehrmaligem L drücken zurück gerufen werden. Allerdings hat das ganze auch den Vorteil, dass ihr euch bei einem irreführenden Alleingang per Charakterwechsel schnell wieder an den Ausgangsort teleportieren könnt.
MULTIPLAYER & MINIGAMES
Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates - Nintendo DS
Im Mehrspielermodus spielen solche Makel allerdings keine Rolle. Bis zu acht Charaktere können hierbei aus den vier Rassen erstellt werden. Gestaltungsvielfalt bleibt allerdings nicht. Ihr wählt die fertigen Protagonisten des Hauptspiels an und könnt lediglich zwischen männlich und weiblich variieren. Zu viert zieht ihr schließlich in die Schlacht, bleibt dabei aber unter euch. Einen vollwertigen Online-Modus hat man sich leider gespart. Lediglich die knuffigen Mogrys, die euch im Laufe des Spiels oftmals mit Rat und Tat zur Seite stehen, können online getauscht werden. Diese lassen sich nämlich nach Belieben umgestalten und bemalen. Das eigentliche Spektakel ist ähnlich aufgebaut wie zuvor Zelda: Four Swords. Zwar gibt es Rätsel, die ihr nur gemeinsam lösen könnt, ansonsten lebt das Game aber trotz Teamwork vom gegenseitigen Konkurrenzkampf um Zaster, Ausrüstung und Erfahrungspunkte.
Leider läuft das Multiplayer-Vergnügen komplett gesondert hab und eure Mitspieler können nicht in die laufende Story mit einsteigen, wie es beim großen SNES-Vorbild noch der Fall gewesen ist. Die Langzeitmotivation trübt dieser Umstand allerdings nur bedingt: Durch die Möglichkeit sein Inventar in den neuen Spielstand zu übernehmen, lädt der Titel im Singleplayer zu einem erneuten Durchgang förmlich ein und relativiert damit auch den etwas kurz geratenen Umfang. Wer nach mehrmaligem Durchspielen immer noch nicht genug hat, kann sich die Zeit mit kleinen Minigames wie dem Karawanenrennen vertreiben, welches in ähnlicher Form auch bereits im Vorgänger stattfand.
IN SACHEN PRÄSENTATION
Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates - Nintendo DS
Optisch bietet der Titel eine farbenfrohe und fantasievolle 3D-Optik aus der Iso-Perspektive, die sich bedingungslos zur grafischen Spitze auf dem DS zählen lassen darf und sich auch hinter einem Phantom Hourglass nicht verstecken muss. Abwechslungsreich designte Welten, hübsch gestaltete Charaktermodelle und spektakulär designte Endbosse sprechen für sich. Leider treten an einigen Stellen vorübergehende Slowdowns auf, wenn die effektgeladene Action Überhand nimmt. Nervig, aber verkraftbar, zumal es wirklich selten soweit kommt. Die akustische Untermalung des Spiels stellt unmissverständlich klar, dass wir es hierbei mit einem Spiel aus dem Hause Square-Enix zu tun haben. Epische Melodien und situationsangepasste Wechsel aus Spannung und Ruhe drücken der Final Fantasy-Reihe seit jeher ihren Stempel auf. Abgesehen davon erwartet den Spieler ein überraschend hoher Anteil an feinster englischer Sprachausgabe während den Zwischensequenzen. Ein Novum auf dem Nintendo DS. Vor allem die regelmäßigen Streitigkeiten zwischen den Zwillingsprotagonisten Yuri und Chelinka sind immer wieder einen Schmunzler wert und werden trotz ernsthafter Rahmenhandlung geschickt auflockernd eingestreut.
Alles in allem erwartet Handheld-Rollenspieler ein rundum gelungenes Action-RPG, das trotz Schwächen in Sachen KI und Verzicht auf Coop- sowie Online Multiplayer damit überzeugen kann worauf es wirklich ankommt: Spielspaß!
