Ob dieser Schuss reingeht? Keine Ahnung ... ist reine Glückssache.
Nach Basketball und American Football bringt Electronic Arts mit FIFA Street bereits die dritte Sportart auf die Straße: den Fußball. Wie bei den anderen zwei Street-Spielen nehmen es die Kanadier auch dieses Mal nicht so genau mit den Regeln. Beim 4-gegen-4-Kick in den kleinen Arenen ist alles erlaubt. Unfaire Tacklings, brutale Grätschen - einfach alles. Damit das Spiel dabei nicht zu einem sinnlosen Foulfestival mit keinerlei Spielfluss verkommt, können die Spieler als Ausgleich unglaubliche Tricks ausführen und die Gegner gleich reihenweise vernaschen.
Viel zu viel Zufall
Dazu muss der Spieler entweder den rechten Analogstick in eine entsprechende Richtung bewegen oder ganz bequem die Dreieck-Taste (Zufallstrick) drücken. Da die Tricks sehr einfach von der Hand gehen und die ballführenden Spieler nur sehr schwer aufgehalten werden können, ergeben sich Torchancen im Sekundentakt. Doch ob die Schüsse auch wirklich ihren Weg ins Tor finden, ist ziemliche Glückssache: Mal lässt der Keeper einfache Kopfbälle aus der Distanz durch, dann wiederum pariert er normalerweise unhaltbare Raketen aus zwei Meter Abstand. Selbst nach mehreren Stunden Spielzeit und entsprechender Erfahrung regiert bei FIFA Street meistens nur König Zufall.
Gamebreaker-Schüsse
Nahezu unhaltbar für den Torwart sind dagegen die so genannten Gamebreaker-Schüsse. Diese kann man immer dann ausführen, wenn die Gamebreaker-Leiste voll aufgeladen ist. Dazu muss man coole Tricks aneinander reihen und möglichst mit einem spektakulären Tor abschließen. Wie gut die Spieler bestimmte Tricks ausführen, hängt dabei auch vom Können des Athleten ab: Ein Ronaldinho oder Thierry Henry beherrscht natürlich wesentlich extravagantere Aktionen als ein Christian Wörns. Leider reicht die Aktionsvielfalt insgesamt nicht an die eines NBA Street V3 heran, was bereits nach kurzer Zeit zu einem ziemlich monotonen Spielerlebnis führt.
Ordentliche Technik
Auch bei der Technik wechseln sich Licht und Schatten ab. Die Athleten auf dem Platz sehen wie bei der FIFA Football-Serie sehr gut aus. Sie sind sehr detailliert ausmodelliert und überzeugen mit einem hübschen Beleuchtungsmodell. Bei den Animationen sieht die Sache schon etwas anders aus. Während die Tricks optisch grandios umgesetzt wurden, hapert es bei den normalen Bewegungen der Figuren. Sie bewegen sich nicht nur deutlich zu träge über den Platz, auch die Animationsübergänge (zum Beispiel von Stehen auf Laufen) sehen unnatürlich aus. Da zudem auch die Kollisionsabfrage ungenau ist und man oft sieht, dass der Ball nicht den Spieler berührt bzw. der Ball durch die Gliedmaßen des Spielers durchgeht, bleibt ein durchwachsener Gesamteindruck zurück.
Unglaublicher Kommentator
Erwähnt werden muss noch der Kommentator des Spiels, DJ Harry. Einen dermaßen nervigen Sprecher hat die Videospielgeschichte noch nicht gehört. Die ständigen "Alter Schwede, wo schießt du denn hin?"-, "Ey Alter, sag mal, hast du deine Tage oder was?"- oder "Yeah, ich mag Straßenfußball, das ist wirklich tight"-Sprüche in seinem Berliner Dialekt sind dermaßen daneben, dass man ihn spätestens nach zwei Minuten ausschalten muss, um nicht wahnsinnig zu werden.
