BILD: N-ZONE
Geübte Spieler dürfen dennoch fast ununterbrochen den Boost entfesseln, denn der lässt sich durch Sprünge oder die Fahrt durch Wasser wieder abkühlen. Zudem gibt's einen ordentlichen Gratisschub, wenn man nach Sprüngen auf allen vier Rädern landet - hier kommt die tolle Neigesteuerung ins Spiel - oder nachdem man einen Unfall gebaut hat. Je mehr man boostet, desto schneller wird der Wagen, desto höher die Sprünge, desto wahnwitziger die Stunts und desto mehr Boost kann man nutzen. Ohne weiteres kann man unglaubliche Geschwindigkeiten und aberwitzige Höhen erreichen, wobei der Wagen stets kontrollierbar bleibt.
Spontane Gebirge
Der Clou auf dem Weg zum Sternerekord ist auch der geschickte Umgang mit den Items, die auf der Strecke verteilt sind. Zum einen gibt es das Power-Item, welches den Wagen für einige Sekunden auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt und ihn praktischerweise unverwundbar macht. Damit lässt es sich prima durch Bäume oder Gegner pflügen und so manche Abkürzung wird so passierbar. Zum anderen kann man ein Morph-Item aufsammeln, welches oft schwerwiegende Einflüsse auf den Spielverlauf ausübt.
Es können plötzlich Gebäude und Felsen einstürzen oder es wachsen auf einmal Berge und Täler auf der Strecke, neue Sprünge werden möglich und neue Wege tun sich auf. Wehe dem Gegner, der gerade auf einem Abschnitt unterwegs ist, der sich zum Berg auftürmt, denn er wird wie ein hilfloser Käfer durch die Luft gewirbelt, während der Spieler zur Belohnung Sterne erhält. Außerdem erzeugt dieses Item hin und wieder Ringe in der Luft, durch die es zu springen gilt.
Tolle Lernkurve
BILD: N-ZONE
Mit all diesen Features und Möglichkeiten mag man in den ersten Minuten etwas überfordert sein, doch schnell erlernt man die grundlegende Steuerung und wagt sich nach und nach an komplizierte Manöver. Man baut Drehungen in Sprünge ein und versucht, extra halsbrecherisch zu fahren. Je mehr Strecken und Wagen man freischaltet, desto geübter wird man in der Sternehatz.
Schafft man es dann, in allen 19 Rennen des normalen Modus die S-Wertung zu erreichen, wird der Super-Excite-Modus freigeschaltet, der noch einmal so viele Rennen und neue freispielbare Wagen beinhaltet. Excite Truck wendet sich hier klar an die Rekordjäger und es macht in der Tat Spaß, auch zum fünften Mal ein Rennen erneut zu beginnen. Danach wartet dann noch der Mirror-Mode, bei dem man die 20 Strecken - die sich aus Varianten der sieben Spielwelten zusammensetzen - spiegelverkehrt befahren kann.
Es ist jedoch schade, dass sich spielerisch vom ersten bis zum letzten Rennen nichts verändert. Es kommen keine Features hinzu und außer besseren Karossen und anderen Strecken gibt's keine Abwechslung. Klar, das Spielprinzip funktioniert tadellos. Doch es ist fast ausschließlich auf den amüsanten Einzelspielermodus ausgerichtet. Die drei Extra-Herausforderungen - Zeitfahren, Zielspringen und ein Crash-Rennen - sind nicht mehr als eine nette Dreingabe. Im Splitscreen dürfen zwar zwei Spieler gegeneinander antreten, jedoch ohne Computergegner und mit mangelnder Übersicht.
Grundsolide Technik
BILD: N-ZONE
Wer also Lust auf Action und Geschwindigkeit hat und gewillt ist, das Spiel wirklich zu meistern, wird seine helle Freude mit Excite Truck haben. Besonders, da es eins der bisher schönsten Wii-Spiele ist. Saubere Texturen, nette Effekte und eine stabile Framerate erfreuen das Spielerherz, während bullige Soundeffekte und ein rockiger Soundtrack das turbulente Geschehen untermalen.
Wer will, darf sogar seine eigenen MP3s per SD-Card als Hintergrundmusik laufen lassen. Schade, dass das Spiel einige Chancen ungenutzt lässt. Ein Mehrspielermodus per Netzwerk oder Internet wäre ein riesiger Spaß und mehr Abwechslung könnte das Spiel auch vertragen. Dennoch: Excite Truck ist einfach ein grundsolides Rennspiel. Es bietet kompromisslos schnelle und spaßige Rennen, die auch nach einigen Stunden immer noch fordern können. Dabei ist es schnell, schön und laut. Wer mit den Fehlern leben kann, dem sei der Titel wärmstens ans Herz gelegt.
