Gelingt Milestone erneut der Spagat zwischen Racing-Action und Rollenspiel?
Das Aquaplaning sieht gut
aus und ist deutlich zu spüren.
Der Vorgänger S.C.A.R. hinterließ bei vielen Rennspielfans einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits begeisterten die saubere Technik und die innovativen Gameplay-Features wie die Rückspul-Funktion und die RPG-Elemente. Zudem machte es einfach nur Spaß, seine Gegner einzuschüchtern und zu Fehlern zu treiben. Andererseits störten aber der stark eingeschränkte Fuhrpark (es gab ausschließlich Modelle von Alfa Romeo) und auch das eher schwache Geschwindigkeitsgefühl.
Zumindest den ersten Kritikpunkt konnten die Entwickler beim Quasi-Nachfolger Evolution GT ausbügeln: Diesmal sind Sie neben Alfas noch mit Mercedes, Opel, Audi und Exoten wie dem Pagani Zonda oder TVRs unterwegs. In puncto Gameplay hat sich nicht viel getan: Wie bei S.C.A.R. verbessern Sie die Fähigkeiten Ihres Fahrers, drehen mithilfe des Tiger-Effekts am Rad der Zeit und treiben Ihre Gegner durch Drängeln zu Fehlern.
Die 28 Strecken wurden zum Teil aus dem Vorgänger übernommen, aber auch neue Kurse wie zum Beispiel der sehr nette Stadtkurs in Berlin wurden hinzugefügt. Das Streckendesign gibt wenig Anlass zur Kritik - Umfang und Abwechslung stimmen, auch wenn die Umgebung bei einigen Kursen etwas leblos wirkt. In technischer Hinsicht zeigt sich Evolution GT wie auch schon S.C.A.R. sehr ordentlich, obwohl das Geschwindigkeitsgefühl immer noch einen Tick besser sein könnte.
Im Gegensatz zum stets flüssig laufenden Einspieler-Modus bricht im Splitscreen-Modus die Framerate gelegentlich ein, was der Spielbarkeit zum Glück nicht sonderlich schadet. Die Fahrzeuge lassen sich recht realistisch steuern und vermitteln sehr gut die Unterschiede zwischen den 35 verschiedenen Boliden. Neben den Standardrennen in verschiedenen Klassen nehmen Sie im umfangreichen Karriere-Modus noch an Herausforderungen teil, in denen Sie wichtige Manöver üben und Ihre Fähigkeiten aufwerten.
