Dead-Space-Erfinder Glen Schofield mit kritischem Blick auf Zeit bei EA und Activision

News Michael Miskulin
Dead-Space-Erfinder Glen Schofield mit kritischem Blick auf Zeit bei EA und Activision
Quelle: PC Games Hardware

Dead-Space-Schöpfer Glen Schofield blickt kritisch auf den Wandel bei EA und Activision. In einem offenen LinkedIn-Beitrag spricht er über verlorene Rollen, prägende Jahre - und die Hoffnung auf neue Talentschmieden.

Glen Schofield, Schöpfer von Dead Space und Mitgründer von Sledgehammer Games (Call of Duty: Modern Warfare III), hat sich auf Linkedin ungewöhnlich offen über seine Zeit bei Electronic Arts und Activision geäußert. Anlass sind die jüngsten Umbrüche in der Branche, die aus seiner Sicht das Ende einer Ära markieren. Schofield spricht von einem "bittersüßen Moment", da beide Publisher über Jahrzehnte hinweg die Spieleindustrie geprägt und ganze Generationen von Entwicklern ausgebildet hätten.

Electronic Arts: Disziplin, Struktur und kreative Bewährungsproben

Seine Jahre bei EA beschreibt Schofield als fordernd, aber prägend. Das Unternehmen sei streng organisiert gewesen, mit klaren Erwartungen: "Die Franchise-Reviews waren intensiv - keine Abkürzungen, kein Rätselraten. Man musste jeden Zentimeter seines Spiels kennen." Meetings hätten wenig Raum für Ausreden gelassen, dafür aber absolute Klarheit geschaffen.

Besonders prägend sei für ihn natürlich die Chance gewesen, Dead Space zu entwickeln. Es war ein Projekt, das seine Karriere nachhaltig veränderte und ohne das Vertrauen des Publishers kaum möglich gewesen wäre.

Activison: Laut, leidenschaftlich und gnadenlos fokussiert

Activision erlebte Schofield dagegen als kreativen Ausnahmezustand. "Die Besprechungen waren laut, leidenschaftlich, fast schon chaotisch, und alle stellten ihre Fragen durcheinander", erklärt Schofield. Die Meetings seien auch oft deutlich länger als geplant gewesen, dabei aber stets auf Verbesserungen ausgerichtet. Vor allem im Umfeld von Call of Duty: Modern Warfare 3 habe er ein Niveau an Marketing und Produktfokus erlebt, das seiner Ansicht nach bis heute Maßstäbe setzt.

Umso schwerer fällt es Schofield, zuzusehen, wie beide Unternehmen durch Übernahmen und Umstrukturierungen an Einfluss als kreative Ausbildungsstätten verlieren. Gleichzeitig sieht er darin aber auch eine Chance: "Es ist Zeit, dass andere an ihre Stelle treten. Neue Führungskräfte. Neue Studios. Neue Publisher." Sein Wunsch ist klar formuliert - sie sollen Talente genauso fördern und fordern, wie EA und Activision es einst getan haben.

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Quelle: Glen Schofield auf Linkedin

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