Ikonen der Spieleindustrie: Hidetaka Miyazaki, der Souls-like- und Elden-Ring-Erfinder

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Ikonen der Spieleindustrie: Hidetaka Miyazaki, der Souls-like- und Elden-Ring-Erfinder
Quelle: Bandai Namco/Bildmontage: PC Games

Wir skizzieren in unserem Report den Weg von Hidetaka Miyazaki, der zuletzt mit Elden Ring den heißesten Anwärter auf das Spiel des Jahres 2022 abgeliefert hat.

Wir haben in unserer "Ikonen der Spieleindustrie"-Artikelreihe schon einige illustre Persönlichkeiten beleuchtet. Was Spielemacher wie Hironobu Sakaguchi (Final Fantasy), Todd Howard (The Elder Scrolls) oder Richard Garriott (Ultima) dabei eint: Sie alle haben bereits in jungen Jahren ihre ersten Gehversuche als Entwickler gemacht. Doch nicht nur deshalb ist Hidetaka Miyazaki, der erst mit Ende 20 zu From Software stieß und seit 2014 die Geschicke des japanischen Unternehmens als Präsident leitet, eine Ausnahmeerscheinung. Er hat binnen weniger Jahre die Gamesbranche mit Hits wie Dark Souls, Bloodborne, Sekiro: Shadows Die Twice und jüngst Elden Ring auf den Kopf gestellt und Meisterwerke für die Ewigkeit erschaffen. Höchste Zeit, seinen Lebensweg und sein bisheriges Schaffen mal genau unter die Lupe zu nehmen!

Die frühen Jahre: Bücher, Brettspiele und viel Fantasie

Man muss schon gut nachforschen, um an brauchbare Informationen zur Kindheit des am 1. Januar 1974 in der japanischen Hafenstadt Shizuoka geborenen Hidetaka Miyazaki zu gelangen. Denn Interviews gibt der medienscheue Japaner nur selten. Bekannt ist aber, dass der junge Hidetaka "unglaublich arm" aufgewachsen ist, wie er dem britischen Guardian 2015 in einem seiner seltenen Interviews verrät.

Fumito Uedas Ico für die Playstation 2 (2001) ist eine große Inspiration für Hidetaka Miyazaki und lässt ihn das enorme schöpferische Potenzial von Videospielen erkennen. Quelle: Moby Games Fumito Uedas Ico für die Playstation 2 (2001) ist eine große Inspiration für Hidetaka Miyazaki und lässt ihn das enorme schöpferische Potenzial von Videospielen erkennen. Seine Eltern arbeiten beide als Büroangestellte und müssen streng haushalten, um die kleine Familie gut über die Runden zu bringen. Dementsprechend fehlt es an finanziellen Mitteln für den Kauf neuer Bücher und Mangas, die der lesebegeisterte Miyazaki regelrecht verschlingt. Somit stehen geliehene Bücher aus der Bibliothek bei dem Jungen hoch im Kurs.

Dass er nicht immer alles versteht, was er liest, macht ihm nichts aus - im Gegenteil. Er liebt es, in neue Geschichten und faszinierende Welten einzutauchen und die Stellen, die er nicht auf Anhieb einordnen kann, frei zu interpretieren. Gerne orientiert er sich an den Illustrationen in den Büchern, die seine Fantasie beflügeln.
Darüber hinaus mag Miyazaki Tabletop-Spiele wie Dungeons & Dragons oder Adventure-Gamebooks wie Steve Jackson's Sorcery. Hauptsache, seine Fantasie wird angeregt - ein wichtiger Faktor für sein späteres Schaffen und seinen Design-Ansatz als Spielemacher.

Mit 29 Jahren stößt Hidetaka Miyazaki zu From Software. Seine ersten Credits verdient er sich als einer der Designer des Mech-Actionspiels Armored Core: Last Raven (2005) für die PS2. Quelle: Moby Games Mit 29 Jahren stößt Hidetaka Miyazaki zu From Software. Seine ersten Credits verdient er sich als einer der Designer des Mech-Actionspiels Armored Core: Last Raven (2005) für die PS2. Weil seine Eltern dem Medium skeptisch gegenüberstehen, hat Miyazaki mit den in Japan boomenden Videospielen zu dieser Zeit indes noch nichts zu tun. Das ändert sich aber, als er nach seinem Schulabschluss ein Studium in Sozialwissenschaften und Psychologie an der renommierten Keiō-Universität in Tokio beginnt. Nun hat er zumindest gelegentlich Kontakt mit Games.

Der wegweisende Einfluss von Ico

Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums bewirbt sich Miyazaki beim US-Technologieunternehmen Oracle Corporation und erhält dort eine Festanstellung. Der Job bei dem Großkonzern ist solide bezahlt, aber inhaltlich wenig aufregend. Ganz anders als ein Videospiel, dass er 2001 auf Anraten eines guten Freundes spielt: das Action-Adventure Ico von Fumito Ueda für die Playstation 2.

Miyazaki ist begeistert von der mysteriös inszenierten Geschichte rund um einen Jungen, der ein Mädchen aus einer heruntergekommenen Burganlage befreien muss und erkennt das große schöpferische Potenzial von Videospielen.

"Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es das Spiel war, das mein Leben verändert hat, und ich bin stolz darauf, dass es Ico war und dass es das Spiel von Herrn Ueda war. (...) Die Mythologie, die sich durch ihre [der Entwickler, Anm.] Spiele, einschließlich Ico, zieht, war schon immer ein Ziel von mir", wird Miyazaki in einem Artikel des japanischen Spielemagazins Famitsu anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Ico zitiert.

Daraufhin steigt sein Interesse, in die Spieleindustrie einzusteigen. Mit Ende 20 möchte ihn allerdings niemand nehmen - außer dem in Tokio ansässigen Unternehmen From Software. Die 1986 als Entwickler von Businessanwendungen für den PC gegründete und seit 1994 in der Gamesbranche aktive Firma gibt dem 29-jährigen Miyazaki eine Chance und beteiligt ihn an der Entwicklung der Mech-Action-Simulation Armored Core: Last Raven (2005) für die PS2.

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