Mehr Filz, mehr Fläz, mehr Fitness: Der Rasensport ist wieder anscheinend so populär geworden, dass EA eine eigene Serie ins Leben ruft. In unserem Test zu EA Sports Grand Slam Tennis erfahrt ihr, was das erste Spiel mit Wii MotionPlus taugt.
Quelle: Electronic Arts
Screenshots aus EA SPORTS Grand Slam Tennis für Wii (1)
Was 2006, als die Wii auf den Markt kam, noch unglaublich revolutionär war, unterliegt heute dem typischen Abnutzungseffekt: Apathisch greift der Wii-Spieler zur Fernbedienung und vollführt eine leichte zuckende Bewegung, um seinen Avatar auf dem Bildschirm zu einem Schlagabtausch zu bewegen oder einen Tennisball über das Netz zu befördern. EA riss uns aus dieser Wii-Starre heraus: Ungläubig fluchten wir vor uns hin, als Grand Slam Tennis unser gedankenverloren grobmotorisches Geschüttel mit körbeweise Bällen im Aus quittierte: Für dieses Spiel muss man sich wirklich bewegen!
TENNIS-LEGENDEN
Grand Slam Tennis besticht zunächst durch einen etwas detailarmen Comic-Look, der dennoch stimmig und passend aussieht. Die Sounduntermalung ist dagegen klasse und sorgt für eine tolle Tennisplatzkulisse im Wohnzimmer. Neben aktuellen Spitzenspielern wir Rafael Nadal sind auch Legenden wie Boris Becker oder Pete Sampras dabei. Die kleinen Männchen wirken wie Karikaturen ihrer realen Vorbilder. Einfach herrlich, wie der kleine John McEnroe stinksauer seinen Schläger auf den Boden schmettert! Zu den vorhandenen Spielern gesellen sich eure eigenen dazu, die ihr in einem Editor erstellen könnt. Indem ihr Matches gewinnt und Aufgaben im Karrieremodus löst, arbeitet ihr nach und nach an der Fitness und an den Techniken eures digitalen Konterfeis, bis ihr euch endlich zum Grand Slam-Gewinner hochgearbeitet habt.
DAS BEWEGUNGS-PLUS
Quelle: Electronic Arts
Screenshots aus EA SPORTS Grand Slam Tennis für Wii (3)
Nur deutliche Bewegungen der Wii-FB helfen weiter: Nur wenn ihr auch wirklich nach links oder rechts schwingt, schlagt ihr unhaltbare Bälle übers Netz. Ist ein Nunchuk angeschlossen, bewegt ihr euren Sportler per Analog-Stick über den Platz, ohne bewegt er sich von selbst zum Ball. Mit gedrücktem B-Knopf stoppt ihr die Filzkugel, während ihr mit mit einem Druck auf die A-Taste Lobs schlagen könnt. Topspins und Slices dagegen erzielt ihr mit den korrekten Bewegungen. Ist das (beiliegende) Wii MotionPlus angestöpselt, registriert die Wii auch, ob ihr Vor- und Rückhand anwendet und wie ihr den Schläger haltet. Selbst im laufenden Spiel könnt ihr jederzeit variieren. Auch die Einstellung für Linkshänder ist vorbildlich.
TENNISARM?
Quelle: Electronic Arts
Screenshots aus EA SPORTS Grand Slam Tennis für Wii (4)
Grand Slam Tennis spielt sich so flott, dass EA an einen Kalorienzähler praktischerweise gleich gedacht hat. Leider landen trotz allem unverhältnismäßig viele Bälle im Aus und nicht jede Bewegung wird exakt so umgesetzt, wie ihr sie ausführt. Da der Titel sich irgendwo zwischen Simulation und Arcade bewegt, ist die Steuerung zu präzise, um wild zu fuchteln, der Ballwechsel aber manchmal zu schnell, um mit jedem Schlag eine überlegte und gut getimte Bewegung auszuführen. Und gerade deshalb ist der Grad an Präzision, den man mit ein wenig Übung erzielen kann, wirklich beachtlich! Trotz aller Kritik: Tennis auf einer Konsole hat sich noch nie so gut angefühlt.
