Fair wie nie
Reflections im Allgemeinen und Driver im Speziellen sind nicht nur für die spaßige Fahrphysik bekannt, sondern auch für den meist herben Schwierigkeitsgrad berüchtigt. Driver: Parallel Lines ist die rühmliche Ausnahme. Genau wie uns Gareth Edmonson im Interview versprochen hat, ist Driver: Parallel Lines zwar nicht unbedingt ein leichtes Spiel, aber nicht zuletzt dank der vielen Checkpoints erheblich fairer und frustfreier als die Vorgänger.
Das gilt auch für die Ballerpassagen, die zwar um einiges besser als die uninspirierten Moorhuhn-Einlagen des Vorgängers sind, spielerisch aber dennoch höchst durchschnittlich ausfallen. Macht aber nix - schließlich gibt"s im gesamten Spiel gerade mal vier Missionen, in denen man per pedes unterwegs ist und böse Buben umnietet, der Rest ist Fahrspaß pur.
Dafür ließen sich die Entwickler einiges einfallen. Cool inszenierte Skripts machen mehr aus den reinen "Von A nach B"-Touren und endlich hat die Stadt noch mehr zu bieten als bloß Kulisse für Verfolgungsjagden zu sein. 50 Sterne gilt es einzusammeln, um insgesamt fünf Spielvorteile zu erhalten (zum Beispiel mehr Gesundheit), und zahlreiche Nebenmissionen dienen zum Geldverdienen.
Dieser Zaster ist nicht nur Statussymbol, sondern dringend notwendig, um die frisch geklauten Autos in der eigenen Garage auf Vordermann zu bringen oder gar zu verbessern. Zwar hält sich die Vielfalt des Tunings in Grenzen, doch letztlich dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, und bis man wirklich jedes Auto in der Garage stehen hat, vergeht eine ganze Weile.
Butterfahrt
Viel Zeit muss man auch mitbringen, wenn man zu seinem nächsten Auftraggeber fährt. Ganz wie in GTA darf man stets frei den Zeitpunkt wählen, wann man den nächsten Job erledigt, und in der Zwischenzeit so lange durch die Stadt gondeln, wie man möchte. Hat man sich für einen Auftrag entschieden, steht der lange Weg zum Startpunkt an.
Die Verstecke des Protagonisten sind fast ausnahmslos in den Randgebieten der Stadt zu finden, da kann es schon mal fünf bis zehn Minuten dau-ern, bis man sein Ziel erreicht hat. Glücklicherweise steht der Weg nur einmal an, denn sobald man den Job angenommen und angefangen hat, kann man diesen jederzeit neu starten, ohne vorher noch mal im Versteck vorbeigeschaut zu haben. Zudem wird jeder Erfolg vom Spiel automatisch und sofort gespeichert - ellenlange Wege zum Versteck und zurück, nur weil man gerade mal wieder einen der versteckten Sterne gefunden hat, entfallen.
Kratzer im Lack
Zahlreiche Verbesserungen also, doch auch kleine Macken haben sich ins Spiel eingeschlichen. So schauen Besitzer eines 4:3-Fernsehers buchstäblich in die Röhre und müssen mit dicken Balken leben, die deutsche Synchro-nisation ist erneut ziemlich lahm geraten, ein 60-Hz-Modus fehlt und unterm Strich bleibt Grand Theft Auto auch im Jahre 2006 eine Klasse für sich.
Doch Driver-Fans der ersten Stunde dürfen sich freuen. Parallel Lines ist das Spiel, das der zweite Teil hätte werden sollte. Der Fokus liegt auf packenden Verfolgungsjagden und actionreichen Fahrten durch schmale Gassen. Zwar hat man dasalles irgendwie schon malgesehen und Innovationen muss man mit der Lupe suchen, doch manchmal ist eine solide Fortsetzung ja auch genau das Richtige. Und die istDriver: Parallel Lines allemal!
