Square Enix legt die Messlatte für Rollenspiele mal wieder ein Stück höher.
Die Angriffe der Gegner sind so abgefahren wie sie selbst.
Sie sind der Meinung, dass Oldschool-RPGs die besten des Genres sind, und würden sich freuen, ein solches Spiel einmal in zeitgemäßer Optik zu zocken? Dann können Sie jetzt eigentlich gleich aufhören zu lesen. Fahren Sie stattdessen so schnell wie möglich zu Ihrem Fachhändler und kaufen Sie sich dieses Spiel!
Denn Dragon Quest ist genau das: ein schnörkelloses Rollenspiel der alten Schule, gänzlich ohne komplizierte Features, dafür mit einem unwiderstehlichen Humor und der schönsten Cel-Shading-Grafik seit Dark Chronicles. Dass sich die Titel grafisch so sehr ähneln, kommt nicht von ungefähr. Immerhin stammen beide vom gleichen Entwicklerteam. Nur haben sich die kreativen Köpfe von Level 5 bei diesem Projekt auf die Wurzeln des Genres besonnen und es damit tatsächlich geschafft, eines der besten Rollenspiele dieser Konsolengeneration auf die Beine zu stellen.
Ein Königreich für ein Königreich
Yangus hat sich in der Stadt der Diebe sichtlich eingelebt.
Schon allein die Hintergrundstory ist denkbar einfach: Ein böser Magier namens Dhoulmagus hat einen ganzen Hofstaat verflucht und Sie versuchen nun, das Unglück rückgängig zu machen. Auf Ihrer Reise stoßen Sie auf zwei Gleichgesinnte, die ebenfalls noch ein Hühnchen mit dem Schurken zu rupfen haben. Die Geschichte entwickelt sich dabei nur langsam weiter, dafür stolpern Sie während des Abenteuers über viele Figuren, die alle einen eigenen Hintergrund haben.
Nur wenn Sie diesen Personen helfen, machen Sie selbst Fortschritte. In über 60 Stunden entfaltet sich so eine Spielwelt, die lebendiger kaum sein könnte. Wer am Schluss nicht einfach nur den Abspann sehen, sondern die ganze Spielwelt in all ihrer Pracht erleben will, muss gut und gerne 100 Stunden in Dragon Quest investieren.
Neben dem eigentlichen Abenteuer hat der Titel nämlich noch einige Nebenbeschäftigungen zu bieten. Diese sind zwar nicht allzu zahlreich, dafür aber umso zeit-intensiver. So können Sie Bücherregale nach geheimen Rezepten abklappern, die Sie dann mit in Ihrem Alchemistentopf nachköcheln dürfen.
Oder Sie machen sich auf die Suche nach versteckten Medaillen, für die Sie eine Münzensammlerin namens Minnie reichlich belohnt. Und wenn Ihnen solche Münzen zu unspektakulär sind, können Sie auch seltene Kreaturen ausfindig machen und sogar an Monster-Arenakämpfen teilnehmen.
Monster metzeln
Die Menüs sind einfach aufgebaut, die Menüführung hingegen etwas verschachtelt.
Das Kämpfen funktioniert übrigens ebenfalls auf eine sehr traditionelle Art. In rundenbasierten Zufallskämpfen gibt es Standardmanöver wie Angriff, Zauber, Items einsetzen und Flucht. Lediglich die Möglichkeit, Spezialmanöver zu erlernen oder sich zu konzentrieren, um so die Angriffsstärke zu erhöhen, sind kleine Besonderheiten. Diese reichen aber aus, um den zahlreichen Auseinandersetzungen Tiefe zu verleihen.
Spannend sind die Kämpfe außerdem aufgrund des anspruchsvollen Schwierigkeitsgrades. Ohne Aufleveln geht gar nichts, aber ausnahmsweise ist das nicht nervig, sondern macht viel Spaß. Importspieler, die die Vorgänger kennen, erinnern sich mit Grauen an die endlose Zahl der nutzlosen Fähigkeiten, die die Charaktere erwerben konnten.
