Doom Eternal stundenlang gespielt: Kampfrausch mit Köpfchen

Special Felix Schütz
Doom Eternal stundenlang gespielt: Kampfrausch mit Köpfchen
Quelle: id Software

Die Hölle auf Erden kann gar nicht früh genug kommen: Wir haben Doom Eternal drei Stunden lang am PC gespielt und viele neue Eindrücke mitgebracht. Das neue Doom wird schneller, härter - und sogar ein wenig taktischer! Aber auch in anderen Bereichen legt id Software noch ein paar Schippen drauf. In unserer großen Doom Eternal Vorschau mit Video erfahrt ihr, warum sich das lange Warten gelohnt hat.

Es sind treffende Worte, die uns im Intro von Doom Eternal begrüßen: "Reiße und zerfetze, bis es vollbracht ist!" Und wir konnten es gar nicht mehr erwarten, endlich loszulegen! Schließlich hat id Software schon mit seinem Doom-Reboot von 2016 ein brachiales Comeback hingelegt. Grandioses Gunplay, starkes Gegnerdesign und eimerweise Blut -die meisten Fans und Kritiker waren glücklich und verlangten nach mehr. Trotzdem ließ man sich für den Nachfolger viel Zeit, ganze vier Jahre hat id Software an der Fortsetzung gewerkelt. Ob sich die Mühe gelohnt hat? Davon konnten wir uns nun ein weiteres Mal selbst überzeugen: Auf einem Presse-Event durften wir Doom Eternal drei Stunden lang anspielen, genauer: die ersten drei Levels aus der deutschen PC-Version.

Keine Lust zu lesen? Hier gibt's unsere Vorschau als auch Video mit viel neuem Gameplay!

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Pralles "Doomiversum": Mehr Story, mehr Lore

Schon das letzte Doom von 2016 bot unerwartet viel Handlung und Lore.&nbsp; <br> Der Nachfolger legt in dieser Hinsicht noch ein paar Schippen drauf. Quelle: PC Games Schon das letzte Doom von 2016 bot unerwartet viel Handlung und Lore. 
Der Nachfolger legt in dieser Hinsicht noch ein paar Schippen drauf.
Natürlich will der Nachfolger das Rad nicht neu erfinden, doch das heißt nicht, dass sich die Entwickler auf alten Erfolgen ausruhen. Das fängt schon bei der Story an, denn die scheint diesmal deutlich umfangreicher und ambitionierter auszufallen. Die Einzelspielerkampagne soll laut id Software doppelt so lang werden wie im Vorgänger, mehr als 20 Stunden sind geplant. Der Plot setzt eine ganze Weile nach dem letzten Doom ein und lässt den Mars als Schauplatz hinter sich. Das Gemetzel geht diesmal auf der Erde weiter, wo eine Dämoneninvasion bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausgerottet hat. Ihr schlüpft erneut in die Haut der stummen Hauptfigur, im Spiel schlicht der "Slayer" genannt. Diesmal erfahrt ihr aber viel mehr Hintergründe zum Helden und dem mysteriösen Wächterorden, der schon im ersten Teil angedeutet wurde und der diesmal eine weitaus größere Rolle spielt. Zum Beispiel bereist ihr brandneue Schauplätze wie die schicke Wächterstadt Exultia, in der ihr jede Menge neue Lore-Schnippsel zum Doom-Universum aufschnappt. Vieles davon erfahrt ihr in sammelbaren Textnotizen, aber es gibt auch längere Ingame-Cutscenes mit allem Drum und Dran. Schade allerdings: Das offene Ende des Vorgängers wird in den ersten drei Levels noch nicht so richtig erklärt. Es ist aber natürlich gut möglich, dass es noch im späteren Spielverlauf aufgegriffen wird.

Turnen für Fortgeschrittene

Trotz vieler Spungeinlagen kommt die Action nicht zu kurz. Die Kettensäge dürft ihr sogar deutlich öfter einsetzen als im Vorgängerspiel.&nbsp; Quelle: PC Games Trotz vieler Spungeinlagen kommt die Action nicht zu kurz. Die Kettensäge dürft ihr sogar deutlich öfter einsetzen als im Vorgängerspiel.  Eine der auffälligsten Neuerungen von Doom Eternal: Eure Bewegungsmöglichkeiten wurden stark erweitert! Neben dem bekannten Doppelsprung, der gleich von Anfang an verfügbar ist, könnt ihr nun auch an Stangen entlangschwingen, um so weiter entfernte Ebenen zu erreichen. Zusätzlich erhaltet ihr schon früh einen zweifachen Dash, mit dem ihr nicht nur blitzschnell Angriffen ausweichen, sondern auch mitten im Sprung nach vorne preschen und so weitere Distanzen überbrücken könnt. Dadurch seid ihr viel mobiler unterwegs als im ersten Teil! Außerdem hat der Slayer gelernt, sich an manchen Oberflächen festzukrallen und daran entlangzuklettern, was den Leveldesignern mehr Freiheiten gibt, um das Erkunden interessanter zu gestalten und natürlich jede Menge Secrets zu verstecken. Kein Wunder also, dass es schon in den ersten Stunden wesentlich mehr Turneinlagen gibt als im Vorgänger. Die spielen sich zwar wunderbar präzise und haben uns dank fairer Checkpoints auch nie frustriert, allerdings bleibt abzuwarten, ob id Software damit wirklich den Nerv der Doom-Fangemeinde treffen wird.

Sägen, ballern und zerfetzen

Was aber natürlich nicht heißen soll, die Action würde zu kurz kommen, ganz im Gegenteil! Die Ballereien sind diesmal noch schneller, noch heftiger, noch brutaler als im Vorgänger - und das will schon was heißen. Mehr als doppelt so viele Gegnertypen bringen frischen Wind in die Gefechte, aber auch viele der alten Ekelpakete wurden überarbeitet und sorgen nun für mehr Herausforderung und Taktik. Ja, richtig gelesen. Taktik! Denn die fantastisch animierten Gegner sind diesmal noch flotter und aggressiver unterwegs, man muss ständig in Bewegung bleiben, blitzschnell reagieren und dabei das richtige Werkzeug zum Einsatz bringen. Viele Gegner haben diesmal auch Schwachstellen: Einem flinken Arachnotron können wir beispielsweise das Geschütz vom Rücken pusten, das zwingt das Spinnenvieh in den Nahkampf und nimmt ihm seinen Schrecken. Dämonen-Soldaten rücken wir dagegen am besten mit der Plasmakanone zu Leibe, um ihre Energieschilde zu zerfetzen. Und einem fliegenden Cacodemon feuern wir gezielt eine Granate ins Maul, dadurch ist das Vieh sofort reif für einen Todesstoß. Im Eifer des Gefechts allerdings leichter gesagt als getan!
Mit dem Sekundärfeuer der Plasmakanone feuern wir einen durchgängigen Strahl ab, der auch dicke Ziele wie diesen Arachnotron effektreich zum Platzen bringt. Quelle: PC Games Mit dem Sekundärfeuer der Plasmakanone feuern wir einen durchgängigen Strahl ab, der auch dicke Ziele wie diesen Arachnotron effektreich zum Platzen bringt.

Übrigens: Gehört ihr auch zu denjenigen, die das HUD von Doom Eternal (jetzt kaufen 99,99 € ) als zu bunt empfinden? Dann können wir euch zumindest beruhigen: Wie die Entwickler in einem eigenen Beitrag erklärt haben, wird es in Doom Eternal sehr viele Einstellungsmöglichkeiten für sämtliche Bildschirmanzeigen geben. Dazu zählt auch die Möglichkeit, das komplette Farbschema eures HUDs anzupassen. Und das sieht dann so aus.

Blutrausch mit Köpfchen

Laut id Software sollen sich die Kämpfe noch stärker als früher wie eine Art Puzzle anfühlen. Das liegt diesmal auch an den spärlich verteilten Power-ups: Rüstung, Lebenskraft und Munition liegen nun etwas seltener in den Levels rum, wir müssen uns das Zeug daher von den Gegnern beschaffen. Hier kommen auch wieder die bekannten Glory Kills zum Einsatz: Fast besiegte Gegner leuchten wie im Vorgängerspiel auf, dann dürfen wir sie in einer wundervoll derben Animation zur Strecke bringen, wodurch sie zuverlässig Lebenspunkte droppen. Die brauchen wir diesmal dringendender als im letzten Doom, denn schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fällt unsere Anspiel-Version deutlich knackiger aus! Ebenso wichtig sind auch unsere Rüstungspunkte: Um die aufzufüllen, müssen wir nun den neuen Flammenspeier zum Einsatz bringen, ein auf der Schulter montierter Mini-Flammenwerfer, der Gegner mit einem kurzen Feuerstoß in Brand setzt. Erst dadurch werfen sie nun die seltenen Rüstungsteile ab, was den Flammenspeier zu einem der wichtigsten Neuzugänge im ganzen Spiel machen dürfte.
Den neuen Schulter-Flammenwerfer aktiviert man flott per Knopfdruck. Sein kurzer Flammenstoß setzt Feinde in Brand, wodurch sie wichtige Rüstungspunkte droppen. Quelle: PC Games Den neuen Schulter-Flammenwerfer aktiviert man flott per Knopfdruck. Sein kurzer Flammenstoß setzt Feinde in Brand, wodurch sie wichtige Rüstungspunkte droppen.

Aber auch Munition war in unserer Spielzeit häufig knapp bemessen. Umso besser, dass die bewährte Kettensäge wieder mit an Bord ist! Die aktivieren wir nun direkt mit einem Tastendruck, dadurch werden kleinere Gegner auf einen Schlag... besiegt. Und dabei droppen sie einen ganzen Berg an Munition. Prima: Weil sich ein Tank der Kettensäge nun mit der Zeit von alleine wieder auffüllt, können wir die brutale Nahkampfwaffe deutlich häufiger verwenden als im letzten Doom.
Trotz vertrauter Mechaniken dürften auch Kenner des Vorgängerspiels ein paar Minuten brauchen, bis sie sich an den neuen "Flow" von Doom Eternal gewöhnt haben. Wer aber seine Ressourcen im Blick behält und die Schwachstellen der Feinde sinnvoll ausnutzt, erlebt ihn wieder: Diesen grandiosen Kampfrausch, den wir schon aus dem Vorgänger kennen, der uns in einem Affenzahn durch die Gegnerhorden mähen lässt und der uns wirklich das Gefühl gibt, ein dämonenjagender Superheld zu sein. Was für ein Spaß! Und wer dabei doch mal ins Gras beißt, wird in Doom Eternal nicht gleich an einen früheren Checkpoint verfrachtet. Diesmal dürft ihr in den Levels nämlich hin und wieder auch altmodische Extraleben einsammeln, dadurch werdet ihr nach einem tödlichen Treffer wiederbelebt und dürft einfach weiterkämpfen.

Upgrades im Überfluss

Alle Waffen verfügen wieder über zwei sekundäre Feuermodi. Die Plasmawumme verschießt dann entweder einen durchgängigen Strahl oder haut leichte Gegner mit Druckwellen aus den Latschen. Und das schwere Maschinengewehr mutiert entweder zum Mini-Raketenwerfer oder zur eleganten Präzisionswaffe. Zunächst müssen wir die Feuermodi aber mit gefundenen Waffenmods freischalten und anschließend mit Waffenpunkten verbessern. Neue Punkte bekommt man in erster Linie über geschaffte Kampfbegegnungen, also kleine, heftige Scharmützel in Doom-typischen Arenen, wie man sie schon aus dem Vorgängerspiel kennt. Manche dieser Kämpfe sind allerdings gut versteckt! Nur wer aufmerksam sucht, kann bis zu zehn Waffenpunkte pro Level verdienen und damit sein Arsenal aufmotzen.

In Doom Eternal wimmelt es nur so vor Upgade-Systemen. Wie im letzten Teil dürft ihr für jede Waffe zwei Schussmodi freischalten und danach weiter verbessern. Quelle: PC Games In Doom Eternal wimmelt es nur so vor Upgade-Systemen. Wie im letzten Teil dürft ihr für jede Waffe zwei Schussmodi freischalten und danach weiter verbessern. Mit gesammelten Wächterkristallen verbessert ihr die Grundwerte Gesundheit, Rüstung und Munition. Nebenbei schaltet ihr sechs passive Boni frei. Quelle: PC Games Mit gesammelten Wächterkristallen verbessert ihr die Grundwerte Gesundheit, Rüstung und Munition. Nebenbei schaltet ihr sechs passive Boni frei. Mindestens so wichtig sind auch die sammelbaren Wächterkristalle: Mit denen hebt ihr Gesundheit, Rüstung und Munitionsvorrat in vier Stufen an, außerdem schalten sie nebenbei noch sechs nützliche Boni frei. Doch das ist noch nicht alles, denn von Upgrades kann id Software scheinbar gar nicht genug bekommen: Zusätzlich findet ihr auch Runen, die ihr für Bonuseffekte in drei Slots einsetzen dürft. Und es gibt Prätorenpunkte, mit denen ihr weitere passive Vorteile freischalten könnt!

Viel zu entdecken

All das ist gemeinsam mit anderen sammelbaren Secrets gut in den Levels versteckt - es lohnt sich also, zwischen den Kämpfen wieder die Augen offen zu halten. Zum Levelende erhaltet ihr eine Übersicht über eure Fundstücke, allerdings müsst ihr euch diesmal keine Sorgen machen, wenn ihr mal etwas verpasst habt: Vor dem Ausgang wird jetzt ein Schnellreisesystem aktiviert, mit dem ihr in frühere Abschnitte springen könnt, außerdem dürft ihr zwischen Missionen auch in alte Levels zurückkehren, um verpasste Secrets oder optionale Herausforderungen nachzuholen. Dazu zählen auch die sechs Slayer Tore: Die sind zunächst verschlossen und ihr müsst erst mal den passenden Schlüssel in der Umgebung finden. Habt ihr das Tor geföffnet, wartet dahinter eine besonders heftige Arena, in der ihr zig Monsterwellen ausknipsen müsst.

Bildergalerie

Als Belohnungen winken nicht nur drei Waffenpunkte, sondern auch sogenannte Himmelsschlüssel, die ihr auf die Fortress of Doom bringen müsst. So heißt euer neues Raumschiff, eine Art fliegende Festung, in die ihr zwischen den Levels immer wieder zurückkehrt. In den Tiefen der Station findet ihr verschiedene Räume, etwa eine Übungsarena oder eine Waffenkammer. Dort müsst ihr alle sechs Himmelsschlüssel abliefern, um eine besondere Waffe - die sogenannte Unmaykr - freizuschalten. Außerdem könnt ihr noch weitere Räume aktivieren, wenn ihr zuvor seltene Wächterbatterien in den Levels gefunden habt. In unserer Spielzeit erhielten wir dadurch bereits ein neues Upgrade, eine nützliche Eisgranate, die Gegner einfriert.
Zwischen Missionen kehrt ihr auf euer Raumschiff namens Fortress of Doom zurück. Dort könnt ihr Räume und Upgrades freischalten und in alte Levels zurückreisen. Quelle: PC Games Zwischen Missionen kehrt ihr auf euer Raumschiff namens Fortress of Doom zurück. Dort könnt ihr Räume und Upgrades freischalten und in alte Levels zurückreisen.

Brutal schick

Unsere PC-Version lief beim Anspielen butterweich und sah grandios aus: Von den tollen Levelpanoramen über das starke Monsterdesign bis hin zu den mordsbrutalen Verletzungseffekten der Gegner (ein neues Gimmick der id Tech 7 Grafikengine) zeigt sich Doom Eternal technisch in Topform. Dass auch der ohrenbetäubende Soundtrack wieder von Mick Gordon stammt, versteht sich von selbst. Schließlich haben die Fans seit dem letzten Teil gewaltige Erwartungen an das neue Doom - und die will id Software nicht einfach nur erfüllen, sondern sogar übertreffen. Die Chancen dafür stehen gut!
Die Granate lässt sich nun auch taktischer gegen manche Gegner&nbsp;einsetzen und lädt sich zügig wieder auf. Quelle: PC Games Die Granate lässt sich nun auch taktischer gegen manche Gegner einsetzen und lädt sich zügig wieder auf.

Preis, Versionen und Termin

100% uncut
Doom Eternal erscheint hierzulande komplett ungeschnitten. Das Spiel wurde für den deutschen Markt komplett übersetzt, inklusive deutscher Sprachausgabe.

Doom Eternal erscheint am 20. März 2020 für PC, PS4, Xbox One und Google Stadia, die Switch-Umsetzung soll zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen. Neben der normalen Standard-Edition (60 bis 70 Euro) wird Doom Eternal auch in zwei weiteren Versionen angeboten:

  • Deluxe Edition: Umfasst neben dem Hauptspiel auch den Year-One-Pass, der zwei künftige Kampagnen-DLCs beinhaltet. Außerdem sind ein besonderer Skin für den Helden und ein Sound-Pack mit klassischen Waffengeräuschen enthalten. Der Preis: 90 Euro für die PC-Fassung, 100 Euro für die Konsolenfassungen.
  • Collector's Edition: Umfasst neben der Deluxe Edition in einer Steelbook-Verpackung noch weitere Extras. Enthalten sind ein tragbarer Doom-Slayer-Helm in Originalgröße, eine Musikkassette und Download-Codes für verlustfreie Versionen der beiden Original-Soundtracks von Doom (2016) und Doom Eternal, die von Mick Gordon komponiert wurden. Außerdem ist eine "The Gift of Argent Power"-Lithografie (28 x 43cm) und ein illustriertes Lore-Book zu Doom enthalten. Der happige Preis: etwa 230 Euro

Vorbesteller erhalten außerdem das Rip-and-Tear-Pack. Als Highlight ist hier Doom 64 als digitaler Download enthalten, außerdem gibt's zwei Skins und ein Master-Level der Kultistenbasis dazu.

Fazit

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