Donkey Kong Country: Tropical Freeze im Test für Wii U - Viel Abwechslung, viel zu tun + Wertung
Test
Wir machen uns für euch zum Affen und testen Donkey Kong Country: Tropical Freeze auf Wii U. Kann das Primaten-Abenteuer ebenso überzeugen wie Super Mario und Co.? In unserem ausführlichen Test verraten wir, ob sich der Kauf des farbenfrohen Jump and Runs lohnt. Im Video-Test bekommt ihr außerdem exklusive Spielszenen zu sehen!
Affige Abwechslung
Grafisch sieht Tropical Freeze gut aus, wird euch aber nicht vom Hocker hauen. Künstlerisch kann das Spiel jedoch voll überzeugen und gefällt durch ungemein liebevoll gestaltete Hintergründe. Und auch thematisch erweisen sich die Levels, durch die ihr hüpft, als so abwechslungsreich wie eh und je. Sogar innerhalb der sechs Welten gleicht kein Level dem anderen. Unter anderem kämpft ihr euch durch antike Ruinen, saftig grüne Urwälder, feurig lodernde Grassteppen und verschneite Berggipfel. Aufgrund des namengebenden Tropenfrostes finden sich zwar in vielen der Levels eisige Elemente, aufgesetzt oder repetitiv wirken diese aber zu keinem Zeitpunkt. Auch innerhalb der Levels gleicht kaum ein Abschnitt dem anderen. So wandelt sich ein friedliches Unterwasser-Level spontan in eine wilde Flucht vor einem gigantischen Oktopus.
An anderer Stelle erweist sich ein Trip durch eine afrikanisch anmutende Landschaft auf einmal als bizarres Puppenspiel mit Papiergiraffen und steinernen Schlangen. Dabei handelt es sich hierbei noch um Standard-Levels - ab und an erwarten euch zusätzlich besondere Welten, in denen ihr zum Beispiel eine wilde Lorenfahrt auf verbogenen Schienen absolviert, mit Nashorn Rambi über die Steppe rast oder mit einem raketenbetriebenen Fass den Angriffen von riesigen Muränen entweicht. Solche Abschnitte gab es im Wii-Vorgänger auch, hier sind sie aber noch abgefahrener und noch ein ganzes Stück besser gestaltet. Eines der absoluten Highlights sind übrigens die toll gestalteten Bosskämpfe, welche euch einerseits ob der knackigen Herausforderung zum Fluchen und andererseits wegen der wirklich unterhaltsamen Einleitungs-Filmchen zum Lachen bringen werden.
Spiel's nochmal, Affe
Quelle: PC Games
Wir präsentieren: Den Game-Over-Bildschirm. Glaubt uns, ihr werdet dieses Bild sehr, sehr oft sehen. Trotzdem bleibt das Spiel zu jeder Zeit motivierend und unterhaltsam.
Was man dem Spiel bei all der abwechslungsreichen Brillanz vorwerfen muss, ist ein ausgeprägter Hang zu Trial&Error-Passagen. Bei vielen Abschnitten ist es so gut wie unmöglich, sie beim ersten Versuch zu schaffen, da euch ein herabstürzender Felsbrocken, ein vor euren Füßen zerbröselnder Teil des Bodens oder ein unmöglich zu erahnender und fies platzierter Gegner kalt erwischt. Gerade jene hektischen Levels, welche während des Spielens nach und nach unter euch zusammenbrechen - und davon gibt es einige - verkommen dadurch schnell zur Geduldsprobe. Hinzu kommen nicht immer perfekt berechnete Abstände zwischen Plattformen bei komplizierten Sprüngen - ihr solltet also den Impuls, das Gamepad gegen die Wand zu pfeffern, besser unterdrücken. Etwas seltsam mutet zudem wie schon im Vorgänger Donkey Kong Country Returns die Entscheidung an, dass ihr zum Festhalten an Objekten einen Knopf am Controller gedrückt halten müsst. Irgendwann gewöhnt man sich daran, davor sorgt dieser Umstand allerdings für einige Bildschirm-Tode.
Nach einem solchen dauert es übrigens eine Weile, bis ihr wieder ran dürft, denn die Ladezeiten erweisen sich als vergleichsweise lang. Dass wir trotz dieser tendenziell unfairen und auch nervigen Spielelemente während unserer Tests-Sessions nie das Verlangen verspürten, frustriert aufzugeben, zeugt von der ansonsten enormen Qualität des Spiels. Abseits dieser Negativpunkte erweist sich das Abenteuer nämlich stets als bockschwer, aber trotzdem fair. Da die Musikstücke des zudem durch die Bank grandios gelungen sind und die jeweilige Thematik in den Levels perfekt unterstreichen, beschweren wir uns sicher nicht, wenn wir in einer Welt öfters ran müssen als eigentlich geplant. Trotzdem wollen wir an dieser Stelle eine ernst gemeinte Warnung aussprechen: Wer noch niemals ein Jump & Run gespielt hat, sollte es tunlichst vermeiden, mit Donkey Kong Country: Tropical Freeze anzufangen: Hier werden nämlich sogar erfahrene Zocker ordentlich gefordert!
Affenmäßig viel zu tun
Quelle: PC Games
Das Level "Feuerwasserlimbo" gefällt durch das tolle Design. Überall brennt es und die Affen müssen jeden Schritt mit Bedacht setzten, um sich nicht die Füße zu verbrennen.
Habt ihr das Spiel durchgespielt, ist es noch lange nicht vorbei. In jeder der sechs Welten erwarten euch Zusatz-Levels, zu denen ihr nur dann gelangt, wenn ihr die geheimen Ausgänge in anderen Levels findet. Diese sind meistens sehr gut versteckt, was euren Forscherdrang ganz schön fordert. Zudem könnt ihr wie in Returns in jedem Level versteckte Puzzleteile finden, mit denen ihr Bilder für eine umfangreiche Galerie freischalten könnt. Neben den Artworks finden sich dort auch Musikstücke und 3D-Modelle der Figuren, die ihr neben allerlei praktischen Hilfs-Items in Funky Kongs Shop auf der Weltkarte erstehen könnt. Und natürlich warten wie schon zu SNES-Tagen pro Welt die Buchstaben "K", "O", "N" und "G" darauf, von euch eingesammelt zu werden. Wollt ihr einen Level zu 100 % absolvieren, müsst ihr es zudem nach dem ersten, regulären Durchgang noch in einem speziellen Time-Attack-Modus meistern. Ihr seht: Wenn ihr wirklich alles aus Tropical Freeze herausholen wollt, werdet ihr eine ganze Weile beschäftigt sein. Übrigens erwartet euch nach dem Durchspielen noch eine besondere Überraschung - welche, müsst ihr jedoch selbst herausfinden!
Nur für erfahrene Affen
Tropical Freeze revolutioniert das Konzept des Vorgängers nicht, erweist sich aber als ein ordentlich verbesserter Nachfolger mit genug Abwechslung, um damit zwei Spiele zu versorgen. Zudem dürfte es auch all jene Nintendo-Fans zufriedenstellen, welche Nintendo eine zu starke Anbiederung an Casual-Bedürfnisse in den letzten Jahren vorwerfen, denn das Affen-Abenteuer ist richtig, richtig schwer. Solltet ihr über gute Nerven verfügen, wollen wir euch Tropical Freeze und damit das bisher vielleicht beste Donkey Kong-Abenteuer aber ans Herz legen.
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