Ernsthafte Konkurrenz für Saints Row?
Die Explosionen und Licht-effekte sehen hervorragend aus.
BILD: XBOX-ZONE
Vor knapp einem Jahr erschien mit dem Paten auf der alten Xbox ein atmosphärisch sehr gelungenes Spiel, das allerdings sowohl beim Gameplay als auch bei der Technik kleine Schwächen offenbarte. Zumindest Letztere sollten dank der geballten Hardware-Power der Xbox 360 der Vergangenheit angehören, doch auch die Spielbarkeit soll durch Detailverbesserungen die des Xbox-Paten übertreffen. Wir geben Aufschluss darüber, inwiefern EA dieses Vorhaben gelang.
Bereits beim Ur-Paten waren es vor allem zwei Aspekte, die voll und ganz überzeugten: Story und Atmosphäre. Diese sind natürlich auch auf der 360 vom Allerfeinsten - die Story wurde sogar noch um ein paar weitere Missionen ergänzt. Wie gewohnt schlüpfen Sie im New York der 30er-Jahre in die Rolle eines jungen Mafioso, der sich langsam die Karriereleiter der Unterwelt emporarbeitet.
Als Günstling des Dons erledigen Sie anfangs kleine Erpressungsjobs, im Verlauf der Story geraten Sie immer mehr in den ausartenden Bandenkrieg der rivalisierenden Familien und beseitigen "Probleme", jagen Lagerhäuser in die Luft oder schaffen sich korrupte, aufmüpfige Gesetzeshüter vom Hals. Das Bemerkenswerte hierbei ist, wie stimmig die neuen Story-Elemente in die Handlung der Filmvorlage integriert wurden.
Während Sie im Film nur die Ergebnisse sehen, wie eine auf einer Toilette versteckte Knarre oder einen abgetrennten Pferdekopf in einem Bett, müssen Sie diese Jobs im Spiel selbst erledigen. Dabei spielt nicht nur Ballern eine Rolle - in vielen Missionen müssen Sie auch schleichend vorgehen oder Ihre Widersacher mit Tritten und Schlägen überzeugen. Dies klingt nicht nur hart, es wird auch so dargestellt. Das Kampfsystem mit den Griffen und Spezialattacken funktioniert sehr gut, schwache Gemüter sollten sich jedoch auf eine Menge Blut und Brutalität einstellen.
Neben den Story-Missionen bietet das Spiel noch eine Reihe Nebenmissionen, in denen Sie zum Beispiel Mordaufräge erledigen, Geschäfte erpressen, gegnerische Familien bekriegen oder versteckte Items einsammeln, die quer durch die Spielwelt versteckt sind. Natürlich werden Sie für diese Jobs mit einem "besseren" Ruf, mehr Bargeld oder kleinen Extras gebührend belohnt, was der Langzeitmotivation des Spiels auch nach dem etwa 12 Stunden langen Story-Modus sehr zugute kommt. Damit Sie sich noch besser in der Stadt zurechtfinden, wurde zudem an der Karte der Metropole gefeilt, was Ihnen aber die häufig etwas zu langatmigen Fahrabschnitte nicht erspart.
Schwächen und Stärken
Bis auf Michael Corleone erhielten die Spielfiguren Aussehen und Stimmen der Darsteller aus den Kinostreifen.
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Die Technik weiß an vielen Stellen zu gefallen, oftmals werden Grafik-Fetischisten aber auch enttäuscht. Zum Beispiel von den von der Xbox-Fassung bekannten Pop-ups, die vor allem bei Autofahrten auch auf der 360 zu sehen sind. Während es an den Charaktertexturen absolut nichts zu aussetzen gibt, wirken die Umgebungstexturen in einigen Gegenden doch etwas schlicht und lieblos.
Dafür sind die Explosionen, Licht- und Raucheffekte sehr gelungen. Ähnlich verhält es sich mit der Belebtheit der Stadt: Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, wirken die Straßen oft etwas einsam und verlassen. Bewegen Sie sich hingegen zu Fuß voran, nimmt die Zahl an Passanten zu und vermittelt dem Spieler das Gefühl, sich in einer sehr lebhaften Stadt aufzuhalten.
Besonders stimmig ist die Musik des Spiels, die zum Teil die originale Filmmusik, aber auch neu komponierte, sehr gut zur Atmosphäre passende Stücke enthält. Für die Stimmen der aus den Filmen bekannten Schauspieler engagierte EA eigens die Originalsprecher, was vor allem den Zwischensequenzen Kino-Flair verleiht.
Die Steuerung ist gut durchdacht, sodass der Spieler stets die perfekte Kontrolle über Mann und Fahrzeug hat. Das bereits erwähnte, innovative Kampfsystem erlaubt es dem Spieler, seine Gegner so richtig schön zu vermöbeln - zum Beispiel, indem man die Registrierkasse eines Ladens mit dem Kopf des Besitzers öffnet oder sich das Würgen von Kontrahenten erschreckend echt anfühlt.
Aufgrund der harten Darstellung der Gewalt ist es mehr als verständlich, dass der Titel hierzulande keine Jugendfreigabe erhielt. Fans der Filme und hartgesottene Spielernaturen sollten dennoch einen Blick riskieren, auch wenn das Spiel nicht in jeder Hinsicht überzeugen kann.
