Der Herr der Ringe - Gollum in der Vorschau: Unser Spieleindruck - so gespalten wie Gollum selbst!

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Der Herr der Ringe - Gollum in der Vorschau: Unser Spieleindruck - so gespalten wie Gollum selbst!
Quelle: Daedalic Entertainment

Ihr habt richtig Bock auf ein neues Spieleabenteuer im legendären Mittelerde? Nun, mit dem ersten großen Blockbuster-Ausflug des deutschen Adventure-Studios Daedalic bekommt ihr genau das. Doch, bevor ihr schon in Freudentränen ausbricht: Wir durften Gollum in Hamburg spielen und auch wenn sich ein Teil des Spiels sehr vielversprechend zeigt, so wirkt der andere gerade zu gruselig. Es ist fast absurd, wie haargenau Daedalic ganz zufällig die Persönlichkeitsspaltung der Tolkien-Ikone trifft - sinnbildlich. Wir nehmen euch mit ins Fantasy-Reich und verraten, was es mit den zwei Gesichtern des Action-Adventures auf sich hat.

Es gab einiges in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren, das kaum jemand einem so kleinen Studio wie Daedalic zugetraut hätte. So haben die Hamburger etwa das Adventure-Genre fast eigenhändig aus dem längst zugebuddelten Grab gehoben - zumindest im deutschsprachigen Raum. Eine Leistung, die man nicht unterschätzen sollte. Ob es das 2008 veröffentlichte Edna bricht aus war oder die fast schon legendäre Point&Click-Spielereihe Deponia, Daedalic kann Kult schaffen. Darüber hinaus versucht sich das stetig wachsende Studio seit 2015 auch in der Rolle des Publishers. Dabei wurden knapp 100 Spiele veröffentlicht, größter internationaler Erfolg war dabei das von Mimimi entwickelte Shadow Tactics: Blades of the Shogun. Doch natürlich schlägt das Herz der Hamburger auch heute noch für die Eigenproduktionen. Die aktuelle ist dabei die größte, schwierigste und aufregendste, an der Daedalic je gearbeitet hat: das Action-Adventure Der Herr der Ringe: Gollum (jetzt kaufen 17,90 € / 44,99 € ).

Nach etlichen Sorgen, gemischten Gameplay-Eindrücken, viel Kritik und einigen Verschiebungen ist es jetzt so weit: Das Triple-A-Spiel aus Deutschland erscheint am 25. Mai 2023 - der Termin ist gar nicht mal so weit weg.

Wir wurden nach Hamburg zu Daedalic eingeladen und durften zwei Missionen aus zwei unterschiedlichen Kapiteln spielen und somit einen ausführlichen Blick auf das Abenteuer werfen. Dabei zeigte das Action-Adventure zwei so unterschiedliche Gesichter, es ist fast absurd, wie präzise (und zufällig) Daedalic die Persönlichkeitsspaltung des Protagonisten trifft - sinnbildlich, versteht sich. Ob Gollum die Bürde des ersten Daedalic-Blockbusterspiels tragen kann oder ob er an der Last zerbricht? Wir klären's in unserer finalen Vorschau.

Die Tolkien-Ikone Gollum, der Protagonist des Spiels, hockt einsam und versteckt in einer dunklen Höhle. Quelle: Daedalic Entertainment

Gollums Stärke: Die Story und sein Charakter

Man könnte fast meinen, jeder Höhepunkt von Sméagols Lebens wurde bereits ausgiebig in Der Herr der Ringe oder Der Hobbit thematisiert. Dabei gibt es eigentlich noch so einiges an spannendem Story-Material! Etwa die langjährige Gefangenschaft Gollums, der zum unfreiwilligen und gefolterten Diener für Sauron und Kankra wurde. Oder seine Zeit bei den Waldelben in Düsterwald, die mit seinen ersten Zusammentreffen mit Gandalf und Aragorn zusammenhängt. Genügend interessante Momente gibt es also, die möchte Daedalic in einem Story-Rahmen von 70 Jahren verarbeiten. Somit ist die Zeitspanne, in der das Action-Adventure spielt, zwischen dem "Hobbit", also der Geschichte rund um Bilbo Beutlin, und dem Beginn von Der Herr der Ringe: Die Gefährten angesiedelt.

Das verspricht nicht nur Abwechslung und viel Futter für Tolkien-Fans, sondern auch eine mitreißende Story - bekanntlich eine Stärke von Daedalic. Dabei hat man sich ausführlich mit dem Universum auseinandergesetzt und mit echten Mittelerde-Experten zusammengearbeitet, um die vielen freien Felder in Tolkiens Mega-Epos sinnvoll zu bepflanzen. Ereignisse, die in den Büchern oder Filmen nur angedeutet werden, dürfen im nagelneuen Daedalic-Spiel blühen und gedeihen - vielversprechend, aber unser kleiner Einblick reicht da für ein abschließendes Urteil natürlich nicht aus.

Das Reich der Waldelben, was einen erfreulichen Kontrast zu Mordor zeigt. Etwa etliche Bäume, schicke Architektur und blauen Himmel. Quelle: Daedalic Entertainment Zurück also zu unserer Spiele-Session: In einer Mission aus Kapitel 3 fokussiert sich Daedalic auf den vielversprechenden narrativen Aspekt des Abenteuers. Als unfreiwilliger Diener Saurons befinden wir uns in Barad-Dur, dem Dunklen Turm und Machtzentrum des bösen Herrschers. Wir erkunden dabei das Innere und lauschen Unterhaltungen und der Stimme des sogenannten "Candle Man", während es eine Vielzahl an liebevollen Tolkien-Details zu entdecken gibt.

Im weiteren Verlauf ist es unsere Aufgabe, neue Späher und somit weitere Augen für Mordor zu erschaffen. Eine Brutstation dient dabei als kleines Rätsel, bei dem wir, ähnlich wie einem klassischen Adventure, diverse Aktionen und Raumobjekte miteinander kombinieren müssen, wodurch neue Vögel schlüpfen. Spielerisch war das zwar nicht sonderlich fordernd oder originell, doch gerade der menschliche und sympathische Aspekt von Gollum hat es uns hier angetan. Wenn der Protagonist etwa seine überfürsorgliche Seite bei einem kleinen Küken auslebt, dann weiß Daedalic das trotz der veralteten Animationen und Grafik zu zeigen.

Daedalic verspricht neben einer akkuraten Darstellung der Welt auch eine tiefgreifende Betrachtung der gesplitterten Persönlichkeit des Hauptcharakters. Das zeigt sich besonders, wenn sich Sméagol und Gollum um unsere nächste Aktion streiten. Dabei müssen wir uns nicht nur für eine Seite entscheiden, sondern auch die andere von unserem Vorhaben überzeugen!

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