Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn - das Action-Adventure für die PS3 bei uns im Test! Aragorn ist die coolste Sau bei Tolkien - was kann da bei seinem "eigenen" Spiel Die Abenteuer von Aragorn schief gehen? So einiges, wie unser Test zeigt.
Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn im Test! Was haben wir darüber gewitzelt: "Jetzt, wo es Move gibt, werden lauter drittklassige Wii-Spielchen auf der PlayStation 3 aufschlagen", sagte Kollege Stange erst kürzlich. Und zack, erschien Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn. Dabei ist die Grundidee hinter dem Spiel gar nicht schlecht. Samweis Gamdschie, Frodos Begleiter in der Herr der Ringe-Trilogie, erzählt seinen Kindern die Geschichte von damals. Ihr erlebt die Story ab dem Zeitpunkt, an dem Aragorn das erste Mal auftritt. Um diesen durchaus charmanten Story-Twist wird ein Gameplay gesponnen, das sich am ehesten mit Nintendos Zelda-Reihe vergleichen lässt. Ihr rennt kämpfend durch die Gegend, sammelt Gegenstände ein, erfüllt ein paar Aufträge und treibt die Geschichte voran.
Die Quests bieten allerdings kaum Spannung und laufen meist nach dem Muster "Laufe nach ABC und finde/verprügle XYZ!" ab. Um dem Ganzen jeglichen Anspruch zu nehmen, blinken Personen, Wegpunkte und interaktive Gegenstände in bunten Farben. Wer immer noch Probleme hat, darf sich jederzeit den zu laufenden Weg als funkelnde Spur anzeigen lassen. Auch das Kampfsystem ist rudimentär. Mit einer Taste nutzt ihr den momentan aktivierten Gegenstand, mit X weicht ihr aus und Attacken habt ihr nur zwei. Zudem kranken vor allem die Gefechte an der schlechten Kollisionsabfrage des Spiels. Oftmals werdet ihr auch dann getroffen, wenn ihr neben oder hinter euren Gegnern steht. Immerhin gibt es einen Koop-Modus, in dem der zweite Spieler Gandalf steuert. Zu zweit langweilt man sich weniger. Auch technisch bewegt sich DHdRDAvA (eine tolle Abkürzung!) auf gemächlichem Wii-Niveau. Die eigentlich schöne Tatsache, dass man die Original-Sprachsamples aus den Filmen verwendet, sorgt kaum für Begeisterung. Oftmals passen die Schnipsel nämlich null zum Geschehen. Zudem werden manchmal Filmausschnitte und neue Vertonung aneinandergepappt, sodass ein Charakter zwei Stimmen hat – ein wahrer Stimmungskiller.
Ein anderes Beispiel: Die Rede Aragorns vor den Toren Morias aus dem dritten Film ist als Soundschipsel ins Spiel integriert. Leider stehen dabei gerade mal zehn Soldaten hinter und fünfzehn Orks vor ihm – gähn! Die Move-Steuerung jedoch schießt den Vogel ab. Eure Eingaben werden selten präzise erkannt und gelegentlich gar nicht. Zudem benötigt ihr auch den Navigations-Controller, sofern ihr nicht euer Gamepad mit einer Hand halten wollt. Man hat einfach bei allen Elementen des Spiels den Eindruck, als wäre es für die Wii konzipiert und dann mal eben für die PS3 umgesetzt worden. Kurz: Hier hat höchstens die Jugend Spaß, erwachsene Tolkien-Fans aber nicht.
