Die Matrix-Macher bescheren uns das Spiel zum großen Weihnachts-Kinohit.
Quelle: Computec
Gleich im ersten Level dürfen Sie als Panzerbär Iorek fleißig Backpfeifen verteilen.
Kein Jahr vergeht ohne großen Weihnachts-Blockbuster in den Kinos. In diesem Jahr soll es Der goldene Kompass richten. Das offizielle Spiel zum Film kommt von Shiny Entertainment. Dieses Entwickler-Studio hat sich mit den beiden Matrix-Spielen zuletzt allerdings nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Film und Spiel basieren auf dem ersten Buch einer dreiteiligen Roman-Serie von Autor Philip Pullman. Der zweite Teil Das magische Messer und der dritte Teil Das Bernsteinteleskop werden ihren Weg in die Kinos und auf die Spielkonsolen daher sicherlich ebenfalls finden. Die Handlung bietet allerfeinsten Fantasy-Stoff, denn sie spielt in einer Parallelwelt, in der den Menschen so genannte Dæmonen zur Seite stehen. Dabei handelt es sich überwiegend um Tiere, die die Seele ihres "Herrchens" oder "Frauchens" repräsentieren und außerdem den Freund und Beschützer für es spielen. In Der goldene Kompass stehen das Waisenmädchen Lyra Belacqua und ihr Dæmon Pantalaimon (kurz Pan) im Mittelpunkt.
Vier gewinnt
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Auch etliche Szenen aus dem Film gibt es im Laufe des Spiels zu sehen.
Letzterer besitzt die Fähigkeit, vier verschiedene Gestalten anzunehmen, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringen. Als Wildkatze kann Pan beispielsweise klettern, als Hermelin Objekte untersuchen, als Faultier wie ein Affe von Baum zu Baum schwingen und als Falke für einige Meter schweben. Im Laufe des Spiels müssen Sie daher häufig die Gestalt Ihres Begleiters wechseln, für Abwechslung ist somit gesorgt.
Im Laufe der Story verschlägt es Lyra und Pan auch in den hohen Norden, wo sie den Panzerbären (ein riesiger, sprechender Eisbär) Iorek kennenlernen. Auch diesen dürfen Sie im Spiel steuern. Auf seinem Rücken sitzend reiten Sie durch vereiste Levels und legend sich mit allerlei Feinden wie Wölfen an.
Es verschlägt sie allerdings auch noch an zahlreiche andere Schauplätze aus den Filmen und Büchern, beispielsweise auch an das Jordan College in Oxford. An jedem Schauplatz muss Lyra in bester Action-Adventure-Manier kleine Rätsel lösen indem Sie Gegenstände finden und miteinander kombinieren oder Ereignisse auslösen muss. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Dialogsystem. Lyra muss ihre meisten Gesprächspartner nämlich anflunkern, um ihr Ziel zu erreichen. Damit Lyra anderen Personen erfolgreich etwas vor macht, müssen Sie in simplen und nur wenig herausfordernden Mini-Spielen innerhalb eines Zeitlimits eine Anzeige auffüllen. Bedauerlicherweise zieht dieses Dialog-System das Spiel nur künstlich in die Länge und wirkt auf Dauer ermüdend, da sie immer wieder in den gleichen Minispielen bestehen müssen.
Hellseherin
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In Geschicklichkeitspassagen muss man sich schon arg doof anstellen, um das Gleichgewicht zu verlieren.
Je weiter Lyra im Spiel voranschreitet, desto mehr Geheimnissen kommt sie auf die Schliche. Diese werfen allerdings stets weitere Fragen auf. Bei deren Beantwortung spielt das Alethiometer eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um den goldenen Kompass, mit dem man die Antworten zu Fragen quasi wie ein Hellseher herausfinden kann. Im Spiel funktioniert die Bedienung des Alethiometers so, dass Sie Begriffen passende Bilder zuordnen und anschließend ein Minispiel bestehen müssen. Auch dieses Prozedere wirkt auf Dauer aber ein wenig ermüdend.
In technischer Hinsicht sehen Sie das Geschehen aus der Beobachterperspektive, wenn Sie durch die Levels steuern und die Kamera kann leider nicht frei justiert werden. Hin und wieder führt dies leider ein wenig zu Problemen mit der Übersichtlichkeit. Die meiste Zeit sind die Spielfiguren aber gut zu erkennen.
Leider bewegt sich Der goldene Kompass auf leicht unterdurchschnittlichem Xbox-360-Niveau, wenn man seine Grafik betrachtet. Der Panzerbär Iorek ist zwar ganz nett animiert und in einigen Levels gibt es auch einige wenige schicke Texturen zu bewundern, größtenteils wird das Potential der Konsole aber nicht ausgenutzt. Etwas professioneller mutet die Sounduntermalung an. Der Soundtrack hört sich gut an und die deutschen Synchronstimmen machen ebenfalls größtenteils einen ordentlichen Job.