Crash Team Racing Racing Nitro-Fueled im Test: Konkurrenz für Mario Kart?
Test
Nach Sonic im Mai versucht sich im Juni nun auch Crash Bandicoot, gegen Mario zu beweisen. Also, bei Rennspielen, genauer genommen bei Funracern. Crash Team Racing Nitro-Fueled ist eine umfassend überarbeitete und erweiterte Neuauflage des Originals von 1999 für die erste PlayStation. Was taugt das Spiel und kann es sich gegen Mario Kart 8 Deluxe beweisen? Das und mehr erfahrt ihr im Test. Update: Am Ende dieses Artikels findet ihr nun auch eine Meinung sowie Pro und Contra zur PS4-Version des Spiels von unserem Schülerpraktikanten Bastian.
Funracer sind seit je her eher ein Nischen-Subgenre und seit Jahrzehnten von den vielen Ablegern der Mario-Kart-Reihe dominiert. Für die Switch erscheinen jedoch vergleichsweise viele Titel dieser Machart, erst vor kurzem Team Sonic Racing oder, schon etwas länger her, All-Star Fruit Racing, Nickelodeon Kart Racers und Hello Kitty Kruisers. Die Qualität dieser Games ist jedoch, nun, oftmals durchwachsen, um es mal zurückhaltend auszudrücken. Hier kann Crash Team Racing Nitro-Fueled tatsächlich aus der Menge herausstechen und das aus verschiedenen Gründen.
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Hübsch, aber langsam
Gleich ins Auge sticht die sehr hübsche Hülle von Crash Team Racing. Nein, nicht die im Elekrofachhandel neben den Blu-rays, sondern die Grafik, die spielt nämlich durchaus in einer Liga mit Mario Kart 8 Deluxe. Allerdings hat das seinen Preis: Einerseits sind die Ladezeiten extrem lang, um die 40 Sekunden wartet ihr bei jedem einzelnen Rennen, was sich wie eine Ewigkeit anfühlt. Auch Siegerehrungen und die Oberwelt des Abenteuer-Modus laden lange. Andererseits läuft das Spiel "nur" mit 30 Bildern pro Sekunde. Das klingt jetzt nach Jammern auf hohem Niveau, liegt die Framerate beispielsweise bei The Legend of Zelda: Breath of the Wild auch nicht höher, jedoch macht es die offensichtliche Konkurrenz einfach besser: Bei Mario Kart 8 Deluxe sind es nämlich 60 Bilder pro Sekunde. Das heißt nicht, dass Crash Team Racing spielerisch darunter leidet, aber bei einem auf Geschwindigkeit und schnelle Reaktion ausgelegten Spiel gilt bei der Bildwiederholrate einfach stumpf: mehr ist besser.
Viel zu erleben
Wiederum punkten kann Crash Team Racing neben der Grafik dafür auch beim Abwechslungsreichtum. Insgesamt 31 verschiedene Strecken bietet das Spiel, die sind schön unterschiedlich und führen euch durch typische Funracer-Gegenden wie Vulkane, Wasserwelten, Fabriken und vieles mehr. Daneben habt ihr die Wahl aus 26 verschiedenen Fahrern, einen guten Teil davon müsst ihr allerdings erst freischalten. Und nicht zuletzt könnt ihr euer Kart mit verschiedenen Karosserien, Reifen, Lackierungen und Stickern individuell anpassen, im Gegensatz zur Wahl des Fahrers hat das aber keinen Einfluss auf das Fahrverhalten. Die Rennpiloten unterscheiden sich allerdings in den Kategorien Tempo, Beschleunigung und Wendigkeit. Bei den Items gibt es keine echten Überraschungen, dafür Genre-übliche Gegenstände wie Raketen, Turbo, Fake-Itemkisten und Co.
Zum bereits erwähnten freischaltbaren Teil des Fahrer-Aufgebots gesellen sich auch einige Kart-Teile, die ihr ebenfalls erst unlocken müsst. Dafür verwendet ihr die Wumpa-Coins, die ihr fürs Spielen sowohl im Singleplayer als auch im lokalen sowie Online-Multiplayer erhaltet. Doch dabei gibt es einen unschönen Aspekt: Die Belohnung erhaltet ihr nur, wenn die Switch online und mit den Servern des Spiels verbunden ist. Was im TV-Modus und bei konkurrierenden stationären Spieleplattformen irrelevant sein mag, bricht dem Game im Switch-spezifischen Handheld-Modus zumindest teilweise das Genick. Wie die Verantwortlichen zu dieser Entscheidung gekommen sind, erschließt sich uns nicht.
Leicht und schwer
Quelle: PC Games
Die Strecken in Crash Team Racing Nitro-Fueled sind abwechslungsreich und zum Großteil sehr hübsch gestaltet.
Zurück zu den Pluspunkten: Musik und Sound. Musikalisch erinnert Crash Team Racing an vielen Stellen an die typischen Rare-Klänge der 1990er-Jahre auf dem Nintendo 64. Und das ist als Qualitätsmerkmal zu verstehen! Spaßig ist das Game sowohl alleine als auch mit Mitspielern. Im Abenteuer-Modus erreicht ihr über eine Oberwelt die verschiedenen Rennen und Missionen sowie Bossgegner, ganz ähnlich wie bei Diddy Kong Racing. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad etwas unsauber gewichtet: Auf "leicht" ist das Spiel schon sehr einfach, auf "mittel" dafür direkt richtig schwer. Die tatsächliche Stufe "schwer" setzt dann nochmal einen drauf, sodass im Endeffekt eine wirklich mittelmäßige Schwierigkeitsstufe fehlt, auch wenn es dem Namen nach eine gibt. Die Steuerung geht in Ordnung, lediglich das Driften ist auch zwei Buttons aufgeteilt und damit komplizierter als notwendig und sinnvoll.
Besserer Genrevertreter
In den zwei Jahrzehnten nach dem Release des originalen Crash Team Racing für die erste PlayStation hat sich viel getan: Mario Kart ist von einer damals noch jungen Serie zur Funracer-Institution schlechthin gewachsen. In dieser Hinsicht haben die Entwickler bei der Neuauflage allerdings wirklich gute Arbeit geleistet; man merkt dem Spiel an, dass sie wirklich überall nochmal Hand angelegt haben, um das Game auf einen technisch aktuellen Stand zu bringen. Beim Gameplay ist dafür weitestgehend alles Relevante beim Alten geblieben. Das zollt einerseits dem Original Respekt, fühlt sich andererseits im Jahr 2019 aber auch etwa altbacken an. Wie sehr das für euch persönlich ins Gewicht fällt, müsst ihr selbst entscheiden. Alles in allem ist Crash Team Racing Nitro-Fueled fraglos einer der besten Funracer auf der Switch.
Meinung und Fazit
Meinung
Meinung zur PS4-Version von Crash Team Racing
Von unserem Schülerpraktikanten Bastian:
"Crash Team Racing ist bis auf ein paar Probleme wie zum Beispiel lange Ladezeiten ein sehr toller Funracer, mit dem man sehr viel Spaß haben kann. Was ich persönlich sehr gut finde ist, dass man sein Kart individuell verändern kann und auch verschiedene Charaktere auswählen kann. Die Story im Abenteuer-Modus ist auch ok. Cool finde ich aber auch, dass es außerhalb des Abenteuers noch andere Spielmodi wie beispielsweise der Modus Kampf, der im Abenteuer-Modus nicht existiert, gibt. Weniger gut gefallen hat mir, dass man im Abenteuer jedes Rennen nur einmal normal fahren kann und danach dann nur noch extra Rennmodi auf der Strecke spielt. Doch es ist auch eine gute Idee, da man im Verlaufe des Spieles die Belohnungen für neue Rennen braucht. Allgemein ist Crash Team Racing ein spaßiges Spiel, welches man Funracer-Fans wirklich nur empfehlen kann."
Pro/Contra:
+ Sehr gute Grafik
+ Schöne Details in jeder Strecke
+ Karts individuell veränderbar
- Steuerung gewöhnungsbedürftig
- Lange Ladezeiten
