Contra: Shattered Soldier

Test Uwe Hönig

Besonders zu zweit macht Contra mächtig Laune. Besonders zu zweit macht Contra mächtig Laune. Videospiel-Veteranen schnalzen beim Klang des Namens Contra mit der Zunge. In Deutschland besser als Probotector bekannt, kämpften sich vor einer kleinen Ewigkeit zwei tapfere Söldner (beziehungsweise Roboter) auf dem Nintendo Entertainment System durch Horden von Aliens. Den anerkannt besten Teil des actionreichen Konami-Franchise gab es allerdings auf dem Super Nintendo (SNES): Super Contra (Super Probotector) - The Alien Wars war seinerzeit wegweisend und Anfang der 90er einfach eines der besten Ballerspiele überhaupt. Wer erst mit der PlayStation-Generation einen Draht zu den Konsolen gefunden hat, der erinnert sich vielleicht noch an zwei völlig missglückte Contra-Ableger auf der PSone. Diese stammten nicht wie die Originale aus dem japanischen Mutterhaus der Spieleschmiede - ganz im Gegensatz zu dem neuen Shattered Soldier, das sich wieder auf die alten Tugenden der Serie besinnt.

OLDSCHOOL BIS INS MARK
Wie in vergangenen Zeiten steuern Sie einen flinken Söldner und Ihre Aufgabe gestaltet sich scheinbar ganz einfach: Schießen Sie auf alles, was auch nur daran denkt, sich zu bewegen! Beim Spielen fällt spätestens bei dem ersten Mittel-Boss der hammerharte Schwierigkeitsgrad auf. Ohne Levelkenntnisse sind die lächerlichen drei Leben pro Continue im Handumdrehen verpulvert. Ein verirrter Schuss streift Ihre Schulter - tot. Ein Gegner berührt Ihren Hintern - tot ... Wer nicht bereit ist, ganze Levelabschnitte auswendig zu pauken, der wird wohl kaum eine reelle Chance haben, in der normalen Schwierigkeitsstufe den finalen Endgegner zu sehen. Das Gameplay findet dabei in traditionellem 2D statt. Sie bewegen den Helden üblicherweise von links nach rechts, wobei verschiedene Level-Areale bisweilen auch eine andere Ansicht (beispielsweise von vorne) oder abgefahrene Vehikel für Sie bereithalten.

WAFFEN KLAR
Bewaffnet sind Sie anders als bei den Klassikern von Anfang an mit drei Wummen: einem Standard-Maschinengewehr, einem Flammenwerfer und einem Granatwerfer. Durch die Waffen können Sie mit den R1- und L1-Tasten schalten, während die Action weitertobt. Wichtig ist dies, um bestimmte Gegner optimal zu treffen. Power-ups vermisst man gänzlich, dafür darf mit der Kreistaste ein Superschuss ausgelöst werden. In der Hektik ist diese Option jedoch beinahe unnütz, da die Aufladezeit meist nicht aufgebracht werden kann. Wesentlich wichtiger ist die Möglichkeit mit R2 und L2 den Söldner zu fixieren. Nach hinten schießen und gleichzeitig nach vorne laufen oder stehend nach schräg oben schießen - die effiziente Nutzung der Fixierung ist bei Shattered Soldier unheimlich wichtig für Erfolge.

FEUERWERK FÜR DIE SINNE
Seit The Alien Wars gab es kein beeindruckenderes Contra. Die Optik erstrahlt nämlich in feinstem 3D - inklusive aller kleinen und großen grafischen Spielereien, die mit der heutigen Konsolen-Generation möglich sind. Partikeleffekte, massig Schüsse, gigantische Explosionen, zu zweit gleichzeitig und mit 60 Bildern pro Sekunde: Shattered Soldier zeigt sich von seiner technischen Schokoladenseite. Die Endgegner sind schockierend und optisch ebenfalls ohne Fehl und Tadel. Groteske Biowesen wie das gigantische Gesicht, das Sie mit Giftatem und schleimigen Ausgeburten beharkt, oder bildschirmgroße, mechanische Monster - die Bossfights haben es wirklich in sich! Insgesamt ist Contra die Offenbarung für alle Oldschool-Gamer unter Ihnen. Sollten Sie sich aber zu der Fraktion der Frust-Joypad-Zerstörer zählen, empfiehlt es sich, schon mal ein paar Controller in Reserve besorgen.

Bildergalerie

Wertung zu Contra: Shattered Soldier (PS2)

Wertung:

81 /10

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