Über 15 Jahre ist es mittlerweile her, dass mit Contra III: The Alien Wars ein Action-Meisterwerk für das SNES erschien, das seinerzeit in der Fachpresse Traumwertungen einfahren konnte und auch heute noch für eine Runde zwischendurch gut ist. Hierzulande wurde die Serie damals etwas entschärft und mit einem anderen Titel versehen: In Konamis Super Probotector kämpft ihr mit Robotern anstelle menschlicher Spielfiguren gegen fiese Außerirdische, die Mutter Erde mit Gewalt und Schrecken überziehen.
BILL, LANCE UND CO.
Die Handlung von Teil 4 beginnt zwei Jahre nachdem die beiden Kampfmaschinen Bill und Lance in Contra III: The Alien Wars die extraterrestrische Bedrohung abgewendet haben und die Welt erneut ins Visier der Aliens gerät. Zudem gesellen sich in Contra 4 zwei weitere Muskelpakete namens Mad Dog und Scorpion zu den beiden aus dem 16-Bit-Klassiker bereits bekannten Helden. Nachdem ihr euch für einen der Söldner entschieden hab, geht's auch schon los mit dem Geballer - wahlweise dürft ihr auch gemeinsam mit einem Kumpel via WiFi-Connection die Welt vor den Aliens retten.
RETRO VOM FEINSTEN
Bereits während des Vorspanns wird Kennern und Fans des Klassiker wahrscheinlich so richtig warm ums Herz - hier erkennt man nach wenigen Sekunden, dass die Entwickler sich große Mühe gaben, dem Spiel den Flair des SNES-Klassikers zu verpassen. Das setzt sich auch im Spiel fort: Grafik, Sound und natürlich Gameplay sind sehr stark an Contra III angelehnt, wurden aber natürlich an die technischen Möglichkeiten des DS angepasst. So spielt ihr den Titel auf beiden DS-Bildschirmen, zwischen denen euch ein neuer Greifhaken hin und hertransportiert. Besonders bei den großgewachsenen End- und Zwischengegnern kommt dieses neue Feature häufig zum Einsatz. Worauf ihr hingegen verzichten müsst, ist die mächtige Smartbomb, dank der ihr per Tastendruck nahezu jeden Gegner in eurem Sichtfeld auf die Schnelle plätten konntet. Ansonsten bietet Contra 4 alles, wofür die Reihe bekannt und beliebt ist: pausenloses Geballer, ordentliche Texte, aber auch der anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad. Dieser ist für den Gelegenheitsspieler eindeutig zu hoch ausgefallen - und auch geschickte Fans des Originals werden sicherlich ins Schwitzen kommen. Die wird von den geteilten Bildschirmen noch verstärkt, beispielsweise wenn im oberen Bildschirm ein Schuss auf euch abgefeuert wird, der kurzzeitig beim Wechsel vom einen auf den anderen Bildschirm nicht zu sehen ist und dann urplötzlich unten auftaucht. Da der Titel hierzulande bislang geplant ist, werden es wahrscheinlich nur Fans sein, die sich das Spiel aus den USA ordern - aber auch die sollen gewarnt sein: Contra 4 ist ein stellenweise fast frustrierend schwerer Brocken, der dennoch eine Menge Spaß macht und zeigt, wie ein Remake eines Klassikers auszusehen hat! Der coole Bonus-Content mit Erklärungen über die Historie der Reihe und freischaltbaren Extras wie klassischen Contras runden den sehr guten Eindruck des Spiels ab.
