Castlevania: Curse of Darkness

Test

Konamis Vampirjäger-Serie beehrt erstmals eine Microsoft-Konsole.

Dieser Yeti-Teufelsieht tatsächlich mal unschuldig aus. Dieser Yeti-Teufelsieht tatsächlich mal unschuldig aus. Castlevania ist eine der langlebigsten Videospiele-Se-rien überhaupt: Fast zwanzig Jahre sind seit ihrem Debüt auf dem Famicom, dem japanischen Gegenstück zum NES, vergangen. Seit der ersten Nintendo-64-Episode kämpft Konami mit dem Sprung in die dritte Dimension, doch richtig gelingen wollte er den Japanern in diesen sechs Jahren nicht.

Die neue Episode Curse of Darkness baut technisch sowie spielerisch auf dem PlayStation-2-Castlevania auf und gestaltet sich noch actionlastiger - die früher häufigen Sprungpassagen finden sich hier kaum noch. Dafür hat man dem neuesten Teil der Serie mehr Tiefgang durch das Unschuldsteufel-System verpasst - doch dazu später mehr.

Ausgepeitscht

Die Bosskämpfe stellen 
die Highlights des Spiels dar. Die Bosskämpfe stellen die Highlights des Spiels dar. Serienuntypisch schlüpfen Sie diesmal nicht in die Haut eines peitschenschwingenden Vampirjägers aus dem Belmont-Clan, sondern in die eines ehemaligen Untergebenen Draculas, der die Seiten gewechselt hat. Hector, so der Name des Helden, will den Tod seiner Geliebten durch die Hand seines früheren Mitstreiters Isaac rächen.

Dies tut er mit Schwert, Axt, Speer und allerlei anderen Waffen verschiedenster Art - eine Peitsche ist allerdings nicht darunter. Wenn Sie nicht gerade einen Abstecher zum örtlichen Laden machen, kommen Sie zwar kaum an neue Waffen, doch können Sie aus gefundenen Rohstoffen und vorhandenen Gegenständen ganz einfach selbst neue erschaffen.

Mit jedem neu entdeckten Element eröffnen sich neue Kombinationsmöglichkeiten, wobei Sie allerdings erst herausfinden müssen, welche Waffe tatsächlich dabei herauskommt, wenn Sie etwa ein Kurzschwert mit Aluminium kombinieren. Die starken Waffen bauen dabei in der Regel direkt auf schwächeren auf, sodass Sie beispielsweise das Schwert Ihrer Wahl auf vielerlei Art weiterentwickeln können.

Mit Ausweichmanövern, Combos und speziellen Abschluss-Attacken für Letztere erweist sich das Kampfsystem als solide. Die schwereren Waffen sind meist aber zu träge für die Praxis, da Sie es in der Regel mit mehreren Gegnern auf einmal zu tun bekommen und es sich nicht leisten können, länger als nötig ihre Deckung zu vernachlässigen.

Evolutionstheorie in der Praxis

Castlevania: Curse of Darkness Doch nicht nur seine Waffen, auch Hectors Helfer - "Unschuldsteufel" genannte Wesen, die ihn im Kampf aktiv unterstützen - entwickeln sich im Laufe des Spiels weiter, lernen neue Fähigkeiten dazu und wechseln abhängig von seinen Waffenvorlieben mit der Zeit auch die Gestalt. Während das erste dieser Teufelchen, die Fee, unserem Helden zuerst nur mit Heilzaubern zur Seite steht, prügelt die rauflustige zweite Variante munter an Hectors Seite auf die Monsterhorden ein.

Fliegende Unschuldsteufel greifen mit Fernattacken aus der Luft an und die magiebegabte Sorte lässt es mit allerlei Kampfzaubern richtig krachen. Doch sind diese Wesen nicht nur im Kampf nützlich, ihre Mithilfe ist auch unerlässlich, um an wichtige Gegenstände zu kommen (die Fee öffnet mittels Magie so manche Schatztruhe), schwere Tore zu öffnen (ein Golem macht so etwas mit links) oder unüberwindbar scheinende Schluchten zu überqueren (hier erweist sich unser gefiederter Freund als erstaunlich kräftig).

Wer's nicht im Kopf hat...

Castlevania: Curse of Darkness Abgesehen vom gelegentlichen Herbeirufen des richtigen Unschuldsteufels, um ein Hindernis zu überwinden, liegt die größte Herausforderung bei Curse of Darkness in der schieren Menge der Gegner. Allzu helle oder aggressiv sind die Gestalten nämlich nicht, selbst in einem vollen Raum könnten Sie minutenlang herumlaufen, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten.

Dafür wird Hectors Kondition und damit Ihre Geduld umso mehr gefordert, denn die Levels sind relativ groß. Nicht selten geschieht es, dass Sie einen größeren Weg hinter sich bringen, nur um am Ende festzustellen, dass Sie über einen Alternativweg wieder zum Ausgangspunkt Ihres Marsches zurückgekehrt sind - ärgerlich!

Dazu kommt noch, dass die Entwickler Sie immer wieder ganz bewusst schon bekannte Wege nochmals entlanglaufen lassen, um einen wichtigen Gegenstand an einem bereits besuchten Ort einzusetzen und so neue Levels zu erreichen. Unnötig gestreckte und schlichtweg unnötige Laufwege machen einen bedeutenden Teil der Spielzeit aus - daran können auch die sporadisch in der Landschaft verteilten Teleporter nicht viel ändern.

Einen ebenso faden Nachgeschmack hinterlässt die grafische Präsentation, denn hier bekommen Sie eine praktisch identische Umsetzung der PlayStation-2-Version serviert, die schon auf dem Sony-System trotz stets sehr flüssiger Darstellung für die mäßigen Texturen und detailarmen Levels kritisiert wurde.

Bildergalerie

Wertung zu Castlevania: Curse of Darkness (XB)

Wertung:

77 /10
Pro & Contra
Motivierende Rollenspiel-ElementeGelungenes, einfaches Kampfsystem
Lange LaufwegeMittelprächtige Grafik
Fazit

Hack & Slay mit motiverenden
Rollenspiel-Elementen, viel Leerlauf und veralteter Optik

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