Brothers in Arms: Earned in Blood

Test

Im späteren Teil kommt es zu nervenaufreibenden Häuserkämpfen. Quelle: videogameszone.de Im späteren Teil kommt es zu nervenaufreibenden Häuserkämpfen. Cleverer Erzählkniff oder kaum verhüllte Einfallslosigkeit? Das zweite Abenteuer aus der Brothers in Arms-Reihe setzt nicht nur da an, wo Road to Hill 30 im März dieses Jahres aufhörte, sondern überschneidet sich sogar teilweise mit dessen Handlung. Während Sie damals in die Rolle von Matt Baker schlüpften, spielt diesmal Bakers Kollege Joe "Red" Hartsock die Hauptrolle.

Die Handlung lässt die beiden nicht nur des Öfteren aufeinander treffen, Sie erleben auch Ereignisse auf interessanten Nebenschauplätzen der Missionen aus dem Vorgänger - beispielsweise erfahren Sie, was die zurückgebliebenen Soldaten am Hill 30 vor Bakers Rückkehr durchmachen mussten. Überhaupt nimmt der Titel oft und gerne Bezug auf den Erstling. Wenn Hartsock zum Beispiel nach dem Absprung über der Normandie zuerst in einem Baum hängen bleibt, denkt jeder Kenner unweigerlich an den glücklosen Soldaten, der in einer der ersten Szenen von Road to Hill 30 in ebendieser Lage sein Leben ließ.

Die bekannten vier F

Die Ego-Perspektive beiZwischensequenzen wird effektiv genutzt. Die Ego-Perspektive beiZwischensequenzen wird effektiv genutzt. "Find them, fix them, flank them, finish them!" - die grundlegende Vier-Punkte-Strategie aus Road to Hill 30 ist auch bei Earned in Blood der Schlüssel zum Sieg. Sie kommandieren meist ein oder zwei kleine, unabhängig agierende Teams, die Sie taktisch geschickt zum Ausmanövrieren der gegnerischen Soldaten einsetzen müssen. Während ein Teil Ihrer Truppen den Feind so lange unter Beschuss nimmt, bis dieser verängstigt hinter seiner Deckung hockt, sollte der andere die Situation ausnutzen und ihm in die Flanke fallen.

Sie agieren dabei wahlweise als Echtzeit-Stratege und vergeben dabei über ein intuitives Kommando-System Befehle an Ihre Leute oder greifen zur Waffe und erledigen Teile der Operation selbst. Brothers in Arms ist zwar grundsätzlich ein Ego-Shooter, doch können Sie sich hier nicht als Einzelkämpfer profilieren - ohne zumindest eine Prise Taktik enden Möchtegern-Rambos chancenlos im gegnerischen Kugelhagel.

Das gilt bei der zweiten Episode mehr denn je, denn der Feind agiert aggressiver und stellt sich intelligenter auf neue Situationen ein - deshalb kann es durchaus passieren, dass Sie die Effektivität der vier F am eigenen Leib erfahren, wenn deutsche Truppen den Spieß umdrehen und Ihnen in die Flanke fallen.

Teuer erkaufte Siege

Brothers in Arms: Earned in Blood Der Name des Spiels ist Programm, denn im Gefecht sind Verluste kaum zu vermeiden und viele Siege müssen mit Blut erkauft werden. Da sich das mit der Handlung des Spiels beißt, die den Tod Ihrer Waffenbrüder nur an bestimmtem Punkten vorsieht, werden Sie diesmal nach jeder erfolgreichen Mission, in deren Verlauf einer Ihrer Männer gestorben ist, gefragt, ob Sie diesen wiederbeleben und der vorgesehenen Handlung folgen wollen oder ob Sie den Level nochmals angehen wollen, bis Sie alle Kameraden lebendig durchgebracht haben.

Zudem bietet das Spiel glücklosen Soldaten die Option, Hartsock nach mehreren erfolglosen Einsätzen vom gleichen Checkpoint aus zu heilen - frei nach dem Motto: "Der Krieg ist nicht fair, aber ein Videospiel sollte es schon sein." Ehrliche Spieler weisen solche Hilfestellungen natürlich weit von sich, für alle anderen sind sie dagegen ein willkommenes Mittel gegen drohenden Frust.

Nicht viel Neues

Brothers in Arms: Earned in Blood Ein umfassender Detailcheck-Vergleich mit Road to Hill 30 lohnt sich letztendlich aber nicht - denn außer den zusätzlichen Mehrspieler-Karten/-Optionen sind die Feature-Listen der beiden Titel so gut wie identisch. Earned in Blood übernimmt praktisch alle Stärken und leider auch Schwächen des Vorgängers, angefangen bei der ansehnlichen, aber ruckeligen Grafik über die gute Lokalisierung, den noch besseren (optionalen) Originalton, bei dem jede Seite in ihrer Landessprache durch die Gegend brüllt, die gelungenen Zwischensequenzen aus der Ego-Perspektive und die hervorragend durchdachte Steuerung bis hin zu den freispielbaren Hintergrund-Informationen.

Leider hat es Ubisofts Umsetzungsteam in Schanghai auch beim zweiten Versuch nicht geschafft, den Splitscreen-Modus vernünftig zu gestalten: Weiterhin verschwinden erledigte Soldaten plötzlich von der Bildfläche und der Gegenspieler übernimmt unvermittelt die Kontrolle eines anderen Mannes - sehr verwirrend. Ärgerlich sind auch die manchmal auftretenden Bugs wie aussetzende Sprachausgabe.

Bildergalerie

Wertung zu Brothers in Arms: Earned in Blood (PS2)

Wertung:

87 /10
Fazit

Spielerisch erneut sehr fesselnd, doch mangelt es (nicht zuletzt auch technisch) an Fortschritt.

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