Blizzard muss wegen Lootbox-Glücksspiel empfindliche Geldstrafe zahlen
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Lootboxen, wie sie Blizzard unter anderem in Overwatch und Hearthstone anbietet, sind Glücksspiel für Minderjährige. Das hat ein brasilianisches Gericht festgestellt und das Unternehmen zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt.
Die Diskussion, ob es sich bei Lootboxen um Glücksspiel handelt, läuft jetzt schon eine ganze Weile. Allerdings entscheiden Gerichte immer öfter zu Ungunsten der großen Videospielunternehmen, wie jetzt auch wieder ein Beispiel aus Brasilien zeigt. Dort hat ein Gericht nämlich unter anderem Activision Blizzard wegen des Verkaufs von Lootboxen an Minderjährige zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt.
Unternehmen müssen künftig Wahrscheinlichkeiten für Lootboxen im Kaufbildschirm anzeigen
Die Festsetzung der Strafzahlung von insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar, die die Verantwortlichen bei Blizzard für das Lootbox-Angebot in Hearthstone, Overwatch und Call of Duty entrichten sollen, sind Teil mehrerer Urteile gegen verschiedene große Videospielfirmen. Insgesamt verurteilte das Gericht unter anderem Riot Games, Tencent, Apple und Microsoft, wobei Microsoft insgesamt rund 12,6 Millionen US-Dollar zahlen muss.
Das Urteil sieht vor, dass die Firmen die Strafzahlung an einen öffentlichen Rechtshilfefonds für Jugendliche zahlen müssen. Außerdem sollen sie betroffene Minderjährige entschädigen, falls diese ihre Ansprüche nachweisen können. Darüber hinaus müssen sie das Urteil ihrer eigenen Community auf Social Media bekannt machen und eine Reihe von Änderungen in ihren Spielen implementieren.
Die Änderungen umfassen eine konkrete Warnung zum Zufallsprinzip der Lootboxen und dem Verbot des Angebots an Minderjährige, die beim Kauf eingeblendet werden muss. Ferner muss jede Lootbox ihre konkreten Wahrscheinlichkeiten für ihre Inhalte im Kaufbildschirm anzeigen. Gleichermaßen muss es Maßnahmen zur Altersverifizierung geben, die gleichzeitig das Sammeln von Daten minimal halten. Zu guter Letzt sollen die Unternehmen kostenlose Rückerstattungen für Erziehungsberechtigte anbieten, deren Kinder ohne ihre Erlaubnis die Lootboxen gekauft haben.
Das Verfahren, das mit diesem Urteil zum Abschluss kommt, läuft in Brasilien bereits seit dem Jahr 2021. Geklagt hatte die Organisation ANCED, die sich für Kinder- und Jugendrechte engagiert und argumentierte, dass Lootboxen als Feature verschleiertes, an Kinder gerichtetes Glückspiel seien. Dafür bezogen sich die Kläger auf die Präsentation der Lootboxen mit bunten Lichtern und als Bestandteil limitierter Events sowie deren zufallsbasierte Mechanik.
Das Gericht betonte allerdings auch, dass es sich bei dem Urteil um den Teil eines zivilrechtlichen Verfahrens handele. Die Unternehmen werden also nicht strafrechtlich verfolgt, weil sie illegales Glücksspiel anbieten. Derweil können Blizzard, Microsoft und Co. gegen das Urteil noch in Berufung gehen, was den Prozess noch verlängern würde.
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Quelle: Icy Veins
