Aragami: Shadow Edition im Test - Noch mehr Stealth-Spaß mit Nightfall
Test
Stealth muss nicht immer mit Hightech-Gadgets Hand in Hand gehen, so wie bei Splinter Cell oder Metal Gear Solid. Aragami versetzte euch 2016 in die Rolle eines Rachegeistes, in der nun erschienenen Erweiterung Nightfall verkörpert ihr mächtige Schattenninja, die ihren Opfern durch Magie ein Schnippchen schlagen. Und in der frisch veröffentlichten Shadow Edition von Aragami sind Grundspiel und Nightfall enthalten.
Auf dieser Seite
In den Schatten fühlt ihr euch wohl. Das war schon so in Aragami, einem Indie-Stealth-Game, das sich am Klassiker Tenchu orientiert und 2016 Spielerherzen eroberte. Auch wir waren von der Kickstarter-finanzierten Rachegeist-Stealth-Action angetan. Leer ging damals die Xbox One aus, obwohl eine Umsetzung von Aragami für die Microsoft-Konsole einst geplant war. Ein schöner, wenn auch später Trost: Die Shadow Edition von Aragami erscheint sowohl für PS4 als auch auf Xbox One, und in der ist das Grundspiel sowie die Erweiterung Aragami: Nightfall enthalten. Nightfall erzählt die Vorgeschichte von Aragami und richtet sich an erfahrenere Schleich-Fans - besser gesagt, es richtet sich an alle, die das Grundspiel absolviert haben.
Rachegeist Aragami
Im Grundspiel Aragami verkörpert ihr einen Rachegeist, zum Leben erweckt von einer Dame in Not. Ihr dürstet nach Blut und findet innerhalb von 15 Kapiteln und etwa zehn bis 15 Stunden Spielzeit mehr über die unheimlichen Entwicklungen im alten Japan heraus. Nach und nach erhaltet Zugang zu besseren, stärkeren Fähigkeiten, stellt euch vereinzelten Bossen, spielt wahlweise mit einem Freund zusammen online und jagt nach Highscores. Weitere Details findet ihr in unserem Test zu Aragami, geändert hat sich inhaltlich und technisch in der Shadow Edition nämlich herzlich wenig.
Aragami: Nightfall
Die Erweiterung Nightfall umfasst vier Kapitel und versetzt euch in die Rolle von Hyo oder Shinobu. Die Fähigkeiten der beiden Schattenassassinen sind identisch, abhängig von der Charakterwahl findet ihr aber unterschiedliche Tagebücher. Ihr gebietet über vier unterschiedliche Talente: Kage (kurzzeitige Unsicherbarkeit), Schattengranaten (diese blenden eure Gegner), explosive Kunais (die Wurfgeschosse schalten mehrere Feinde auf einmal aus) und der Zwillingsschatten-Angriff, bei dem euer Partner attackiert. Für das Ausführen all dieser Spezialaktionen benötigt ihr die Dunkelheit: Wenn ihr im Licht steht, schwinden eure Kräfte! Zudem könnt ihr eure Assassinenmagie nicht unbegrenzt einsetzen, den Unsichtbarkeitszauber Kage etwa dürft ihr nur zweimal wirken. Um eure Reserven wieder aufzufüllen, müsst ihr Schreine suchen und aktivieren.
Quelle: PC Games
Ein Schatten-Kill dauert länger als ein normaler Todesstoß, dafür verschwindet der Körper des Gegners aber sofort.
In üblicher Stealth-Manier sucht ihr euch einen Weg durch vor Gegnern wimmelnde Level. Ob ihr Feinde tötet oder umgeht, bleibt euch überlassen, am Ende wartet zwar eine Abschlussnote (motivierend für Highscore-Jäger), eine moralische Einordnung mit Konsequenzen wie etwa bei Dishonored fehlt. Boni bekommt ihr für Sammelobjekte wie Briefe und Katanas oder wenn ihr ungesehen ans Ziel kommt. Neben euren Zusatzfähigkeiten ist der Schattensprung euer wichtigstes Werkzeug: Auf Knopfdruck teleportiert ihr euch von Schatten zu Schatten, Magiereserven vorausgesetzt. Ebenfalls praktisch: In den Schatten könnt ihr die Körper von Feinden für immer verschwinden lassen. Setzt zum Beispiel zu einem Schatten-Kill an, bei dem euer Opfer komplett in der Dunkelheit verschwindet - das dauert aber ein paar Sekunden und ihr lauft Gefahr, dabei entdeckt zu werden. Ein Fehlschlag ist zum Glück kein Weltuntergang, obschon Hyo und Shinobi im Nahkampf keine Chance haben und nach einem Treffer das Leben aushauchen: Die Checkpoints in Nightfall sind fair gesetzt, und dank der mannigfaltigen Assassinen-Trickkiste und recht offenen Umgebungen bieten sich mehrere Möglichkeiten, ans Ziel zu gelangen.
Alte Schwächen, alte Stärken
Quelle: PC Games
Im Vergleich zum Grundspiel sind die Umgebungen in Aragami: Nightfall weitläufiger und offener.
Eine Besonderheit von Aragami und damit auch von Aragami: Nightfall ist die Möglichkeit, online im Koop-Modus zu spielen. Die Fähigkeit Zwillingsschatten funktioniert im gemeinsamen Spiel anders als im Einzelspielermodus, ihr werdet dann nämlich direkt zu eurem Partner teleportiert, sobald er das Talent einsetzt. Im Solo-Part schaltet der Charakter, den ihr nicht als Spielfigur gewählt hat, hingegen automatisch den anvisierten Feind aus. Nicht nur die Vorzüge, auch einige Schwächen von Aragami kehren in Aragami: Nightfall zurück. Ziemlich befremdlich etwa, dass ihr als beweglicher Ninja-Kämpfer nicht hüpfen könnt. Um Höhenunterschiede zu überwinden, verlasst ihr euch alleine auf den Schattensprung. Die Präsentation in Cartoon-Optik wirkt zwar einladend, die Charaktermodelle jedoch sehen sehr simpel aus und die Animationen sind steif. Darunter leidet auch die Präsentation der wenig spannenden Story.
Keine Experimente: die Erweiterung Aragami: Nightfall richtet sich konsequent an die Fans von Aragami. Ihr bekommt drei neue Fertigkeiten, vier neue Kapitel und ansonsten das magische Stealth-Spielprinzip sowie den bunten Cartoon-Look des Grundspiels. Das Gesamtpaket Aragami: Shadow Edition (jetzt kaufen ) mit 15 bis 20 Stunden Schleich-Action, wahlweise gemeinsam mit einem Partner ist für Freunde von Stealth-Spielen auf jeden Fall attraktiv, sollten sie über den an einigen Stellen unübersehbaren Indie-Problemchen von Aragami hinwegsehen können. Kleiner Bonus: Außerdem sind in der Shadow Edition alle Kostüm-DLCs enthalten, die für Aragami veröffentlicht wurden. Die Erweiterung Nightfall ist außerdem ab sofort auch einzeln erhältlich, ihr benötigt allerdings das Grundspiel.
