Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans

Test Moritz Schmidtke Lukas Schmid
Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans
Quelle: Elden Pixels

Alwa's Legacy ist das neueste Projekt des unabhängigen schwedischen Entwicklerstudios Elden Pixels. Finanziert wurde die Fortsetzung des bereits 2017 erschienenen Vorgängers Alwa's Awakening über Kickstarter. Es trugen immerhin 924 Unterstützer mit insgesamt 290.369 schweidschen Kronen zu dem Spiel bei. Und eines kann man schon vorwegnehmen: Diese Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Ein Indie-Metroidvania mit leichten Soulslike-Elementen klingt zunächst einmal nicht super neu und kreativ. Fast schon fühlt man sich davon so übersättigt, dass die reine Beschreibung bei so manchem zunächst nur ein müdes Gähnen zu entlocken vermag. Hier aber ist Vorsicht geboten.

Alwa's Legacy würde man mit einer vorschnellen Verurteilung Unrecht tun. Hinter dem altbekannten Grundgerüst steckt nämlich ein richtig gutes Spiel, wenngleich dieses an einigen Ecken und Enden nicht völlig perfekt gelungen ist.

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Die richtig alte Leier

Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Quelle: PC Games Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans In Alwa's Legacy schlüpfen wir in die Haut eines jungen Mädchens namens Zoe. Zoe erwacht eines Tages ohne Erinnerungen an einem Ufer im Lande Alwa. Wo sie eigentlich herkommt und wie sie hier gelandet ist, hat sie vergessen. Ohne so richtig zu wissen, wohin wir gehen und was wir tun sollen, begeben wir uns also gemeinsam mit Zoe in das Abenteuer. Schließlich stellt sich uns auch schon der Oberschurke des Spiels in den Weg, Vicar, der uns zunächst unserer Waffen beraubt.

Kurz darauf treffen wir auf eine ältere Dame namens Saga, die uns erklärt, dass wir drei irgendwo in Alwa versteckte Juwelen finden müssen, um Vicar zu besiegen und wieder nach Hause zu kommen. Ab hier tritt die Geschichte in den Hintergrund und spielt kaum noch eine Rolle, im Grunde bräuchte das Spiel dieses Beiwerk gar nicht. Lediglich nach einem Bosskampf schalten wir einen neuen Lore-Eintrag in einem Buch frei, welches uns Saga überreicht. Nichtsdestotrotz entfalten sich in den Begegnungen mit den zahlreichen und einzigartigen Charakteren in Alwa immer wieder gut geschriebene Dialoge, die auch mal den einen oder anderen witzigen Moment parat haben.

Moderne Retro-Kunst

Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Quelle: PC Games Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Eine der besten Qualitäten von Alwa's Legacy ist der Stil, das betrifft sowohl die Optik als auch den Sound. Im Spielverlauf erkunden wir viele einzigartige und liebevoll gestaltete Gebiete in einem wundervollen 16-Bit-Look. Während der Vorgänger, Alwa's Awakening, optisch noch eher an die sehr frühen 2D-Zeldas erinnert, ist Legacy ein echter Augenschmaus für Retro-Liebhaber. Vor allem ein Blick am eigentlichen Levels vorbei in den Hintergrund kann sich hier sehr lohnen. Vom dicht bewachsenen Wald über atemberaubende Gebirge bis hin zum malerischen Sonnenuntergang ist hier alles vertreten.

Neben dem hübschen Artstyle kann nur eines noch mehr überzeugen: der tolle Soundtrack. Dabei handelt es sich um Chiptune-Tracks des Internet-Künstlers RushJet1, die sich je nach Gebiet deutlich voneinander unterscheiden. Der Soundtrack schafft es, ein wirkliches Nostalgie-Gefühl aufkommen zulassen, welches ein wenig an Gameboy-Zeiten erinnert, gleichzeitig wirkt der Sound durch tiefe Bässe aber angenehm modern. Auch werden die Tracks trotz zahlreicher Wiederholungen während der Erkundung eines Gebietes nie wirklich nervig. Auf dem Youtube-Kanal des Künstlers könnt ihr eine kleine Kostprobe des Sounds in Form eines neunminütigen Samplers erleben.

Eine magische Reise

Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Quelle: PC Games Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Haben wir uns erst einmal einen Zauberstab sowie eine Landkarte besorgt, begeben wir uns mit Zoe auf die Jagd nach den Juwelen. Auf unserer Reise können wir unseren Zauberstab stets als Nahkampfwaffe verwenden, im Spielverlauf schalten wir dann verschiedene Zauber und Fähigkeiten frei, die uns in neue Gebiete bringen. Insgesamt gibt es drei verschiedene Zauber und vier Fähigkeiten, mit denen es diverse Puzzle zu lösen gilt. Durch versteckte Orbs können wir jeden Zauber aufleveln, was nicht nur für die Erkundung, sondern auch für den Kampf von enormem Vorteil ist. Beispielsweise erhalten wir früh im Spiel die Fähigkeit, einen grünen Block zu erschaffen, den wir eigentlich für das Erreichen höhergelegener Gebiete nutzen. Durch die Investition einiger Orbs kann der Würfel Stacheln ausfahren, während wir ihn schieben, und damit Gegner verletzen. Nach einem weiteren Upgrade kann der Block sogar durch einen Schlag mit dem Zauberstab wie ein Geschoss in die Richtung des Feindes geschleudert werden.

Innerhalb der Dungeons müssen die gelernten Fähigkeiten klug bei verschiedenen Puzzles genutzt werden. Es gibt etwa immer wieder Schalterrätsel, bei denen wir gleichzeitig mehrere Plattformen aktivieren müssen, die jeweils nur auf einen bestimmten Zauber reagieren. Auch in den zahlreichen Sprungpassagen ist es wichtig, die Zauber geschickt zu timen und die Sprünge gut einzuschätzen, sonst ist man schnell hinüber. Hat man sich erst einmal an die Steuerung gewöhnt, dann sollte die Erkundung der Welt relativ einfach von der Hand gehen, besonders, wenn man einige Übung in diesem Genre vorweisen kann. Alles in allem spielt sich Alwa's Legacy gut und flüssig, in der PC-Version ist aber der Einsatz eines Controllers sehr zu empfehlen. Die Tastur-Umsetzung ist hier nur mittelmäßig gut gelungen und die Standard-Tastenbelegung ist unübersichtlich.

Verzeihliche Schwächen

Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Quelle: PC Games Alwa's Legacy im Test: Ein wunderschöner Metroidvania-Diamant für alle Retro-Fans Leider lassen sich auch einige Schwächen im Gamedesign finden. Anstatt Gebiete auf dem vorgesehenen Pfad zu erreichen, verspricht Legacy durch das Sammeln der Orbs und das Aufleveln von Fähigkeiten eine noch offenere Herangehensweise als für Metroidvanias üblich. Doch der Schein trügt, denn man bei der Erkundung der Welt keinesfalls wirkliche Freiheit. So können wir etwa für den genannten grünen Block einen Skill erwerben, der bewirkt, dass er auf dem Wasser schwimmt. Dadurch können wir durch eifriges Orb-Sammeln die durch Seen voneinander getrennten Gebiete schon erreichen, bevor wir die vorgesehene Methode zur Überquerung entdeckt haben. Das hat jedoch keinen Nutzen, da uns spätestens im nächsten Dungeon Werkzeuge fehlen, um weiter voranzukommen. Also suchen wir dann doch den angedachten Pfad auf, was die freischaltbare Fähigkeit wiederum völlig sinnlos macht.

Schlussendlich sind diese Fähigkeiten aber nur Bonus und kein Muss. Im Allgemeinen kommt man auch ohne die Skills ganz gut in der Welt von Alwa voran, obwohl an manchen Stellen auch mal schwierigere Herausforderungen lauern. Gehen wir K.O., dann spawnen wir an besuchten Leuchtfeuern neu. Das kann frustrierend werden, vor allem, wenn man einen längeren Weg hinter sich hat. Hierfür gibt es in den Optionen die Möglichkeit zum "Quick Respawn." Dann erscheinen wir wieder bei voller Gesundheit in dem Screen, in dem wir gestorben sind. Hier können wir auch einstellen, ob uns alle Items auf der Map gezeigt werden sollen. So kann man auch langes Backtracking und Suchen vermeiden, wenn man denn möchte. Weitere Optionen für den Schwierigkeitsgrad gibt es nicht, spätere Bosskämpfe müssen also fair und ehrlich bestritten werden. Die sind zwar nicht ganz so fordernd wie die Kämpfe in Hollow Knight, aber cool designt.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu Alwa's Legacy (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Gelungene Retro-AtmosphäreSchöner ArtstyleÜberragender SoundtrackGutes Dungeon-DesignAnsprechende RätselVergleichsweise wenig BacktrackingLustige CharaktereAnsprechende Spielzeit
Teils sinnlose freischaltbare FähigkeitenEher flache StoryBosskämpfe sind ein wenig zu leichtSchlechte Tastatur-Steuerung am PC, Controller notwendig
Fazit

Alwa’s Legacy ist ein gelungenes Metroidvania mit nur wenigen, verzeihbaren Fehlern.

Bildergalerie

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